Naturkatastrophen-News 05.11.21: Mallorca

Auf Mallorca kam es zu starken Hagelschauern. Die Brennerautobahn musste wegen Schneefällen gesperrt werden. In Indonesien starben mehrere Menschen durch Überflutungen.

Mallorca von Unwettern getroffen

Seit Mittwoch wüten über der Baleareninsel Mallorca heftige Unwetter. Neben starken Sturmböen und meterhohen Wellen, die auf die Küste brandeten, kam es zu heftigen Hagelschauern. Der spanische Wetterdienst gab eine Unwetterwarnung heraus, die bis zum Wochenende gilt. Denn das Schlimmste scheint den Mallorquinern noch bevorzustehen. Am Wochenende droht ein Medicane, ähnlich jenem, der in der letzten Wochen auf Sizilien wütete und große Zerstörungen anrichtete. Bei einem Medicane handelt es sich um die mediterrane Variante eines Hurricanes. Der Wirbelsturm entsteht, wenn kalte Luftmassen aus dem Norden über das aufgeheizte Mittelmeerwasser hinwegzieht. Laut den Wetterdiensten drohen Sturmböen von bis zu 140 km/h. Sie könnten große Schäden verursachen und auch lebensgefährlich für die Anwohner werden.

Die Unwetter der letzten beiden Tage verwandelten die Straßen auf Mallorca teilweise in eine Winterlandschaft. So bot sich den Bewohnern von Cala Ratjada ein nicht-alltägliches Bild, als der Hagel die Straßen mit Eis bedeckte.

Doch nicht nur Mallorca wurde von einem plötzlichen Wintereinbruch überrascht: auch in den Alpen kam es zu Schneefällen, die viele Autofahrer kalt erwischten. Teile der Brenner-Autobahn, zwischen Österreich und Italien, mussten gesperrt werden, nachdem örtlich bis zu 35 cm Neuschnee gefallen waren. Viele Autofahrer waren noch mit Sommerreifen unterwegs und kamen auf der glatten Bahn ins Schleudern.

Indonesien: Fluten nach Starkregen

Auf der indonesischen Hauptinsel Java sorgten heftige Monsun-Regenfälle für Überschwemmungen und verursachten Schlammlawinen. In der Stadt Batu starben mindestens2 Personen, die von einer Flutwelle erfasst wurden, die plötzlich durch die Straßen des Ortes schoss. 8 weitere Menschen gelten als vermisst. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie lebend geborgen werden ist gering.

Brüssel, Brügge, Gent: Städtereisen in Belgien

Belgien ist zwar ein relativ kleines Land, etablierte sich in Europa aber als Hauptsitz von EU und NATO. Grund genug, um dem Land eine Reise zu widmen ist das zwar nicht, aber da sind ja noch die alten Innenstädte von Brüssel, Brügge und Gent, die Besucher aufgrund ihrer mittelalterlichen Geschichte und Architektur der Renaissance anlocken. In Brüssel findet sich ein ansprechendes Ensemble alter Prachtbauten, die den zentralen Platz umschließen. Die barocken Fassaden und das gotische Rathaus stehen seit 1998 auf der Liste des Weltkulturerbes und zählen zu den schönsten Gebäuden Mitteleuropas.

Atomium von Brüssel

Ein weiteres „must see“ von Brüssel ist das Atomium. Es ist weitaus jünger als die zahlreichen sehenswerten Gebäude der Innenstadt und wurde zur Expo 1958 errichtet. Das futuristische Gebäude wurde als Sinnbild des Atomzeitalters errichtet und erinnert an die Atomstruktur einer kubischen Kristallstruktur, wobei jede der 9 Kugeln ein Atom darstellt. Die meisten der 18 Meter durchmessenden Kugeln sind für Besucher zugänglich. Die gesamte Konstruktion erreicht eine Höhe von 102 m.

Die Gründung der Städte geht teilweise auf das 2. und 3. Jahrhundert zurück. Damals siedelten dort Bauern, die Kontakt zum Römischen Reich hatten. Im Laufe der Zeit wurden die Nordseehäfen als Handelsplätze wichtiger und damit stieg auch die Bedeutung der Siedlungen an den Handelswegen abseits der Küste. Als Handelswege dienten damals Flüsse und Kanäle.

