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Alarmstatus

Einen international gültigen Alarmstatus oder Alarmcode für Vulkane und ihre Eruptionen gibt es nicht. Eine Ausnahme bildet der Alarm-Farbcode für den Flugverkehr durch Vulkanasche (VONA), der in erster Linie die Gefahren für den Flugverkehr symbolisch darstellt. Doch dieser Farbcode lässt sich nicht 1:1 auf die Gefährdung der Anwohner und Beobachter am Boden übertragen.

Verantwortlich für den Alarmstatus eines Vulkans sind die zuständigen Observatorien und Behörden wie Zivilschutz, Katastrophenschutz oder Ministerien. Da dies regional bzw. national unterschiedlich gehandhabt wird, gibt es auch keine internationalen Standards. Es existiert nur ein stilles Abkommen zwischen den Vulkanologen, dass sich in der Öffentlichkeit immer nur das für einen Vulkan zuständige Observatorium äußert und Warnungen / Empfehlungen ausgeben darf. Daher hört man in einer Krisensituation an Vulkanen auch keine Meinungen internationaler Vulkanologen zu dem Geschehen vor Ort.

Viele der nationalen Institute halten sich an einem ähnlichen Ampelsystem wie es für den Flugverkehr gilt, doch es gibt keine einheitlichen Standards, wann Alarm gegeben wird oder ab welcher Art der Aktivität die nächsthöhere Alarmstufe ausgerufen wird. Auch die Größe von Sperrgebieten und die Einleitung von Evakuierungen ist von Staat zu Staat, oder sogar von Vulkan zu Vulkan unterschiedlich. Diese Maßnahmen hängen von der Art der Gefährdung durch die unterschiedlichen Arten vulkanischer Aktivität ab.

Bei den meisten Observatorien ist ein 4-stufiges Alarmsystem gebräuchlich. Entweder werden Farbcodes (grün, gelb, orange, rot) oder Ziffern von 1-4 verwendet. Japan benutzt ein Ziffernsystem von 1-5 und parallel dazu Farbcodes. Der Alarm-Farbcode „rot“ entspricht dabei der Alarmziffer „4“. Die „5“ ist lila und gilt als Evakuierungsaufforderung für Anwohner.

Ruhende Vulkane haben für gewöhnlich gar keinen Status. Der „grüne“ Alarmstatus signalisiert bereits geringe Aktivität oder deutet an, dass der Vulkan potenziell aktiv ist.

Gelben Alarm geben viele Observatorium bereits bevor eine Eruption begonnen hat. Die Aussage ist dann, dass es jederzeit zu einem Vulkanausbruch kommen kann. In Indonesien wird dies relativ willkürlich gehandhabt. Viele Vulkane, die daueraktiv sind bzw. strombolianisch tätig sind, stehen dort auf „gelb“. Oft werden Sperrzonen eingerichtet, die einen Radius zwischen 1-3 km um den Krater haben.

Beim orangenen Alarm ist bereits eine Eruption im Gange oder steht unmittelbar bevor. Sperrzonen werden erweitert und Evakuierungen werden vorbereitet oder durchgeführt.

Wird der Alarmstatus „rot“ ausgerufen, dann ist eine größere Eruption mit hohem Gefahrenpotenzial im Gange. Schäden an Infrastruktur und sogar Todesopfer unter der Bevölkerung sind möglich.

Generell gilt, dass den Empfehlungen der lokalen Observatorien und Behörden Folge zu leisten ist, unabhängig von der Meinung Dritter. Vulkanbeobachter, die entgegen den Weisungen handeln, begeben sich in Lebensgefahr. Unter Umständen ist bei einem Eindringen in Sperrgebiete und Evakuierungszonen mit Bestrafungen zu rechnen.