DJI Mavic Air 2-Unboxing und Praxistest

Endlich ist sie da, die heiß ersehnte Kameradrohne, die das Modell ersetzt, welches mir im Januar am Fuego davon geflogen ist. Da es absehbar war, dass der Nachfolger der Air 1 bald auf den Markt kommt, habe ich 3 Monate gewartet. Schon die technischen Daten der Air 2 lesen sich beeindruckend und lassen das Vorgängermodell richtig alt aussehen. Die Liste der Neuerungen ist lang. Neben einem wertigeren, aber auch schwereren Gehäuse, dass ehr an die Mavic Pro erinnert, denn an die Air 1, ist die wichtigste Neuerung des Fluggeräts das Fernsteuerungssystem nebst Bildübertragung: Anstatt WIFI zu verwenden, kommt nun das OcuSync 2.0-Übertragunssystem der große Mavic Pro 2 zum Einsatz. Als Reichweite werden bis zu 10 km (FCC-System) angegeben. Dies gilt für die USA. In Europa wird die Sendeleistung gedrosselt, so dass noch 6 km möglich sein sollen. Erfahrungsgemäß werden solche theoretischen Werte in der Praxis selten erreicht, doch wenn die tatsächliche Reichweite der Air 2 nur bei 3 km liegen sollte, wäre das eine enorme Steigerung gegenüber dem Vorgängermodell. Die Air 1 konnte ich im außereuropäischen Ausland (FCC-Sendeleistung) bis auf maximal 1,3 km Entfernung fliegen. In Deutschland war meistens bei 350 m Schluss. Das lag nicht nur an den hiesigen Sichtflug-Bedingungen, sondern auch am Abriss des Signals.

Die 2. wichtige Neuerung der Mavic Air 2 liegt in den Details der Kamera: der Sensor ist mit 1/2 Zoll größer und kann in 2 verschiedenen Foto-Auflösungen gefahren werden. Die Standard-Auflösung liegt bei 12 MP. Sie wird aus dem Zusammenschluss von je 4Pixeln des 48 MP-Sensors generiert, indem man sich eines Quad-Bayer Filters bedient. Will man 48 MP-Fotos schießen, benötigt man schon gute Licht-Bedingungen. Auf der Videoseite glänzt die Kamera mit 4k Auflösung und einer Bildrate von 50 Bildern pro Sekunde. Zudem können auch 2,7K und Full-HD Videos geschossen werden. Hier sogar in Zeitlupe. Soviel zur Theorie.

Wie sich die Drohne in der Praxis schlägt werde ich hier in den nächsten Tagen berichten. Von besonderem Interesse für einen Vulkanfilmer sind Dynamikumfang und Low-Light-Verhalten. Hier haperte es bei der Mavic Pro. Neben geringer Lichtempfindlichkeit des kleinen Sensors stellte die geringe Datenrate der Aufnahmen ein Problem dar. Bei 70 Mbits kam es in dunklen Bildbereichen schnell zur Bildung von Artefakten, selbst bei niedriger Iso-Zahl. Die Air 1 schaffte es auf 100 Mbits und hatte weniger Probleme mit Artefakten, fing aber genauso schnell an zu Rauschen. Die Air 2 schafft 120 Mbits und dass sogar im relativ neuen Codec h.265. Hier bin ich auf die Resultate gespannt.

Erster Testflug

Einen ersten kurzen Testflug absolvierte ich im heimischen Garten. Die Mavic Air 2 surrte erfreulich leiste los. Das liegt an den neuen Propellern, die an ihren Enden kleine Winglets haben. Damit ist ein großer Kritikpunkt der Air 1 kompensiert worden. Das Vorgängermodell surrte wie eine wild gewordene Hornisse und war hörbar, bevor man sie sah. Nichts für Aufnahmen im vulkanischen Sperrgebieten. Die Air 2 hob souverän vom Boden ab und schwebte extrem stabil auf der Stelle. Sie reagiert sehr sensibel auf die Fernsteuerung und lässt sich wunderbar feinfühlig steuern. Einzig das Gepiepe der Abstandssensoren nervte ein wenig, aber vielleicht lässt sich das Abstellen. Ob mir das gelingt, lest ihr im nächsten Update. Dann will ich auch ein paar low-light Aufnahmen präsentieren.

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