Sakurajima


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 Steckbrief: Sakurajima


Lage: 31.58°N   130.67°E, Japan
Höhe: 1117 m
Art: Somma-Vulkan
Typ: Subduktionszonen-Vulkan
Petrographie: Andesit, Dazit
Ausbruchsart: Strombolianisch, vulcanisch, Lavaflüsse
Status: daueraktiv
 
 Links
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 Sakurajima: Der Kirschblüteninsel-Vulkan

Der Vulkan Sakurajima (Sakura-jima) liegt ganz im Süden des japanischen Inselarchipels, genauer, auf der Insel Kyushu. Der Vulkan bildet eine Halbinsel in der Bucht von Kagoshima. In der gleichnamigen Stadt, die dem Vulkan in 8 Kilometern Entfernung gegenüber liegt, leben ca. 500.000 Menschen. Da der Sakurajima zu den explosiven Subduktionszonen-Vulkanen gehört, geht von ihm ein erhebliches Gefahrenpotential für die Anwohner von Kagoshima aus. Die Situation hier erinnert an den Vesuv im Golf von Neapel. Selbst der Umriss des Sakurajima hat Ähnlichkeiten mit dem Vulkan in Süditalien; offiziell als Stratovulkan geführt ist der Sakurajima ehr ein Sommavulkan.

Tatsächlich wird der Alltag der Menschen in Kagoshima stark vom Rhythmus des Vulkans beeinflusst. Der Vulkan ist daueraktiv und speit meistens mehrmals am Tag Aschewolken aus, die in Abhängigkeit von der Windrichtung auch über die Stadt driften und abregnen. Staubmasken und Schutzbrillen gehören wie der Regenschirm zur Standardausstattung der Menschen dort. Die Kinder lernen in der Schule Notfallmaßnahmen, falls sich ein größerer Ausbruch ereignen sollte. Um den Vulkan herum wurden Betonkanäle und Blockaden errichtet, um die gefährlichen Lahare (Schlammströme) und Pyroklastischen Ströme umzuleiten, die es hier reichlich gibt.

Sakura-jima

Der letzte wirklich große Ausbruch fand am Sakurajima 1914 statt. Bis zu diesem Zeitpunkt befand sich der Vulkan noch auf einer Insel. Austretende Lava schuf eine Landbrücke zum Norden der Bucht und verband so die „Kirschblüteninsel“ mit Kyushu. Die nahe Stadt wurde mit Asche bedeckt und zahlreiche Dächer stürzten ein. Der Ausbruch hatte einen VEI 4. Um eine Stufe stärker waren die Eruptionen, die sich zwischen 1471 und 1476 ereigneten. Diese Ausbrüche dürfen allerdings vergleichsweise schwach gewesen sein, betrachtet man die Eruptionen, die vor 22.000 Jahren zur Bildung der Aira-Caldera führten, die den Nordteil der Bucht von Kagoshima bildet. Aus dieser Zeit stammen die voluminösen Ignimbrit-Ablagerungen von Ito; die Hinterlassenschaft eines gigantischen Pyroklastischen Stroms. Vor 13.000 Jahren entstand in dieser Caldera der Sakurajima. Er ist also ein Jüngling im Vulkangeschäft. In dieser kurzen Zeit brachte es der Vulkan auf eine Höhe von 1117 Metern.

Der Gipfelkrater Kita-dake stellte seine Aktivität bereits vor 4850 Jahren ein. Seitdem sind zwei neue Krater (Minami-dake und Showa-dake) entstanden, die ein wenig unterhalb des Gipfels auf der Flanke des Vulkans liegen.

In den letzten Monaten machten die Eruptionen des Showa-dake von sich Reden, da in den 2 bis 3 km hoch aufsteigenden Aschewolken häufig Blitze beobachtet und fotografiert wurden. Diese vulkanischen Gewitter sind verhältnismäßig selten zu beobachten, das sie meistens nur bei großen Eruptionen entstehen.

Bis zum 22. Juni 2010 zählte das Vulkanologische Observatorium Sakurajima für das laufende Jahr 549 explosive Eruptionen; damit übertrumpft der Vulkan seine bisherige Bestleistung von 548 Eruptionen für das Jahr 2009. Der Sakurajima befindet sich in einer äußerst aktiven Phase. Die Eruptionen können per LiveCam beobachtet werden.


Eine Aschewolke steigt im Februar 2010 vom Sakurajima auf.   © NASA

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