Zur vollen Pracht entwickelten sich Brüssel, Brügge und Gent im 14. und 15 Jahrhundert. Genauso, wie etwa Venedig, oder Florenz in Italien, die uns eigentlich als erstes einfallen, wenn von der Renaissance die Rede ist. Tatsächlich hat Brügge heute auch den Ruf als Venedig des Nordens.

Brügge und seine Kanäle

Tatsächlich lassen sich Teile vom alten Brügge besser vom Boot aus erkunden als per Auto. Ein über 10 km langes Kanalnetz umgibt die Altstadt. Die Kanäle -die hier Renen genannt werden- verbanden die Altstadt mit dem Hafen Zeebrügge. Die Handelsgilde hatte großen Einfluss auf die Stadtentwicklung. So war Brügge eine Schnittstelle zwischen London und anderen Handelsstädten entlang der Hellwege. Ihren Reichtum verdankte die Stadt dem Handel, was sich in den prächtig dekorierten Häusern am Großen Markt widerspiegelt. Auch die Kirchen und Basiliken der Stadt lassen sich nicht lumpen: Blattgold überall!

Keltenstadt Gent

Ein ähnliches Bild erfährt man in Gent. Dort reihen sich die prächtigsten Handelshäuser entlang des Leie-Hafens. Ihre Bedeutung erlangte die Stadt im Mittelalter aufgrund des florierenden Tuchhandels. Die Gründung der Stadt geht auf die Kelten zurück. Heute steht die 2. größte Stadt Belgiens nicht nur bei der UNSECO hoch im Kurs, sondern auch bei Studenten und Kulturschaffenden.
Die größte Stadt Belgiens ist nicht etwas die Hauptstadt Brüssel, sondern Antwerpen. Während Brüssel heute von der Politik dominiert wird, ist Antwerpen auch heute noch ein mächtiges Handelszentrum. Ein Eckpfeiler des Handels bilden Diamanten.

Insel Mainau im Bodensee

Zurecht wird die Insel Mainau als Blumeninsel bezeichnet: die 45 Hektar große Insel wird von Gartenanlagen dominiert, deren Ursprung auf den ungarische Fürst Nikolaus II. Esterházy de Galantha zurückgehen. Er kaufte das Eiland 1827 und pflanzte erste seltene Bäume, darunter die nordamerikanischen Mammutbäume, die bis heute eine stattliche Höhe erreicht haben. Nur 3 Jahre später ging das Eiland an Baron von Mainau, dem Namensgeber der Insel. 1853 übernahm der badische Großherzog Friedrich I. die Insel und richtete die Hofgärtnerei ein. Von da an gehörte Mainau den Blumen.

Die Geschichte der Insel schallt wie Echos der Zeit nach, wenn man Mainau aus der Luft betrachtet: türkis schillert der Flachwasserbereich am Festland, der plötzlich abfällt und azurblauem Tiefwasser weicht. Wäre da nicht das typisch mitteleuropäische Barockschloss, dass den Südosten der Insel einnimmt, würde man sich in der Karibik wähnen. Dafür sieht man sich jäh in die Karibik versetzt, wenn man die angebaute Orangerie des Schlosses betritt, denn der Palmengarten ist für deutsche Verhältnisse einmalig.

Ein ähnliches Superlativ erwartet den Besucher im Schmetterlingshaus. Es soll das Größte seiner Art in Europa sein und gleicht einem Tropenhaus. Menschen mit Kreislaufproblemen sollten sich dort nicht länger aufhalten. Schmetterlinge gibt es hier in Hülle und Fülle, nur fotografieren lassen sich die zappeligen Insekten nicht gerne.

Wer durch die Gärten der Insel wandert, kann sich für den heimischen Garten inspirieren lassen und selbst Kinder kommen auf dem Abenteuerspielplatz auf ihre Kosten. Er glänzt durch eine große Wasserlandschaft, die Groß und Klein mit Flößen befahren können. Für meinen Sohn war der Spielplatz auf jeden Fall ein Highlight des Bodensee-Urlaubs.

Der Spielplatz liegt nahe des Haupteingangs. Dort befinden sich nicht nur große (kostenpflichtige) Parkplätze, sondern auch die Kassenhäuschen und ein Restaurant. Der Eintritt liegt bei 22 € für Erwachsene und 13 € für Kinder. In Corona-Zeiten muss man die Tickets spätestens am Vortag des geplanten Besuchs online kaufen.

