Piton de la Fournaise



Steckbrief:

Lage: 21.23 S 55.71 E  La Réunion
Höhe: 2631 m
Art: Schildvulkan
Petrographie: Basalte (Olivin Tholeiit Basalt)
Ausbruchsart: Hawaiianisch
Letzter Ausbruch: 2007


Die Insel La Réunion liegt im Indischen Ozean über einem sogenannten Hot Spot, einer besonders heißen Stelle im Erdmantel, an der basaltische Schmelze bis in die Erdkruste steigt. Die Ozeanische Platte driftet über den stationären Hot Spot und hinterläßt eine Vulkankette. Auf Réunion sind es der erloschene Piton des Neiges und der aktive Schildvulkan Piton de la Fournaise (= Glutofen). Der Glutofen ist ein recht junger Vulkan, dessen Bildung vor ca. 360.000 Jahren begann. An seiner Basis misst er 50 Kilometer im Durchmesser und an seinem Gipfel formierten sich 2 ineinander geschachtelte Calderen. Die äußere Caldera heißt "Rempart", in ihr liegt die "Enclose Fouque". Dieser innere Einsturzkrater hat einen Durchmesser von 13 x 8 Kilometer und ist zum Meer hin offen. So hat sie die Gestalt eines Hufeisens. Der offene Hang zum Ozean umschließt ein Gebiet, dass "Grand Brulé" genannt wird. Das "Grand Brulé" ist häufig Schauplatz großer Spalteneruptionen. Hier herunter fliessen die Lavaströme Richtung Meer. In der "Enclose Fouque" befindet sich auch der Gipfelkegel mit den beiden Kratern Dolomieu und Bory. Im April 2007 gab es eine Reihe von Erdrutschen, in deren Folge die beiden Krater verschmolzen. Im Krater kann es zu strombolianischen Eruptionen kommen. Im Bereich des Gipfelkegels können aber auch Spalten aufgehen, Lavaströme austreten und sich Parasitärkegel bilden.
Der tholeitische Basalt, der besonders bei großen Spalteneruptionen gefördert wird ist oft besonders reich an Olivinkristallen und wird "Ozeanit" genannt. Der Piton de la Fournaise zählt zu den aktivsten Vulkanen der Welt. Seit dem 17. Jahrhundert ist er mehr als 160 mal ausgebrochen. Normalerweise sind die Ausbrüche innerhalb der Caldera recht ungefährlich, doch gelegentlich öffnen sich auch Spalten am Vulkanhang ausserhalb der Calderaränder. Dann können Lavaströme in bewohnte Gegenden fließen und Ortschaften bedrohen. 1977 zerstörte einer dieser Lavaströme Häuser im Ort Sant Rosé und schloß die Kirche teilweise ein, ohne sie zu zerstören.



Chronik eines Ausbruchs.


Schon seit Anfang des Jahres 1998 mehrten sich die Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch. Der Berg schwoll wie ein Hefeklos an, weil Magma aufstieg. Gleichzeitig nahm auch die Erdbebenhäufigkeit zu. Am Samstag dem 7. März wurden erste Warnungen ausgesprochen. Am Sonntag dem 8.März begann eine seismische Krise. Es wurden über 1000 Erdbeben in der Stunde registriert. Die Vulkanologen schlugen nun endgültig Alarm. Der Ausbruch stand unmittelbar bevor. Am Montag um 15.05 Uhr setzte der Tremor, ein beständiges Beben und Zittern der Erde, ein. Das Magma war unterwegs! An der Flanke des Vulkans riß der Boden auf, ein Spaltensystem vom Gipfel des Fournaise bis zu einem Nebenkrater entstand. Auf einer Länge von 1 Kilometer schossen 50 Meter hohe Lavafontänen in die Luft. Nach einer Stunde schloß sich der größte Teil des Spaltensystems wieder. Am folgenden Tag konzentrierte sich die vulkanische Aktivität auf zwei Eruptionszentren. Ein Lavastrom floß Richtung Meer, allerdings ohne dieses zu erreichen. Am 11. März öffnete sich an der Nordwest-Flanke ein weiterer Spalt, der nur wenig Lava förderte. Seit Ende März ist nur noch der Krater Kapor aktiv. Der Krater Katja und Maurice Krafft (benannt nach dem 1991 am Vulkan Unzen verstorbenen Vulkanologenpaar) und der kleine Krater im Nordwesten, dampfen nur noch vor sich hin.






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