Viskosität

Die Viskosität ist ein Maß für die Zähigkeit von Fluiden (Flüssigkeiten, Gas). Im Zusammenhang mit der Vulkanologie gibt die Viskosität die Zähigkeit von Lava (oder Magma) an. Ist die Lava niedrigviskos, dann ist sie dünnflüssig und fließt schnell. Ist sie hochviskos, dann ist die Lava zähflüssig und Lavaströme fließen langsam.

Die Viskosität des Magmas hat maßgeblichen Einfluss darauf, ob ein Vulkan explosiv, oder effusiv eruptiert. Ein weiterer entscheidender Faktor dafür ist der Gasgehalt der Schmelze. Es gelten die Faustregeln:

  • Je dünnflüssiger das Magma ist, desto weniger Gas kann sich ansammeln. Die resultierenden Eruptionen sind meistens effusiv. Es werden Lavaseen und Lavaströme gefördert. Ist in einer niedrigviskosen schmelze viel Gas enthalten, kommt es zur Bildung von Lavafontänen.
  •  Hat das Magma eine moderate Viskosität und ist relativ gasarm treten Lavadome aus. Es können auch kurze hochviskose Lavaströme entstehen. Es werden pyroklastische Ströme generiert.
  • Je zähflüssiger das Magma ist, desto mehr Gas kann sich ansammeln. Die Wahrscheinlichkeit einer explosiven Eruption steigt. Es werden hoch aufsteigende Aschewolken gefördert.

Die Viskosität von Lava hängt von verschiedenen Faktoren ab: Temperatur, Chemismus und Rheologie, bzw. dem Grad der Kristallisation. Wie schnell letztendlich ein Lavastrom fließt ist auch von der Hangneigung des Vulkans abhängig.

Der Kehrwert der Viskosität ist die Fluidität, also die Fließfähigkeit eines Fluids.

Vulcanianische Eruption

Vulcanianische Eruptionen sind explosive Vulkanausbrüche mit einem VEI 3. Die Einteilungen sind nicht genau definiert und werden von Autor zu Autor unterschiedlich gehandhabt. Vulcanianische Ausbrüche sind auf jeden Fall stärker als strombolianische Eruptionen und deutlich schwächer als plinianische Ausbrüche. Sie werden als moderat bis stark beschrieben. Die eruptierte Vulkanasche steigt zwischen 3 und 15 km hoch auf. Es werden zwischen 10 und 100 Millionen Kubikmeter Tephra gefördert. Oft erreichen phreatomagmatische Eruptionen diese Größe, die durch den Kontakt von Magma mit Wasser verstärkt werden.

Diese Eruptionsart wurde nach dem Inselvulkan Vulcano benannt und stellt die für diesen Vulkan typische Ausbruchsform dar. Vulcano ist eine der Liparischen Inseln, nördlich von Sizilien (Italien) gelegen. Giuseppe Mercalli prägte den Begriff vulcanianische Eruption, als er die Ausbrüche von Vulcano beobachtete, die sich zwischen 1888 und 1890 manifestierten. Mercalli verglich die Ausbrüche mit Kanonenfeuer in unregelmäßigen Abständen. „Die explosive Natur der Eruptionen beruhe auf einem (gegenüber Basalt) erhöhten Kieselsäuregehalt der Lava“, so Mercalli. Vulkane, die vulcanianische Eruptionen erzeugen, fördern meistens andesitischen Basalt, oder basaltischen Andesit. Ein erhöhter Gehalt an Wasser in der Lava kann für die starken Explosionen ebenso verantwortlich sein.

Oft ist der Förderschlot von sich abkühlender Tephra verstopft, wodurch sich ein hoher Gasdruck im Schlot aufbauen kann. Diese Schlotfüllung wird bei der vulcanianischen Eruption mit aus geschleudert. Daher sind diese Eruptionen gefährlich, zumindest wenn man sich in Kraternähe aufhält. Dort geht ein dichter Teppich aus vulkanischen Bomben bis hin zu großen Blöcken nieder.

Vulcanianische Eruptionen kommen häufig an Vulkanen wie Anak Krakatau, Sakurajima, oder Colima vor. Diese Vulkane sind auch für vulkanische Blitze bekannt, welche in den Eruptionswolken entstehen können.

Vulkan

Ein Vulkan ist eine geologische Struktur, die sich um eine Öffnung in der Erdkruste bildet. Die Öffnung wird Schlot genannt und ist das zentrale Element des Vulkans. Aus dem Schlot entweichen Lava und Gase aus dem Erdinneren.

Vulkan Spotter

Ein Vulkan Spotter (engl. volcano spotter) ist ein Vulkanbeobachter. Der englische Begriff Spotter beschreibt eine Person, die sich mit dem gezielten Beobachten von Phänomenen oder Objekten beschäftigt. Die Beobachtungstätigkeit wird im englischen Spotting genannt.

