Vulkane.net

  • Newsblog
  • Schüler
  • Reportagen
    • Fogo
    • Sinabung
    • Kamtschatka 2012
    • Batu Tara
    • Merapi 2010
    • Eyjafjallajökull
    • Soufrière Hills
    • Anak Krakatau
    • Erta Alé
    • Ol Doinyo Lengai
  • Vulkane
    • Ätna
    • Batu Tara
    • Bromo
    • Campi Flegrei
    • Erta Alé
    • Eyjafjallajökull
    • Fogo
    • Kawah Ijen
    • Kilauea
    • Krakatau
    • Merapi
    • Nyiragongo
    • Piton Fournaise
    • Sakura-jima
    • Santorin
    • Sinabung
    • Soufrière Hills
    • Stromboli
    • Vesuv
    • Yellowstone
  • Vulkanologie
    • Beobachtung
    • Gase
    • Geothermie
    • Geysire
    • Krater & Caldera
    • Lahar
    • Lavadom
    • Magma & Lava
    • Mantelplume & Hot Spot
    • Postvulkanismus
    • Pyroklastische Ströme
    • Supervulkane
    • Tephra & Pyroklastika
    • Tremor und vulkanische Erdbeben
    • Unterwasservulkane
    • Vulkanexplosivitätsindex
    • Vulkanausbruch & Asche
    • Vulkangefahren
    • Vulkanische Blitze
    • Vulkanischer Winter
  • Vulkanregionen
    • Afrika
    • Great Riftvalley
    • Kanarische Inseln
    • Europa
    • Cheb-Becken
    • Island
    • Italien
    • Vulkaneifel
    • Mittelamerika & Karibik
    • Costa Rica
    • Pazifischer Feuergürtel
    • Indonesien
    • Kamtschatka
    • Neuseeland
    • Vanuatu
  • Vulkanreisen
    • Reisetipps
    • Vorbereitungen
    • Trekkingausrüstung
    • Vulkanbesteigungen
    • Fototipps
  • Mehr
    • Bildergalerien
    • Englisch
    • Links
    • Seiteninformationen
    • Weltblick
      • Arches Nationalpark
      • Erdbeben
      • Erdbeben in Deutschland
      • Erdbeben in Haiti
      • Klimawandel
      • Nordlichter
      • Plattentektonik
      • Tsunamis
    • Wörterbuch

Die Phlegräischen Felder - Supervulkan im Golf von Pozzuoli

Die Phlegräischen Felder (Campi Flegrei = brennende Felder) beinhalten ein Vulkanfeld in dem in den letzten 39.000 Jahren zahlreiche Vulkane aktiv waren. Erst verhältnismäßig spät wurde bekannt, dass es sich bei den Phlegräischen Feldern um eine Caldera handelt, die einen Durchmesser von 15 x 12 Kilometer hat. Die Phlegräischen Felder liegen im Golf von Pozzuoli und nur ca. 4 km Luftlinie vom Stadtzentrum Neapels entfernt. Einige Wissenschaftler halten die Campi Flegrei für einen Supervulkan, dessen Eruptionen weltweite Auswirkungen haben können.

Die Supervulkan-Eruption der Phlegräischen Felder

Die ältesten Spuren vulkanischer Ablagerungen in der Gegend der Campi Flegrie sind gut 2 Millionen Jahre alt. Diese Gesteinsschichten wurden in Bohrungen aufgeschlossen. Das jüngste anstehende vulkanische Gestein wurde vor 60.000 Jahren gefördert.
Vor 39.000 Jahren (manche Quellen geben 36.000 Jahre an) kam es zum gewaltigsten Ausbruch der Campi Flegrei, in dessen Folge die Caldera entstand. Die Eruption mit einem VEI 7 - 8 förderte zwischen 100 und 150 Kubikkilometer trachytische Tephra und es lagerten sich die Campanischen Ignimbrite ab. Diese Tuffschicht ist in weiten Teilen Kampaniens zu finden. Weite Landstriche wurden zerstört und die globalen Durchschnittstemperaturen fielen. Einer neuen Hypothese zufolge, könnte dieser Ausbruch der Anfang vom Ende des Neandertalers gewesen sein.

In der Zeit nach diesem Ausbruch kam es zu einer Serie kleinerer Vulkanausbrüche, die sich hauptsächlich entlang des Caldera-Randes konzentrierten. Einige Eruptionszentren lagen im heutigen Stadtgebiet von Neapel.

Vor 15.000 Jahre ereignete sich ein weiterer großer Ausbruch, der ca. 30 Kubikkilometer Tephra förderte und einen VEI 7 hatte. Es bildete sich der sogenannte "Gelber Neaoplitanischer Tuff"

Campi Flegrei
Solfatara
Fumarole Solfatara

Der Vulkanausbruch der Solfatara

Über die nächsten Jahrtausende ereigneten sich einige eruptive Phasen mit Ausbrüchen innerhalb der Caldera. Diese eruptiven Phasen wurden von Pausen unterbrochen, die Jahrhunderte, bis Jahrtausende dauerten. Eine der letzten größeren Ausbruchsphasen fand in der Zeit zwischen 4800 und 3800 Jahren vor heute statt. Nordöstlich Pozzuolis öffneten sich zahlreiche Förderschlote und ein großer Krater entstand, indem sich heute der See Avernus befindet. Insgesamt kam es in dieser Eruptionsphase zu 16 explosiven- und 4 effusiven Eruptionen.

