Das Wort Geysir kommt aus Island und bedeutet wild strömend. Dort befindet
sich auch die Springquelle, die allen Anderen ihren Namen gab, der
große Geysir.
Geysire sind Grundwasserphänomene, die ihr Wasser auf die gleiche Art
erwärmen wie heiße Quellen. Viele kommen in direkter Nachbarschaft zu
Vulkanen, oder jungen vulkanischen Gesteinen vor.
Die bedeutendsten
Geysirbecken liegen im Hochland von Island, auf der Nordinsel von
Neuseeland, in Indonesien, Chile, Kamtschatka und im Yellowstone N.P. USA,
wo es alleine 200 Geysire gibt. Die Anzahl der Geysire schwankt ständig, da immer
einige inaktiv werden und andere, neue hinzukommen.
Einige Geysire spritzen ihr Wasser nur wenige cm in die Luft, während
andere 100 m hohe Fontänen erzeugen. Der größte Geysir, der jemals
beobachtet wurde, war der Waimangu in Neuseeland. In seiner kurzen
aktiven Phase von 1899-1904 schleuderte er große Fontänen aus Dampf,
schlammigem Wasser und Gesteinsfragmenten bis in eine Höhe von 450 m.
Die Ruheperioden einzelner Geysire schwankt zwischen einigen Minuten bis
zu mehreren Monaten. Einige Geysire eruptieren sehr regelmäßig, während
andere in völlig unregelmäßigen Zeitabständen ausbrechen.
Generell werden
die Intervalle zwischen den Eruptionen eines Geysirs mit der Zeit immer länger. Beim großen Geysir in Island z.B. stieg sie von 30 min im Jahre 1772, auf 20 Tage 1882.
Irgendwann stellen sie ihre Aktivität ein. Viele Geysire wurden in
historischer Zeit inaktiv. Das
große Erbeben in Montana 1959 beendete die Aktivität von einigen
Yellowstone Geysiren, durch die Zerstörung ihrer Zuläufe. Es schuf jedoch
gleichzeitig auch neue Geysire.
Geysire lagern Quarzsinter um ihre Austrittsöffnungen ab, die flache oder
terrassenförmige Hügel bilden. Diese Sinter werden auch Geysirit genannt
und können Höhen bis über drei Meter erreichen. Sehr schöne Geysiritablagerungen bildeten sich am Castle Geysir im Yellowstone N.P. (Bild).
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Steht man am Rande eines Geysirs, kann man folgendes beobachten. Zunächst steht die Wassersäule ruhig im Geysirschacht.Dann nur Sekunden vor dem Ausbruch sieht man aus der Tiefeein helles Blasenkneul aufsteigen. Je näher es der Oberfläche kommt desto größer werden die einzelnen Blasen und spätestens jetzt sollt jeder seine Nase blitzschnell in Sicherheit bringen.
Mit den Blasen steigt die Wassersäule im Geysirschacht an, kurzzeitig kann sich sogar eine Wasserglocke bilden. Schließlich läuft das Wasser über, die Blasen durchschlagen die Wasserglocke. Kurz darauf folgt eine explosive Eruption von Wasser und Dampf, die binnen Sekunden oder Minuten zum Höhepunkt führt. Danach fällt die Eruptionssäule schnell zusammen. Das Wasser läuft teilweise zurück in den Geysirschacht, der
erneut von unten mit Grundwasser aufgefüllt wird. Aus solchen
Beobachtungen konstruierte Bunsen 1880 ein sehr einfaches Modell das die
Aktivität eines Geysirs erklärt.
Danach ist ein tunnelartiger Geysirschacht bis fast an die Oberfläche mit
Wasser gefüllt.
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Die tiefen Teile der Wassersäule werden von heißen
vulkanischen Gasen, oder dem direkten Kontakt zu heißem vulkanischen
Gestein aufgeheizt. Dabei steigen die Temperaturen des Wassers in diesem
Teil über den normalen Siedepunkt, ohne das es jedoch zu kochen beginnt. Dafür sorgt
der auflastende Druck, der aus dem Gewicht der Wassersäule resultiert. Er
erhöht den Siedepunkt. Doch auch unter hohem Druck beginnt das Wasser irgendwann zu kochen. Dann bilden sich Gasblasen, wodurch die erhitzte Wassersäule expandiert. Wasser schwappt über den Rand des Geysirbeckens. Der Verlust von Wasser an der Oberfläche führt wiederum
zu einer Absenkung des Drucks im Geysirschacht, wodurch der Siedepunkt nun
etwas herabgesetzt wird. Erneut beginnt das Wasser zu kochen. Die Expansion
des Dampfes schleudert mehr Wasser aus dem Schacht und der
Wasserdruck im Schacht sinkt. Der gesamte erhitzte untere Teil der
Wassersäule wird nun explosionsartig zu Wasserdampf, der das Gemisch
aus Wasser und Dampf in einer Eruptionsäule aus dem Schacht treibt. Der
Wassereruption folgt eine Dampferuption, in der der restliche Dampf
entweicht. Nun wird der Geysirschacht von neuem mit Wasser aufgefüllt und
der Kreislauf beginnt erneut.
Der Zeitraum der Eruptionsintervalle ist
abhängig vom Wasserzustom und der Dauer der Erhitzungsphase.
So weit die Theorie. In der Realität sind Geysire jedoch Teile riesiger,
wassergefüllter Grundwassersysteme, die sich bis in große Tiefen von bis zu 3 km ausdehnen. In ihnen zirkuliert das Wasser konvektiv. Solche riesigen
Wasserzirkulationen können auch von den, in geringen Mengen
nachgewiesenen vulkanischen Gasen nicht aufgeheizt werden.
Große Intrusionen glühenden Gesteins in größeren Tiefen sind notwendig,
die das darüber liegende Gestein erwärmen. In diesen Gesteinen zirkuliert
das Wasser in Klüften und wird durch den Kontakt aufgeheizt.
Die Temperatur steigt nicht wie im Modell mit zunehmender Tiefe an. Die
maximalen Temperaturen werden in mittleren Tiefen erreicht und bleiben
unterhalb diesen konstant. Das tief zirkulierende Wasser wird auf
Temperaturen weit über dem Siedepunkt, den es an der Oberfläche hätte, erhitzt, aber
wegen des hohen Drucks beginnt es nicht zu kochen. In diesen Regionen ist
das Wasser immer 150° C bis 170° C heiß. Da seine Dichte geringer ist als
die des kalten Wassers steigt es unterhalb des Geysirgebietes auf. Während
des Aufstiegs geht das Gewicht der auflastenden Wassersäule zurück und
schließlich beginnt das Wasser zu kochen. Die Expansion des kochenden
Wassers führt zum Überlaufen an der Oberfläche und die führt wiederum zu
einer Reduktion des Wasserdrucks und einer Zunahme der Extension. Aus
diesem Vorgang resultiert die Eruption.
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