Vulkanasche

Vulkanasche besteht aus fragmentierter Lava mit Korngrößen kleiner als 2 mm. Im Endeffekt ist es nichts anderes als Sand aus Vulkangestein. Mit dem Verbrennungsprodukt Asche hat es nichts zu tun. Allerdings glaubte man früher, dass unter Vulkanen Kohlefeuer brennen und nahm an, dass die Eruptionswolken aus Asche verbrannter Kohle bestehen. Daher stammt der irreführende Begriff Vulkanasche.

Die Fragmentation der Vulkanasche wird durch Explosionen verursacht: große Gasblasen steigen durch die zähe Schmelze im Förderschlot auf und platzen an der Oberfläche. Die so erzeugten Explosionen zerreißen die Lava und lassen unterschiedlich große Fragmente entstehen. Die kleinsten von ihnen werden unter dem Begriff Asche zusammengefasst. Die übergeordnete Gruppe aller vulkanischer Lockerstoffe heißt Tephra.

Vulkanasche entsteht vornehmlich bei explosiven Eruptionen. Ob ein Vulkan explosiv, oder effusiv ausbricht, hängt maßgeblich vom Chemismus des Magmas ab, sowie von seiner Temperatur. Entscheidend ist auch der Gasgehalt des Magmas. Vulkanasche kann aber auch bei sekundären Explosionen entstehen, etwa, wenn ein Lavastrom ins Meer fließt und durch den Kontakt der Schmelze mit Wasser Dampfexplosionen generiert werden. Zudem kann Asche passiv ausgestoßen werden, wenn es zu Kollaps-Ereignissen kommt. Dann wird alte, bereits erstarrte Lava fragmentiert. Solange wärme und etwas Gas vorhanden sind, steigt diese Vulkanasche ebenfalls auf.

Überwiegend eruptieren Vulkane explosiv, die eine saure Magma fördern. Diese enthält mehr als 65% Siliziumdioxid. In seiner reinen mineralischen Form bildet Siliziumdioxid Quarz. Somit wären wir wieder beim Sand, der häufig aus Quarz besteht. Am Strand sind die Quarzkörner erosiv gerundet und weisen meistens keine scharfen Kanten auf. Anders sieht es bei den Körnern der Vulkanasche aus: diese sind oft scharfkantig. Geraten sie in Augen, oder Lungen können sie diese reizen und schädigen. Daher sollte man sich mit Atemmaske und Brille schützen, wenn man in eine Aschewolke gerät.

Spätestens seit der Eruption des Eyjafjallajökull auf Island weiß man, dass Vulkanasche eine Gefahr für den Flugverkehr darstellt. Gerät ein Flugzeug in eine Aschewolke, kann es ernsthaft beschädigt werden. Durch die Geschwindigkeit des Flugzeuges entsteht eine Wirkung wie in einem Sandstrahler. Die Oberfläche des Flugzeugs wird abgeschmirgelt. Die Cockpitscheiben können stumpf und undurchsichtig werden. Zudem können die Lavapartikel die Turbine schädigen. Die hohen Temperaturen im Triebwerk schmelzen die Lava und es entstehen Schmelztröpfchen. Erstarren diese, können bewegliche Teile verklebt und verstopft werden.

Vulkanologe

Als Vulkanologen werden Forscher bezeichnet, die sich auf das Studium und die Beobachtung von Vulkanen und ihren begleitenden Phänomenen spezialisiert haben. In einigen Ländern ist die Vulkanologie ein Studienfach. In Deutschland allerdings nicht, daher ist der Begriff nicht rechtlich geschützt. Viele Vulkanologen stammen aus angrenzenden Wissenschaftszweigen wie Geologie, Geophysik, Geochemie, Mineralogie.

Vulkanologie

Als Vulkanologie wird die Lehre von den Vulkanen bezeichnet. Es ist eine junge Wissenschaft, die zugleich sehr komplex ist. Eine Hauptaufgabe der Vulkanologie ist es Vulkane zu erforschen, mit dem Ziel, Vulkanausbrüche vorherzusagen. Obwohl die Erforschung der Vulkane und des Vulkanismus in den letzten Jahren große Fortschritte machte, ist es nur bedingt möglich eine Eruption längerfristig vorherzusagen. Zu viele unbestimmbare Faktoren scheinen zu beeinflussen, ob ein Vulkan nun ausbricht oder nicht. Oft gelingt es den Vulkanologen nur zu sagen, dass der Vulkan bereit ist zu einer Eruption. Wann genau der Ausbruch einsetzen wird, ist für gewöhnlich nur wenige Stunden vor der Eruption zu sagen.