Reisen in Zeiten von Corona

Airbus A-380 im Landeanflug. @ Kevin Hackert

Momentan gelten in vielen Ländern der Erde Ausgangssperren, oder Kontaktverbote. Die normalen demokratischen Freiheiten wurden durch Notstandsgesetzte stark eingeschränkt. Die Grenzen wurden geschlossen und vielerorts gelten Reisebeschränkungen. Besonders hart getroffen hat es Frankreich, Italien und Spanien. Dort dürfen die Bürger nur für wichtige Angelegenheiten das Haus verlassen. In Deutschland wird es weniger streng gehandhabt, aber touristische Reisen sind auch hier praktisch unmöglich: Hotels, Campingplätze und Gasthäuser sind entweder ganz geschlossen, oder laufen im Notbetrieb für Geschäftsreisende. Ähnlich düster sieht es mit der Mobilität aus. Die meisten Flugzeuge bleiben am Boden, der Bahn-Fahrplan wurde stark zusammengestrichen und in manchen Bundesländern wird an Autobahnausfahrten kontrolliert, ob hier nicht jemand aus einem anderen Bundesland unberechtigt abfährt.

Wie sieht es mit dem Sommerurlaub aus?

Viele stellen sich jetzt im Frühjahr die Frage, wie es denn mit ihrem Sommerurlaub aussieht? Viele unserer Nachbarstaaten haben bereits angekündigt, dass zur Urlaubssaison keine ausländischen Touristen einreisen dürfen. In Spanien wird infrage gestellt, ob das bis zur Jahresfrist überhaupt wieder möglich sein wird. Anders sieht es in Österreich aus. Dort bereitet man sich auf die Aufhebung der Beschränkungen aus und hofft, dass bis zu den Sommerferien die Grenzen zu Deutschland wieder geöffnet werden können. Doch die Sache hat noch einen Harken: Selbst wenn Österreich seine grenzen wieder öffnet, müssen bis dato alle nach Deutschland einreisende für 14 Tage in häuslicher Quarantäne. Diese Maßnahme müsste also als ersten aufgehoben werden, bevor wir wieder von Reisen in fernen Ländern träumen dürfen.

Vorsichtig optimistisch bin ich, was das reisen innerhalb Deutschlands angeht. Sollte sich der positive Trend rückläufiger Neuinfektionen durchsetzen, ist es ein Gebot der Vernunft wieder inländische Reisen zuzulassen. Stellt sich die Frage, wie es bis dahin um die Infrastruktur bestellt sit. Bereits Ende April stehen viele Gastronomen und Hoteliers vor der Pleite. Ob sie noch einen weiteren Monat Stillstand überleben ist ungewiss. Die Bettenkapazitäten und Bewirtungsmöglichkeiten vieler beliebter Urlaubsgebiete werden deutlich schrumpfen, bei sehr wahrscheinlich deutlich erhöhter Nachfrage in Ermangelung an alternativen Reisezielen. Nach dem Corona-Lockdown wird das Reisen wohl teurer werden, das Warten in Staus und an Kassenschlangen länger dauern.

Interkontinentale Reisen

Ziemlich pessimistisch schätze ich die Möglichkeiten von Fernreisen ein. Hier werden viele Monate vergehen, bis wir auch nur wieder einen Hauch von Normalität erleben. Zwar verbreitet sich da Virus in tropischen Ländern bis jetzt nicht so schnell, wie in gemäßigten Zonen, dafür sind die Gesundheitssysteme vieler außereuropäischen Urlaubsländer nicht so belastbar wie die Europäischen. Daher ist man hier besonders Vorsichtig und wird Reisende nicht wieder so schnell ins Land lassen. Hinzu kommt, dass die touristische Infrastruktur kollabieren könnte. Viele regionale Fluggesellschaften könnten den Lockdown nicht überleben, von Hotels- und Gaststätten ganz zu schweigen. Es droht neue Armut. Diese birgt für Touristen zusätzliche Gefahren.

Flugreisen mit dem Virus?

Ein zusätzliches Problem entsteht durch die Enge in ausgebuchten Ferienfliegern. Meistens ist man Ellenbogen an Ellenbogen nebeneinander gepfercht und die Luft zirkuliert in der geschlossenen Kabine, da würde sich das Virus schnellstens unter den Fluggästen verbreiten. Eine Möglichkeit, um wenigstens den Abstand einzuhalten wäre, nur jeden zweiten, oder dritten Sitz zu besetzten, was natürlich unwirtschaftlich und teuer wäre. Sollten in den nächsten Monaten wieder Ferienflieger abheben, dann wird es wohl eine Maskenpflicht an Bord geben und die Flugpreise wären deutlich höher, als wir sie zuletzt gewohnt waren. Zudem bleibt die Unsicherheit, ob bei einem neuerlichen plötzlichen Corona-Ausbruch in Grenzen nicht wieder blitzartig geschlossen werden und der Reisende im Ausland festsitzt. Mehrere deutsche Politiker kündigten bereits an, dass es eine zweite Evakuierungs-Luftbrücke nicht geben wird. Nein, die Zeichen für Fernreisen sehen in den nächsten Monaten und Jahren nicht gut aus. Das Einzige, was unserer Reiselust entgegen kommen könnte, wäre, wenn das Coronavirus durch sommerliche Temperaturen den Garaus gemacht werden würde. Ein Impfstoff steht wohl frühestens nächstes Jahr zur Verfügung.

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