Naturkatastrophen-News 17.11.21: Sizilien, Kenia

Über Sizilien tobten weitere Unwetter und Tornados. In Kenia droht eine Hungersnot.

Sizilien: Unwetter und Tornados

Das italienische Sizilien wurde erneut von schweren Unwettern getroffen. Es kam zu Starkregen und Überschwemmungen, und es wird von Tornados berichtet, die lokal schwere Schäden verursachten und einen Menschen töteten. Das Opfer wurde von einem Tornado erfasst, als es Unwetterschäden an seinem Haus in Modica begutachten wollte. Es wird auch von Wasserhosen berichtet, die sich an mehreren Stellen gebildet hatten. Im Osten der Insel wüteten teils starke Gewitter und es kam zu Hagelschauern. In Giardini Naxos unterspülten die Fluten eine Straße und rissen sie teilweise fort. Die Unwetter ziehen in Richtung des Ionischen Meeres und könnten bald den Balkan erreichen. Seit Wochen kommt es immer wieder zu starken Unwettern im Mittelmeerraum und besonders auf Sizilien.

Kenia von starker Dürre bedroht

Im ostafrikanischen Kenia leiden mehr als 2 Millionen Menschen unter einer extremen Dürre, die vor allem den Norden des Landes im Griff hält. Lokal sei seit einem Jahr kein Tropfen Regen mehr gefallen, heißt es in einem Statement des Kenianischen Präsidenten. Darum wurde nun der nationale Notstand ausgerufen. Seit September hat sich die Lage noch verschärft. Die Menschen hoffen jetzt auf die kurze Regenzeit, die normalerweise im November einsetzt. Die lange Regenzeit, die vom März-Mai dauert, ist regional ausgefallen. Die Hirtenvölker am Turkanasee erleiden große Verluste in ihrem Viehbestand und natürlich verdursten auch zahlreiche Wildtiere. Im Jahr 2019 beklagte die Region noch zu viele Niederschläge, als im Zuge einiger Zyklone zu wochenlangem Dauerregen mit Überflutungen kam. Dann folgten die Heuschreckenplage und die Corona-Pandemie. All diese Naturkatastrophen haben die Bevölkerung geschwächt und gut 20% der Menschen gelten als unterernährt. Wenn sich die Situation nicht bald ändert, droht eine Hungersnot.

Vulkan-News 17.11.21: Taal

Am Taal-Vulkan ereigneten sich phreatische Eruptionen. Am Cumbre Vieja steigerten sich Tremor und Seismizität.

Cumbre Vieja: Aktivitätssteigerung

Staat: Spanien | Koordinaten: 28.57-17.84 | Eruption: Flankeneruption

Gestern stieg der Tremor am Cumbre Vieja weiter an und auch die Seismizität machte einen gehörigen Sprung nach oben: Seit Mitternacht wurden 113 Erschütterungen detektiert. Die Stärkste brachte es heute Morgen auf eine Magnitude von 4,4. Der Erdbebenherd lag in 37 km Tiefe. Die Bodenhebung ist stabil geblieben und liegt bei ca. 5,5 cm. Die Livecam ist auf einen verzweigten Lavastrom gerichtet. Dementsprechend sieht man die Vorgänge am Krater nicht. Laut den Daten würde ich eine Zunahme des Tephra-Ausstoßes vermuten. Heute Nacht detektierte das VAAC Vulkanasche in einer Höhe von 2400 m.

Taal eruptierte phreatomagmatisch

Staat: Philippinen | Lokation: 14.002; 120.99 | Eruption: Fumarolisch

Am philippinischen Taal-Vulkan kam es heute Nacht (Ortszeit) zu 2 kurzweiligen phreatomagmatischen Eruptionen. Sie ereigneten sich um 1:46 Uhr und 2:54 Uhr und erzeugten seismische Signale von 1 und 2 Minuten Dauer. Die Explosionen erzeugten zwei heiße Dampfwolken, die zwischen 400 und 500 m hoch aufstiegen und auf den Thermalkameras zu sehen waren. PHILVOLCS berichtet noch von einer weiteren Eruption, die sich in den letzten 2 Tagen ereignet haben muss.

Die Explosionen ließen sich zwar nicht Vorhersagen, kamen aber auch nicht überraschend, denn schließlich steigt unter dem Vulkan Magma auf und er verfügt über ein Hydrothermalsystem. Phreatomagmatische Eruptionen entstehen, wenn Magma in Kontakt mit Wasser kommt. Normalerweise wird bei einer phreatomagmatischen Eruptionen auch Tephra gefördert. Da dies hier offenbar nicht der Fall gewesen war, handelte es sich wahrscheinlich um phreatische Eruptionen, die ohne direkten Kontakt zwischen Magma und Wasser entstanden. Wie auch immer, die Ausbrüche sind ein Indiz dafür, dass sich bald auch stärkere Eruptionen ereignen könnten. PHILVOLCS zeigt sich alarmiert und empfiehlt Piloten den Luftraum um den Taal-Vulkan zu meiden.

Gestern war die Seismizität ehr gering und es wurden nur 5 vulkanisch bedingte Erdbeben aufgezeichnet. Der Schwefeldioxid-Ausstoß lag bei 11846 Tonnen am Tag.

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