Breitachklamm im Allgäu

Bei der Breitachklamm handelt es sich um eine schmale Schlucht, die vom Bach Breitach in den Untergrund des Allgäus geschnitten wurde. Mit einer Tiefe von 150 m zählt sie zu den tiefsten Schluchten in Mitteleuropa. Die Klamm hat eine Länge von 2,5 km und liegt am Ende des Kleinwalsertals bei Obertsdorf.

Die Breitachklamm ist für Besucher zugänglich gemacht worden und über einen unteren- und oberen Zugang erreichbar. Der untere Eingang befindet sich bei Tiefenbach. Der obere Zugang ist vom Parkplatz Walserschanz erreichbar. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 5 €. Im Eingangsbereich herrscht dank Corona zur Zeit Maskenpflicht und es kann nur der untere Zugang bei Tiefenbach genutzt werden. Es gilt eine Einbahn-Reglung und man kann nicht durch die Schlucht zurück wandern, sondern muss einer ausgeschilderten Route außerhalb der Schlucht folgen. Alternative gibt es Shuttelbusse vom Parkplatz Walserschanz aus. Trotz dieser Einschränkungen sollte man sich eine Wanderung durch die Klamm nicht entgehen lassen, wenn man sich in der Gegend aufhält. Ich empfand sie als ziemlich spektakulär.

Entstehung der Breitachklamm

Die Breitach nahm ihre Arbeit vor ca. 10.000 Jahren auf, als sich die Gletscher der Würm-Eiszeit zurückgezogen hatten. Zuvor hobelte das wandernde Eis die weichen Deckschichten Flysch und Molasse ab, die die harten Kalkgesteine aus dem Karbon überlagerten und aufgrund der Alpen-Orogenese entstanden. Dabei entstand das Kleinwalsertal, an dessen Ausgang sich die Breitachklamm befindet. Die Breitach entwässert das gesamte Tal und erodierte im Bereich eines tektonischen Sattels (Engen-Kopf-Antiklinale) die harten Schrattenkalke. Marine Fossilien belegen, dass sich die Kalke in einem flachen Schelfmeer ablagerten, das man mit der Nordsee vergleichen kann. Nur das Deutschland im Erdzeitalter Karbon (Kreidezeit) am Äquator lag und somit tropische Bedingungen herrschten.
Der beeindruckendste und engste Teil der Klamm wird als „Zwing“ bezeichnet. Hier liegen die gegenüberliegenden Teile der Schlucht stellenweise nur 2 m auseinander. Bis zu 90 m fallen die Schluchtwände senkrecht ab. Das Wasser tost und rauscht gewaltig. Der Wanderweg wurde mit großem Aufwand angelegt und verläuft hier teilweise über eine Galerie die im Fels verankert wurde.

Ganz ungefährlich ist eine Wanderung durch die Schlucht nicht, wovon mächtige Felsblöcke zeugen, die sich teilweise in der Schlucht verkeilten. 1995 kam es zu einem großen Felssturz. Die Gesteinsmassen blockierten die Schlucht und stauten die Breitach auf. Im Frühjahr brach der natürliche Staudamm und die Klamm wurde wieder zugänglich gemacht.

Reisen in Corona-Zeiten: wie wird 2021?

Eine Frage, die mittlerweile sehr viele Menschen beschäftigt, ist die, was aus dem Sommerurlaub 2021 wird? Da das Corona-Virus stark saisonal ist, vermindern sich im Frühling die Infektionszahlen in Europa. Hinzu kommen erste Impferfolge und die Früchte der Lockdown-Maßnahmen. Trotzdem, bisher ist nicht wirklich absehbar, welche Verordnungen und Verbote im Sommer noch gelten werden und wohin die Reise gehen wird. Die Sorge vor neuen Mutationen des Virus ist groß und so könnte z.B. die Indische Variante einen Strich durch die Urlaubsplanung machen. Anders als im letzten Jahr, sind Reiseveranstalter nicht mehr zwingend zu kostenlosen Buchungsstornierungen verpflichtet, wenn man jetzt eine Reise bucht, da Corona inzwischen zum allgemeinen Lebensrisiko gezählt wird. Schließlich bucht man eine Reise in dem Wissen, dass sie evtl. nicht angetreten werden kann. Das befreit viele Veranstalter und Versicherer aus ihrer Pflicht.