In historischen Zeiten gab es in den Phlegräischen Feldern 2 Eruptionen. Im Jahr 1158 brach bei Pouzzuoli die Solfatara aus und im Jahr 1538 entstand der bisher jüngste Vulkankegel Monte Nuovo. Er ist der letzte von mehr als 50 Vulkankratern die sich in den Phlegräischen Feldern bildeten.

Beeindruckend, weil für Jedermann sichtbar, sind die Spuren des Vulkanismus in der Solfatara. Sie entstand vor ca. 4000 Jahren. Der Krater hat einen Durchmesser von 770 Metern und öffnet sich in Richtung Golf von Pozzuoli. Mehrere Schlammpools brodeln im Krater und Fumarolen fördern über 200 Grad heiße Schwefeldämpfe; Schritte klingen hohl.

Der Bradyseismos der Campi Flegrei

Dass der Untergrund alles andere als stabil ist und sich hier noch einiges bewegt, beweist das Phänomen des Bradyseismos. Besonders entlang der Küste im Golf von Pozzuoli hebt und senkt sich die Erde um bis zu 3 Metern. Zu Zeiten der alten Römer waren die Erdbewegungen so stark, dass das alte Marcellum bis unter den Meeresspiegel sank; die Spuren von Bohrmuscheln an den antiken Säulen sind Beweis dafür.

bardarbunga
Diese Erdbewegungen finden phasenweise statt und werden von Erdbeben begleitet. Zwischen 1969 und 1972 und dann noch einmal zwischen 1982 und 1984 gab es 2 solcher Phasen, bei denen sich die Küste um 1.8 Meter hob und senkte. Mehr als 10.000 leichte Erdbeben fanden in diesen Phasen statt. Zahlreiche Gebäude der Altstadt von Pozzuoli wurden stark beschädigt und mussten aufwendig renoviert werden. Neueren Forschungsergebnissen zufolge wird der Bradyseismos durch das Eindringen von Fluide im Untergrund der Caldera hervorgerufen. In den Jahren 2000 und 2001 kam es zu einer Anhebung des Untergrundes um 90. Zentimeter und zu einer seismischen Krise; das INGV stand kurz davor Evakuierungsempfehlungen auszusprechen, weil ein neuerlicher Vulkanausbruch befürchtet wurde. Von so einer Eruption wären heute Tausende Menschen betroffen; in der Caldera gibt es zahlreiche Siedlungen und selbst am Kraterrand der Solfatara stehen Wohnblocks.

Heutige Folgen einer Supervulkan-Eruption bei Neapel

Obwohl der Vesuv als der Schicksalsberg Neapels gilt, hätte eine Supervulkaneruption der Phlegräischen Felder weitaus dramatischere Folgen für das Ballungsgebiet im Golf von Neapel, als jeder Ausbruch des 15 km entfernten Vesuv. Bereits ein Ausbruch mit einem VEI 7 würde mit hoher Wahrscheinlichkeit die Heimat von 4 Millionen Menschen zerstören. Ein Ausbruch der Stärke VEI 8 würde in Abhängigkeit von der Windrichtung sogar das 250 km entfernte Rom mit Asche bedecken. Die Aschewolke würde die Alpen überwinden und für Aschefallout in Deutschland sorgen. Der Flugverkehr über Europa käme zum Erliegen. So eine Katastrophe hätte fatale Folgen für die Weltwirtschaft.

Wenn man bedenkt, welch ein Flugchaos schon der vergleichsweise schwache Ausbruch des Eyjafjallajökull (in den ersten 3 Tagen wurden 0,14 Kubikkilometer Tephra gefördert) im Frühjahr 2010 verursachte, bedarf es nicht viel Fantasie, welche Auswirkungen ein Vulkanausbruch hätte, der mehr als das 1000 fache an Lava fördert und diese bis in die Stratosphäre bläst.

Im Herbst 2010 soll eine Explorationsbohrung abgeteuft werden. Die Vulkanologen möchten den Untergrund der Campi Flegrei bis in einer Tiefe von 4 km erforschen. Anwohner protestieren gegen dieses Vorhaben, weil sie fürchten, dass die Bohrung einen Ausbruch des Vulkans verursachen könnte.

Steckbrief

karte
Lage: 40.82 N 14.13 E, Italien
Höhe: 458 m
Art: Caldera
Typ: Subduktionszonen-Vulkan
Petrographie: Trachyt
Ausbruchsart: Plinianisch, vulcanisch, phreatisch

Links

» Artikel Bohrprojekt
» Fotogalerie
» Reisetipps

Anzeigen

© vulkane.net. All rights reserved. created by Marc Szeglat.

  • Impressum