Paroxysmus

Ein Paroxysmus ist eine Eruption, die langsam anfängt und sich zu einem relativ kurzweiligen Höhepunkt steigert. Sobald der Höhepunkt überschritten ist endet der Paroxysmus schnell. Meistens erfolgen paroxysmale Eruptionen in Serien.

Typischerweise beginnt ein Paroxysmus mit strombolianischen Eruptionen. Diese werden im Laufe der Zeit (Tage/Stunden) immer stärker bist sie so schnell aufeinander folgen, das eine Lavafontäne entsteht, die Hunderte Meter hoch sein kann. Die Lavafontäne speist einen Lavastrom. Zudem entsteht eine Aschewolke, die meistens mehrere Kilometer hoch aufsteigt. Durch Kollaps der Aschewolke können pyroklastische Ströme entstehen.

Am Ätna auf Sizilien wurden bereits zahlreiche Paroxysmen beobachtet. Genauso am Fuego in Guatemala, oder Manam in Papua Neuguinea. Am Ätna dauert die Hochphase eines Paroxysmus für gewöhnlich 1-2 Stunden. Die Aufheizphase kann Tage bis Stunden dauern. Am Fuego und Manam dauern die Hochphase oft 12 – 36 Stunden. Die Aschewolken erreichen Höhen von 10 km und mehr. Am Manam stiegen die Aschewolken auch schon bis in die Stratosphäre auf. Die Eruptionen wurden so heftig, dass es zu Evakuierungen kam.

Am Ätna gab es bereits mehrere Phasen mit Paroxysmen. Am Anfang einer solchen Phase erfolgen die paroxysmalen Ausbrüchen nach relativ langen Pausenintervallen von Tagen, oder Wochen. Die Intervalle verkürzen sich dann meistens, so dass sogar 2-3 Paroxysmen pro Tag beobachtet wurden. Legendär ist eine Phase mit Ätna-Paroxysmen zum Anfang des neuen Millenniums, bei der 77 Eruptionen registriert wurden.

Während am Ätna bisher keine Menschen durch Paroxysmen getötet wurden, sieht es am Fuego in Guatemala anders aus: Im Juni 2018 ereignete sich dort Paroxysmus mit katastrophalen Folgen. Pyroklastische Ströme liefen über die Vulkanflanken und zerstörten ein Dorf. 190 Personen wurden getötet, 57 verletzt. 256 Menschen galten als vermisst. Viele von ihnen werden Tod sein. Zuvor gab es eine Serie von Paroxysmen, so dass sich die Bevölkerung an die Eruptionen gewöhnt hatte. Am Katastrophentag hing der Fuego in dichten Wolken, so dass die Bewohner nicht mitbekamen, wie die Situation am Vulkan eskalierte.