Wie Vulkane beobachtet und erforscht werden

Die Beobachtung von Vulkanen ist die Aufgabe der Vulkanologen. Das sind Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten naturwissenschaftlichen Bereichen wie Chemiker, Physiker, Mineralogen und Geologen. Um Vulkanologe zu werden, musst du eines dieser Fächer an einer Universität studieren. In Ländern, in denen es aktive Vulkane gibt, kann man auch direkt Vulkanologie studieren.
Ziel der Vulkanologen ist es, das Verhalten der Vulkane vorhersagen zu können, um Menschen, die in ihrer Nähe wohnen, vor einem Ausbruch zu warnen.
Der Vulkanologe sammelt Proben vulkanischer Gesteine, Gase und Wässer aus Kraterseen, um sie im Labor zu untersuchen. Dazu benutzt er häufig ein Mikroskop. Er erstellt eine geologische Karte von dem Vulkan und versucht seine Eruptionsgeschichte zu rekonstruieren. Dann beobachtet er die Aktivität des Vulkans.
Zur Vulkanbeobachtung stehen den Vulkanologen verschiedene Werkzeuge zur Verfügung:

Thermometer

Zur Temperaturmessung von austretender Lava wird ein spezielles Thermometer benutzt, dass die extrem hohen Temperaturen (bis 1400 °C ) aushält. Die Messsonde dieses Thermometers besteht aus einem speziellen Metall. Ein normales Thermometer würde bei diesen Temperaturen schmelzen.

Wärmebildkamera

Anstelle eines Thermometers kann man zur Temperaturmessung auch eine Wärmebildkamera benutzen. Diese hat den Vorteil das man nicht so nahe an die heiße Lava ran muss. Die Wärmebildkamera zeigt zudem ein Foto, oder ein Video auf der man die Temperaturverteilung sehen kann.

Vulkanologen
Bild: Vulkanologen bei der Arbeit. © Geonet

Seismometer

Mit einem Seismometer werden Erdbebenwellen registriert. An Vulkanen entstehen solche Schwingungen, wenn Magma aus größeren Tiefen aufsteigt.

Tiltmeter

ist ein Gerät ähnlich einer Wasserwaage. Ein Tiltmeter misst die Hangneigung eines Vulkans. Steigt Magma in die Magmakammer bläht sich der Vulkan wie ein Hefeklos auf. Dabei werden seine Hänge etwas steiler.

Spektrometer

Ein Spektrometer misst die Gaszusammensetzung und die Konzentration der Gase, die aus einem Vulkan strömen. Bei einer Änderung der Werte, ändert sich auch häufig das Verhalten des Vulkans.

Satelliten und Drohnen

Seit einiger Zeit werden Vulkane auch durch Satelliten vom Weltraum aus beobachtet und vermessen. Alternativ kann auch eine Drohne oder ein kleines ferngesteuertes Flugzeug aus dem Modellbau eingesetzt werden, um diverse Informationen über Vulkane zu sammeln. Nicht realisierbare Fotos und Filmaufnahmen können auf diese Weise ermöglicht werden. Für Vulkanologen sind solche Aufnahmen hilfreich, um Näheres über den Vulkan zu erfahren. So flog beispielsweise im Jahr 2015 eine Drohne in den aktiven Ambrym-Schildvulkan in der südpazifischen Vanuatu-Inselgruppe und filmte beeindruckende Bilder. Ein Betreten des Vulkans ist lebensgefährlich, doch die Aufnahmen der Drohne ermöglichte den Forschern, eine 3D-Abbildung des Kraters zu erstellen.


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