Der Soufrière Hills Vulkan befindet sich auf der Insel Montserrat. Diese Insel liegt in der Karibik und gehört zu den Kleinen Antillen. Politisch handelt es sich um eine ehemalige britische Kronkolonie und wird auch heute noch von Großbritanien verwaltet. Die tektonische Situation in dieser Region ist komplex, da hier die ozeanische Kruste des Atlantiks in mehrere kleine Platten zerbrochen ist. Der Inselbogen der Kleinen Antillen entstand durch die Subduktion der Karibischen Platte. Die Vulkane in dieser Region zählen zum peleanischen Typ; sie neigen zu heftigen Eruptionen und relativ langen Ruhephasen zwischen den Ausbrüchen. So rechnete auch auf Montserrat bis zum Schluss niemand mit einem Vulkanausbruch. Die Inselhauptstadt Plymouth ist nur viereinhalb Kilometer vom Gipfel des Vulkans Soufrière Hills entfernt.
Kurz darauf beruhigte sich der Vulkan wieder, doch war auch weiterhin ein Domwachstum zu beobachten. In den Folgejahren kam es gelegentlich zu größeren Ausbrüchen, die aber nicht die Intensität wie noch 1997 erreichten.
Im März 2007 stagnierte das Domwachstum, bevor es im Sommer 2008 zu einer weiteren Eruption kam.
Der bislang jüngste eruptive Phase begann im Oktober 2009. Seither wächst der Dom des Soufrière Hills langsam weiter. Vor dem Beginn dieser eruptiven Phase hatte der Vulkan eine Höhe von 1050 Metern über Normalnull gehabt; aufgrund des erneuten Domwachstums beträgt seine Höhe derzeit 1150 Meter.
Der einzige sichere Beobachtungsstandpunkt des Soufrière Hills Vulkans ist die Besucherterrasse des Vulkanologischen Observatoriums von Montserrat. Hier bekommt man auch alle Informationen über den Alarmstatus und über Zugangsberechtigungen der "Sicherheitszonen". In Zeiten erhöhter Aktivität sind diese gesperrt.
Plymouth gleicht heute einer Geisterstadt. Wie ein modernes Pompeji liegt die ehemalige Inselhauptstadt in der "verbotenen Zone", mitten im Sperrgebiet und in direkter Schußbahn der pyroklastischen Ströme, die der Dom gelegentlich losschickt. Viele Häuser wurden komplett zerstört und unter den Ablagerungen der pyroklastischen Ströme und Lahars begraben. Einige Häuser scheinen aber noch fast intakt und komplett eingerichtet. Die Bewohner mussten ihre Heimat innerhalb weniger Stunden verlassen. Die Behörden versprachen ihnen bald zurück kommen zu dürfen, um wenigstens ihr Hab und Gut zu Bergen, doch es blieb bei dem Versprechen. So sind viele Schubladen und Schränke gut gefüllt. In den Regalen stapeln sich Geschirr und Lebensmittel, deren Haltbarkeitsdatum seit 15 Jahren abgelaufen ist. Kleider hängen in den Schränken und auf einem Bett liegt ein halb gepackter Koffer. Sogar ein Sparschwein mit Münzen wurde zurück gelassen.
In der ehemaligen Inselhauptstadt lebten gut 4.000 Menschen. Viele von ihnen verließen ihre Heimat für immer.
Stand 2010






