Bodensee: Größter See Deutschlands

Der Bodensee liegt im Süden Deutschlands und ist der größte See der Republik und der 3. größte See Europas, zumindest, wenn man das Wasservolumen zum Maßstab nimmt. Sein Becken ist mit 48,5 Kubikkilometer Wasser gefüllt und hat eine Länge von fast 70 Kilometern. Deutschland teilt sich die Küsten des Sees mit den Nachbarländern Österreich und Schweiz.

Der Bodensee besteht eigentlich aus 2 Seen, die nur durch einen schmalen Flussabschnitt miteinander verbunden sind. Der Fluss ist der Rhein. Er entspringt als Alpenrhein in den Schweizer Alpen. Als Hochrhein verlässt er den See. Die beiden Seen werden werden Obersee und Untersee genannt, wobei letzterer der kleinere ist. Das Becken des Sees ist nur bedingt ein Relikt der letzten Kaltzeit, die vor ca. 10.000 Jahren endete. Seinen Ursprung findet die Senke in der Alpenorogenese und entstand durch tektonische Prozesse während der Erdzeitalter Jura und Tertiär. Die retrograde Erosion des Rheins und die Wirkung der Gletscher veränderten das Becken. Offiziell gilt der Bodensee als ein Gletscherrandsee der Würmeiszeit. Der Rheingletscher vertiefte das Becken und füllte es mit Wasser. Die Zukunft des Bodensees ist allerdings so gut wie besiegelt: irgendwann wird er mit Sedimenten aufgefüllt und verlandet.

Doch bis es soweit ist, ist der Bodensee ein beliebtes Urlaubsziel und zählt zu den attraktivsten Destinationen Deutschlands. Das erkannten auch schon die Menschen der Stein- und Bronzezeit, die den See intensiv nutzten. Es gab sogar Siedlungen, die im Wasser auf Pfählen errichtet wurde. Repliken der Pfahlbauten sind heute in einem Freilichtmuseeum zu besichtigen.

In historischen Zeiten wuchsen an den Ufern des Bodensees bedeutende Handelsstädte heran, die bereits zu römischen Zeiten einen Namen hatten und von den Kelten im 2. vorchristlichen Jahrhundert gegründet wurden. Gemeint sind Konstanz und Bregenz. Beide Städte verloren zwar ihre Bedeutung als Handelsstädte, dafür gewannen sie an kulturelle Bedeutung. Diesbezüglich ist besonders das österreichische Bregenz hervorzuheben, dass aufgrund seiner Bodenseebühne weltbekannt ist. In 2-jährigem Wechsel werden hier klassische Stücke vorgeführt.

Von geschichtlicher Bedeutung ist auch die Stadt Friedrichshafen: in den dortigen Werften wurden keine Seeschiffe hergestellt, sondern Luftschiffe. Der berühmte Zeppelin Hindenburg entstammt den Luftfahrtpionieren des Bodensees.

Mehrere Inseln ragen aus den Fluten des ehemaligen Gletschersees. Schön sind sie allesamt, doch nur eine darf sich mit dem Siegel als Weltkulturerbe der Unesco schmücken: die Rede ist von der Klosterinsel Reichenau. Doch bei Urlaubern bekannter ist die Blumeninsel Mainau. Die Altstadtinsel von Lindau dürfte keinen geringeren Bekanntheitsgrad haben.

Betrachtet man manche Flachwasserregion des Bodensees aus der Luft, wähnt man sich ehr in die Karibik versetzt, als ins süddeutsche Alpenvorland: Azurblau ist dort die dominierende Farbe. Doch das war nicht immer so! Mitte der 1980-iger Jahre war der Badespaß im Bodensee getrübt: ein viel zu hoher Phosphoreintrag hatte das ökologische Gleichgewicht gekippt und viele

Fischarten standen kurz vor dem Aus. Doch rigorose Umweltauflagen sorgten dafür, dass das Wasser deutlich sauberer geworden ist und sich die Bestände an Blaufelchen, Seeforellen und Saiblingen wieder erholten.

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