Steckbrief: Taal


Lage: 14.00 N, 120.59 E, Philippinen
Höhe: 400 m
Art: Caldera-Vulkan
Typ: Subduktionszonen-Vulkan
Petrographie: Andesit
Ausbruchsart: Plininaisch, Pyroklastische Ströme, Phreatisch, Strombolisch
Status: "yellow"
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 Der Taal-Vulkan auf den Philippinen

Der Taal Vulkan liegt auf der philippinischen Hauptinsel Luzon, in nur 50 Kilometern Entfernung zu Manila. In dem Ballungsgebiet der philippinischen Hauptstadt leben mehr als 21 Millionen Menschen und für sie stellt der hochexplosive Subduktionszonen-Vulkan eine potentielle Bedrohung dar.
Der 400 Meter hohe Taal-Vulkan liegt in einer Caldera mit einem Durchmesser von 25 x 30 Km. Sie entstand in einer hochexplosiven Phase des Vulkans die sich in der Zeitspanne zwischen 140.000 und 7.380 Jahren vor Heute ereignete. In der Literatur gibt es über den Zeitraum der Caldera-Entsteheung unterschiedliche Angaben. Einige Quellen berichten davon, dass die Caldera-Entstehung in einem Zeitraum zwischen 1.000.000 und 500.000 Jahren vor heute statt fand.
Mächtige Ignimbrit-Schichten deuten darauf hin, dass pyroklastische Ströme weit über das heutige Stadtgebiet von Manila hinaus strömten. Insofern weist die Caldera Ähnlichkeiten mit dem Yellowstone-Vulkan auf. Ob sich zu dieser Zeit eine sogenannte Supervulkan-Eruption ereignete ist unklar, die Größe der Caldera lässt aber zumindest die Vermutung aufkommen, dass die Eruption mindestens einen VEI 7 hatte.
In der Caldera bildete sich ein See und in einem späteren Stadium entstand in diesem See eine neue Vulkaninsel, der heutige Taal-Vulkan.
Die neue Vulkaninsel ist 23 Quadratkilometer groß und Eruptionen produzierten 47 Krater und kleinere Kegel. Im Hauptkrater des Taal-Vulkans entstand ein 2 km durchmessender Kratersee, in dem sich wiederum ein kleiner Schlackenkegel bildete. Dieser Schlackenkegel wird "Vulcan Point" genannt. Somit bietet die Taal-Caldera ein verschachteltes Insel-See-Insel-See-Insel-System.
Seit 1572 sind 33 Ausbrüche bekannt geworden. Die stärksten Eruptionen ereigneten sich 1754 und 1911. Die jüngste eruptive Phase dauerte von 1965 bis 1977.
Die Eruption von 1754 ereigneten sich zwischen Mai und Dezember. In dieser Zeit gab es mehrere paroxysmale Eruptionen die viel Tephra förderten und einige Fischerdörfer am See unter Asche begruben.
Bei der Eruption von 1911 verloren mehr als 1300 Menschen ihr Leben. Vulkanische Asche regnete über Manila nieder. Auch während der jüngsten Eruptionsphase gab es über 100 Tote, als pyroklastische Ströme Dörfer am Seeufer zerstörten.
Seit den 1990iger Jahren gab es öfters Perioden mit steigender Bebentätigkeit und erhöhten Wassertemperaturen, die auf die Intrusion von Magma im Untergrund deuteten.

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In der jüngsten Vergangenheit wurden 2 dieser Phasen beobachtet. Die erste begann am 26. April 2010 mit der Zunahme der seismischen Aktivität. Bis zum 24. Mai erhöhte sich die Wassertemperatur des Sees um 3 Grad und der Gasausstoß der Fumarolen nahm zu, genauso wie die Grunddeformation. Hier blähte sich der Vulkan um 3 mm auf. Das "Philippine Institute of Vocanology and Seimsmology" erhöhte daraufhin die Warnstufe auf Level 2. Das Betreten des Inselvulkans wurde verboten.
Die 2. Phase begann am 08.04.2011. Die Seismik unter dem Vulkan stieg an. Innerhalb von 24 Stunden ereigneten sich 21 Erdbeben. Einige davon direkt unter dem "volcano point". Einige Beben lagen in Tiefen zwischen 1-4 km. Zudem erhöhte sich der Kohlendioxid-Ausstoß um das 4 Fache auf über 4600 Tonnen am Tag.Wiederum wurde der Zugang zum Vulkan gesperrt.
Aufgrund des hohen Gefahrenpotentials durch die unmittelbare Nähe des Vulkans zur Hauptstadt, zählt der Taal zu den am besten beobachteten Vulkanen der Welt.