Historische Eruptionen: 1616 und 1776 Nur sporadische Überlieferungen. Keine heftigen Ausbrüche 1.Februar 1814 Sehr heftiger Ausbruch, durch den viele der am Berg liegenden Ortschaften zerstört wurden. Besonders hart traf es das Dorf Cagsawa, im Südwesten des Vulkans, das durch heiße Lahars, in denen ca. 1.200 Menschen umkamen, begraben wurde. Der zur Hälfte verschüttete Kirchturm des Orts ragt noch heute als stummes Mahnmal an die Geschehnisse aus dem Boden hervor. Erst relativ spät wurde klar, daß die bei der Eruption ausgestoßenen Schwefelgase auch zur Abkühlung des Weltklimas, beigetragen haben. Aufgrund der Analyse von Gasemissionen weiterer großer Vulkan-eruptionen (St. Helens, USA [1980], El Chichon, Mexico [1982], Redoubt, USA, [1989], Pinatubo (Philippinen [1991]) weiß man, daß vor allem die Aerosolschleier der Schwefelgase sehr lange in der Stratosphäre verweilen und eine Filterwirkung in Bezug auf die Sonnenenergie haben. Dies gibt zu der Spekulation Anlaß, daß nicht nur der Tambora-Ausbruch vom April 1815 für das sogenannte "Jahr ohne Sommer" in der nördlichen Hemisphäre verantwortlich ist, sondern auch die Eruption des Mayon 1814 hierzu in nicht geringem Umfang beigetragen hat. Weitere historische Eruptionen waren folgende: 1897 (sehr heftig), 1900, 1902, 1928 (sehr heftig), 1938, 1939, 1941, 1943, 1947, 1968 (heftig), 1978, 1984, 1993 (heftig). Bei der zuletzt genannten Eruption wurden 73 Bauern, die an den Hängen des Vulkans ihre Felder pflügten von einer Glutwolke erfaßt und getötet. Jüngste Aktivität 22.Juni 1999 Die jüngste Ausbruchsserie des Mayon wird von einer phreatischen Explo-sion eingeleitet. Die Eruptionswolke steigt rund 5 Kilometer über dem Krater auf. PHIVOLCS verhängt noch kein "off limit" für die am stärksten gefährdete 7-Kilometer-Zone rund um den Vulkan. Dennoch ist der Berg weiterhin seismisch aktiv mit Episoden harmonischer Tremors. Die Schwefeldioxidemission steigt auf 4000 metrische Tonnen pro Tag. 22. September 1999 Eine erneute phreatische Eruption des Vulkans treibt 1.500 Menschen zur Flucht. Aus Furcht vor einer möglichen großen Eruption bereiten Katas-trophenschutz und PHIVOLCS die Evakuierung des Gebietes vor. 12 Februar 2000 Im Krater des Mayon beginnt ein Lavadom zu wachsen. Da vom Lavadom immer wieder große Blöcke abbrechen, sind Felsstürze auf der oberen SW-Flanke zu beobachten. 22.Februar 2000 Durch den Druck der Staukuppe bricht der Kraterrand schließlich durch. Glutlawinen stürzen auf der SO-Flanke zu Tal. Gleichzeitig beginnt ein kleiner Lavastrom zu fließen. 23. Februar 2000 PHIVOLCS verhängt eine "off-limits-Zone" von 7 Kilometern an der Südostflanke und von 6 Kilometern für den Rest des Berges. Die Evakuierung der Bevölkerung beginnt. Um 22.06 Uhr beginnt der Mayon weißglühende Gesteinsbrocken auszustoßen. Niederfrequente Beben setzen um 22.17 Uhr ein und dauern bis 23.26 Uhr. Harmonische Tremors setzen ein, gleichzeitig stößt der Mayon eine Lavasäule aus, die 50 Meter über den Gipfel des Lavadoms aufsteigt. Der Katastrophenstatus wird am 24.Februar 3.00 Uhr auf Stufe 4 heraufgesetzt (gefährliche Eruption innerhalb von Tagen wahrscheinlich). 24. Februar 2000 Um 08.29 Uhr wälzt sich ein pyroklastischer Strom über die Südostflanke durch den Bonga-Gully (das heißt die Aufstiegsroute von SO!) zu Tal und erreicht eine Distanz von 7,2 Kilometern vom Krater. Der Katastrophenstatus wird am auf Stufe 5 heraufgesetzt (gefährliche Eruption im Gange). 25.000 Menschen werden evakuiert. Der SO²-Ausstoß wächst auf 4.070 - 5.700 metrische Tonnen/Tag an und erreicht am Morgen des 25. Februar den Wert von 13.500 Tonnen. 26. und 27. Februar 2000 Heftige Explosionen sind zu vernehmen. Glühende Fragmente werden bis in eine Höhe von 500 Metern über den Kraterrand geschleudert. Diese Serie hält bis zum 01. März an. 28. Februar 2000 Die Eruptionssäule steigt 10 Kilometer über den Kraterrand auf und produ-ziert während ihres Kollabierens eine Glutwolke, die wiederum nach SO abgeht und den Mabinit-Kanal erreicht. 29.Februar 2000 Die Höhe der Eruptionssäule erreicht 14 Kilometer. 1.März 2000 Durch sehr heftige Explosionen werden hausgroße, glühende Blöcke aus dem Berg geschleudert. Die Ortschaften auf der SW-Seite des Berges, vor allem das Dorf Guinobatan, haben stark unter den Aschefällen zu leiden. Zeitweise herrscht völlige Finsternis. Insgesamt werden 63.000 Menschen evakuiert. 2.März 2000 Die SO²-Emission verstärkt sich wiederum und erreicht den Spitzenwert von 14.500 Tonnen pro Tag. Sie verringert sich bis zum 7.März bis auf 3.900 Tonnen pro Tag. 7.März 2000 Um 07.46 Uhr reißt ein großes Reservoir frischer Lava auf der SO-Seite ab und bildet einen sekundären pyroklastischen Strom. Bis zum 09.März ist ein intensives Glühen im Kraterbereich zu beobachten, gleichzeitig fließt Lava in beachtlichen Mengen aus. 8. März bis 31.März 2000 Der Mayon beruhigt sich allmählich. Nur noch sporadisch fließt Lava aus. Einige sekundäre Glutlawinen sind dennoch zu beobachten. 1.April 2000 PHIVOLCS reduziert die Katastrophenwarnung auf Stufe 2 (Die Wahr-scheinlichkeit einer gefährlichen Eruption ist minimal). Die off-limits-Zone von 7 Kilometern rund um den Berg bleibt vorerst bestehen. (Alle Angaben zur rezenten Tätigkeit des Mayon nach www.stromboli.net sowie GLOBAL VOLCANISM NETWORK der Smithsonian Institution, Washington DC, USA, Vol. 24, Nr. 6/1999 und Vol. 25, Nr. 2 und 4/2000). |
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