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Insel aus Feuer und Wasser - Übersicht

Island liegt mitten im Nordatlantik, nur 287 km von Grönland entfernt und ist ungefähr so groß wie Bayern und Baden Würtemberg zusammen. Politisch gehört die Vulkaninsel zu Europa, geografisch mehr zu Nord-Amerika und geologisch zu beiden Kontinenten. Die Nahtlinie zwischen Nord-Amerika und Europa verläuft mitten durch Island. Sie ist durch ein SSW-NNE streichendes Risssystem gekennzeichnet, an dem einige der aktivsten Vulkane der Insel liegen. Unterseeisch setzt sich diese kontinentale Naht im Mittelatlantischen Rücken fort. An diesem Gebirge entsteht in einem geologischen Schöpfungsakt neue ozeanische Kruste. Es ist auch der Ort des "seafloor spreading", denn durch die Neubildung ozeanischer Kruste werden die Kontinentalplatten auseinander gedrückt. Die Kontinente wandern und die Distanz zwischen Nord-Amerika und Europa vergrößert sich jährlich um ca. 2 cm. Aber Island verdankt seine Existenz nicht nur dem Mittelatlantischen Rücken, sondern auch einem "hot spot". Eine gewaltige Magmablase steigt aus dem oberen Erdmantel auf und wölbt die Erdkruste nach oben. Den Rest erledigte die vulkanische Tätigkeit und ließ Island zu der größten Vulkaninsel weltweit wachsen.


Die auf Island vorkommenden Vulkantypen sind sehr unterschiedlich. Bedingt durch die Entstehnugsgeschichte der Insel und ihrer besonderen Lage, kommen sowohl Intraplattenvulkane, als auch Vulkantypen vor, die typisch für Dehnungszonen sind. Neben Stratovulkanen, Schildvulkanen, Schlackenkegeln und Eruptionsspalten, stellen die subglacial entstandenen Tafelvulkane eine Besonderheit dar. Unter der Gletscherbedeckung entstanden, haben diese Vulkane keine Spitze sondern eine flache Hochebene.
Heute noch brechen Vulkane unter dem Eis aus. Katla, Bardabunga und Grimsvötn sind die prominentesten Beispiele hierfür. Letzterer ist zuletzt im November 2004 ausgebrochen. Die unmengen Schmelzwasser, die bei einer subglacialen Eruption entstehen, schießen meistens als Jökulhlaup (Gletscherlauf) über die endlosen Sanderflächen an der Ostküste Islands. Dabei können die Wassermassen große Schäden an der Ringstrasse verursachen.


Im Frühsommer 2004 reisten wir 2 Monate lang durch Island und besuchten die geologischen Sehenswürdigkeiten der Insel. Unser höhergelegter VW Bus T4 synco leistete uns auf den rauen Pisten gute Dienste. Neben heißen Quellen und Geysiren, hatten uns die Gletscher in ihren Bann geschlagen. Ein Höhepunkt der Reise war ein Besuch der Eishöhlen von Hraftinusker. Der Tagesmarsch führte durch eine bizarre Vulkanlandschaft mit Altschneefeldern. Am Rande eines kleinen Gletschers haben heiße Quellen und Fumarolen Höhlen in das Eis geschmolzen. Es gibt nur wenige Orte, wo die Aggregatzustände des Wassers so nahe beieinander liegen wie hier. Durch einen Regenbogen betritt man die Grotten, von deren Decken ein unablässiger Tauregen niedergeht. Unter dem meterdicken Eispanzer dampft und zischt es gespenstisch. Spalten und dicke Eisblöcke am Boden, dazu knackende Geräusche verdeutlichen uns, dass dies kein Ort zum verweilen ist. Gelegentlich stürtzen die Höhlen ein. Nach wenigen Wochen schmilzt die Hitze des Erdinneren neue Höhlen in das Eis des Gletschers. Ein unablässiger Kampf der Elemente.




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