| Vulkane auf Island |
Eyjafjallajökull - Lage: 63.63°N 19.62°W, Höhe: 1666 m, Art: Caldera - Subglazial
Eldfell / Heimaey - Lage: 63.26°N 20.16°W, Höhe: 220 m, Art: Schlackenkegel
Grimsvötn - Lage: 64.42°N 17.33°W, Höhe: 1725 m, Art: Subglaziale Caldera
Hekla - Lage: 63.98°N 19.70°W, Höhe: 1,491 m, Art: Stratovulkan / Spaltenvulkan
Katla - Lage: 63.63°N 19.05°W, Höhe: 1512 m, Art: Caldera / Subglazial
Krafla - Lage: 65.73°N 16.79°W, Höhe: 650 m, Art: Caldera / Spaltenvulkan
Surtsey - Lage: 63.18°N, 20.36°W, Höhe: 154 m, Art: Schlackenkegel
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Island - Insel aus Feuer und Wasser |
Island liegt mitten im Nordatlantik, nur 287 km von Grönland entfernt und ist ungefähr so groß wie Bayern und Baden Württemberg zusammen. Politisch gehört die Vulkaninsel zu Europa, geografisch mehr zu Nord-Amerika und geologisch zu beiden Kontinenten. Die Nahtlinie zwischen Nord-Amerika und Europa verläuft mitten durch Island. Sie ist durch ein SSW-NNE streichendes Risssystem gekennzeichnet, an dem einige der aktivsten Vulkane der Insel liegen.
Unterseeisch setzt sich diese kontinentale Naht im Mittelatlantischen Rücken fort. An diesem unterseeischen Gebirgsrücken entsteht in einem geologischen Schöpfungsakt neue ozeanische Kruste. Es ist auch der Ort des "seafloor spreading", denn durch die Neubildung ozeanischer Kruste werden die Kontinentalplatten auseinander gedrückt. Die Kontinente wandern und die Distanz zwischen Nord-Amerika und Europa vergrößert sich jährlich um ca. 2 cm. Aber Island verdankt seine Existenz nicht nur dem Mittelatlantischen Rücken, sondern auch einem "hot spot". Eine gewaltige Magmablase steigt aus dem oberen Erdmantel auf und wölbt die Erdkruste nach oben. Den Rest erledigte die vulkanische Tätigkeit und ließ Island zu der größten Vulkaninsel weltweit wachsen.
Auf Island gibt es gut 130 Vulkane von denen 18 in historischen Zeiten aktiv waren. Insegesamt geht man von 30 potentiell aktiven Vulkanen auf Isaland aus. Die auf Island vorkommenden Vulkantypen sind sehr unterschiedlich. Bedingt durch die Entstehungsgeschichte der Insel und ihrer besonderen Lage, kommen sowohl Intraplattenvulkane, als auch Vulkantypen vor, die typisch für Dehnungszonen sind. Neben Stratovulkanen, Schildvulkanen, Schlackenkegeln und Eruptionsspalten, stellen die subglazial entstandenen Tafelvulkane eine Besonderheit dar. Unter der Gletscherbedeckung entstanden, haben diese Vulkane keine Spitze sondern eine flache Hochebene. Heute noch brechen Vulkane unter dem Eis aus. Katla, Bardabunga und Grimsvötn sind die prominentesten Beispiele hierfür. Letzterer ist zuletzt im November 2004 ausgebrochen. Die Unmengen Schmelzwasser, die bei einer subglazialen Eruption entstehen, schießen meistens als Jokulhlaup (Gletscherlauf) über die endlosen Sanderflächen an der Ostküste Islands. Dabei können die Wassermassen große Schäden an der Ringstrasse verursachen.
Im langjährigen Durchschnitt bricht auf Island alle 10 Jahre ein Vulkan aus, wobei sich die Intervalle in den letzten Jahren ehr auf 5 Jahre zu verkürzen scheinen. Der dramatischste Ausbruch ereignete sich am Pfingstsonntag des Jahres 1783. Nahe des Vulkans Laki öffnete sich eine 12 km lange Eruptionsspalte. Innerhalb von 10 Monaten wurden 15 Kubikkilometer Lava gefördert. Es wurde sehr viel Schwefeldioxid ausgestoßen das dramatsiche Wirkungen auf die Vegetation und das Klima hatte. In der Folge verhungerten auf Island knapp 10.000 Menschen. Auf den Britischen Inseln, in 1000 km Entfernung, verhungerten sogar 25.000 Menschen.
Als die Tätigkeit im Februar 1784 nachließ, blieb eine 25 Kilometer lange Kraterreihe aus über 130 Einzelkratern zurück. Niemals wurde von solchen Lavamassen berichtet, die auf einmal an die Erdoberfläche austraten.
Weiter bekannte Vulkanausbrüche der jüngeren Geschichte Islands waren:
Katla - Subglazialer Vulkanausbruch im Jahr 1918. Ein großer Gletscherlauf verwüstete zahlreiche Gehöfte.
Surtsey - Submarine Eruption 1963. Vor Vestmannaeyjar tauchte eine neue Vulkaninsel auf
Heimaey - Spalteneruption 1973
Krafla- lang anhaltende Spalteneruption in den Jahren 1975 bis 1984
Barabunga / Grimsvötn - Subglaziale Eruption unter dem Vatnajökull mit großem Gletscherlauf im Jahr 1996
Hekla - eine vergleichsweise kleine Eruption im Jahr 2000
Grimsvötn - Subglaziale Eruption nahe Barabunga im Jahr 2004
Eyjafjallajökull- Spalteneruption nahe des Gletschers. März 2010
Im Frühsommer 2004 reisten wir 2 Monate lang durch Island und besuchten die geologischen Sehenswürdigkeiten der Insel. Unser höhergelegter VW Bus T4 Synco leistete uns auf den rauen Pisten gute Dienste. Neben heißen Quellen und Geysiren, hatten uns die Gletscher in ihren Bann geschlagen. Ein Höhepunkt der Reise war ein Besuch der Eishöhlen von Hraftinusker. Der Tagesmarsch führte durch eine bizarre Vulkanlandschaft mit Altschneefeldern. Am Rande eines kleinen Gletschers haben heiße Quellen und Fumarolen Höhlen in das Eis geschmolzen. Es gibt nur wenige Orte, wo die Aggregatzustände des Wassers so nahe beieinander liegen wie hier. Durch einen Regenbogen betritt man die Grotten, von deren Decken ein unablässiger Tauregen niedergeht. Unter dem meterdicken Eispanzer dampft und zischt es gespenstisch. Spalten und dicke Eisblöcke am Boden, dazu knackende Geräusche verdeutlichen uns, dass dies kein Ort zum verweilen ist. Gelegentlich stürzten die Höhlen ein. Nach wenigen Wochen schmilzt die Hitze des Erdinneren neue Höhlen in das Eis des Gletschers. Ein unablässiger Kampf der Elemente.
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