Einige Länder kündigen bereits jetzt Lockerungen an und erleichtern das Reisen wieder: Griechenland, Italien, Island, Spanien und die Türkei möchten im Sommer wieder Urlauber begrüßen, ohne dass sie geimpft sein müssen, oder in Quarantäne geschickt werden. Doch zumindest bei der Einreise mit dem Flugzeug sind PCR-Tests notwendig. Vor der Rückreise nach Deutschland ist ein weiterer Test obligatorisch und wer aus einem Risikogebiet kommt muss in häusliche Quarantäne. Dummerweise zählen die meisten Staaten der Erde zu den Risikogebieten, so dass unbeschwertes Reisen bis jetzt kaum möglich ist, selbst wenn die Bedingungen in den Reiseländern eigentlich ganz gut wären. Hinzu kommt, dass sich die Bedingungen innerhalb weniger Tage ändern können. Wozu man sich auch immer entscheiden: die Unsicherheit fährt mit!

Ich persönlich habe bisher nur einen Kurzurlaub in den österreichischen Alpen gebucht: Mich zieht es mit meiner Familie auf den Campingplatz von Nenzing. Bis dahin werden wir Erwachsenen vollständig geimpft sein, doch unser 8-jährigen Sohn natürlich nicht. Wie es sich mit ungeimpften Kindern verhält ist das große Fragezeichen der Rechnung. Unsere Hoffnung ist, dass die Inzidenzen bis dahin so niedrig sind, dass die Anti-Corona-Maßnahmen weitgehend gelockert werden. Ständiges Testen wäre eine Spaßbremse, aber damit muss man ggf. rechnen. Bleibt zu hoffen, dass der Reisesommer 2021 nicht noch schlechter wird als jener vom letzten Jahr!

Vulkan-News 05.11.21: Cumbre Vieja, Vulcano

Der Cumbre Vieja stößt heute Morgen wieder viel Asche aus. Auf Vulcano bleibt die Lage angespannt.

Cumbre Vieja stößt viel Asche aus

Staat: Spanien | Koordinaten: 28.57-17.84 | Eruption: Flankeneruption

Heute Morgen ist der Ascheausstoß am Cumbre Vieja wieder hoch. Den Kommentaren in den Sozialen Medien entnehme ich, das es gestern wohl teilweise so aussah, als würde der Vulkan seine Aktivität einstellen. Doch davon ist er meiner Meinung nach noch ein gutes Stück entfernt. Zwar sind Tremor und Seismizität niedriger geworden, bewegen sich aber noch auf dem Niveau von Ende September, als ich der Insel einen Besuch abgestattet hatte. Es kann jeder Zeit wieder zu stärkeren Pulsen mit einem Anzug der Aktivität kommen. Dafür spricht die steigende Bodendeformation, die heute an der Messstation LP03 gut 13,5 cm beträgt. Der Schwefeldioxid-Ausstoß ist wieder auf 29.000 Tonnen am Tag gestiegen. Besorgniserregend ist der Aufwärtstrend beim Kohlendioxid-Ausstoß. Er ist auf 1.850 Tonnen pro Tag gestiegen und signalisiert, dass sich in größerer Tiefe neues Magma gesammelt hat. Die Lavaströme sind ebenfalls aktiv. Die Lava bedeckt eine Fläche von fast 10 Quadratkilometern und zerstörte 2581 Häuser. (Quellen IGN, INVOLCAN)

Vulcano: Gasausstoß mit steigender Tendenz

Staat: Italien | Lokation: 14.87 ; 38.50 | Eruption: Fumarolisch

Auf Vulcano hat es bis jetzt keine weitere Bodendeformation gegeben. Dennoch geben die restlichen Parameter keinen Grund zur Entwarnung: Die Fumarolen-Temperaturen sind weiterhin hoch, mit leicht steigender Tendenz. Das gleiche gilt für den Gasausstoß: die Kohlendioxid- und Schwefeldioxid-Emissionen werden als sehr hoch beschrieben. Die elektrische Leitfähigkeit des Wassers in mehreren Brunnen ist ebenfalls hoch. Man sieht, die bisherige Intrusion beeinflusst große Teile der Insel. Noch ist unklar, ob es letztendlich zu einem Vulkanausbruch kommen wird, doch die Anzeichen sind alarmierend. Meiner Meinung nach könnte es jeder Zeit zu phreatischen Explosionen kommen. Vor einer größeren magmatischen Eruption würde ich eine mehrtägige seismische Krise und deutliche Bodenhebung erwarten. (Quelle INGV)

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