Erdbeben-News 05.12.21: Halmahera

Nördlich der indonesischen Insel Halmahera bebte es mit einer Magnitude von 6,0. Die Baja California wurde von einer Erdbebenserie erschüttert.

Halmahera: Erdbeben Mw 6,0

Datum: 04.12.2021 | Zeit: 23:47:55 UTC | Lokation:  4.10 N ; 128.16 E | Tiefe: 160 km | Mw 6.0

Kurz vor Mitternacht erschütterte ein Erdbeben der Magnitude 6,0 die Region der indonesischen Insel Halmahera. Das Hypozentrum lag 160 km tief. Das Epizentrum wurde 264 km nördlich von Tobelo lokalisiert. Im Norden von Halmahera liegt der aktive Vulkan Dukono, der vielen Vulkanspottern als Dreckschleuder bekannt ist: der Vulkan eruptiert viel Vulkanasche, die sich auf der dichten Vegetation des Vulkanhangs ablagert. Beim Besteigen des Vulkans streift man die Asche ab und sieht anschließend wie ein Bergmann aus.

South Sandwich Islands: Erdbeben Mw 5,7

Datum: 04.12.2021 | Zeit: 14:27:12 UTC | Lokation:  59.61 S ; 28.25 W | Tiefe: 20 km | Mw 5.7

Die Region der South Sandwich Islands wurde erneute von einem Erdbeben erschüttert. Diesmal hatte es eine Moment-Magnitude von 5,7 und ein Erdbebenherd, der 30 km tief lag. Das Epizentrum wurde 2033 km östlich von Stanley (Falkland Inseln) festgestellt.

Mexiko: Erdbeben Baja California

Datum: 04.12.2021 | Zeit: 07:58:37 UTC | Lokation:  30.10 N ; 113.60 W | Tiefe: 10 km | Mb 4,6

Die mexikanische Region Baja California wurde von mehreren Erdbeben an verschiedenen Lokationen erschüttert. Das Stärkste hatte eine Raumwellen-Magnitude von 4,6 und manifestierte sich im Golf von Mexiko. Das Epizentrum wurde 90 km westlich von La Libertad festgestellt. Die Tiefe des Erdbebenherdes wurde vom EMSC mit 10 km angegeben. Darüber hinaus gab es ein Schwarmbeben an der Grenze zur USA. Entlang der gesamten Störungszone, die eine Verlängerung der San-Andreas Verwerfung ist, ist die Seismizität hoch. Es haben sich große Spannungen aufgebaut, die sich auch bald in einem starken Erdbeben entladen könnten.

Liparische Inseln: Erdbeben Ml 3,4

Datum: 04.12.2021 | Zeit: 08:17:58 UTC | Lokation:  38.69 N ; 14.17 E | Tiefe: 10 km | Ml 3.4

Gestern gab es ein weiteres Beben nördlich der Liparischen Insel Alicudi. Das Archipel liegt im Tyrrhenischen Meer, nördlich von Sizilien. Das Hypozentrum befand sich in einer Tiefe von 10 km. Das Epizentrum wurde 78 km nordwestlich von Capo d’Orlando verortet.

Vulkan-Update 05.12.21: Ätna, Grimsvötn

Ätna zeigt sich strombolianisch aktiv. Auf La Palma öffnete sich ein neuer Riss. Der Gletscherlauf am Grimsvötn hat seinen Zenit überschritten. Die Eruption am Kilauea stoppte.

Ätna: Strombolianische Eruptionen

Staat: Italien | Koordinaten: 37.73, 15.00 | Staat: Italien |Eruption: Strombolianisch

Ätna
Strombolianische Eruption aus dem Neuen Südostkrater.. © Boris Behncke

Gestern Abend fotografierte Dr. Boris Behncke eine strombolianische Eruption am Ätna. Sie manifestierte sich aus dem Hauptschlot des Neuen Südostkraters. Es war die erste strombolianische Eruption aus diesem Krater seit 6 Wochen. Im November gab es einige schwache Asche-Emissionen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich der Vulkan auf einen neuen Paroxysmus vorbereitet.

Cumbre Vieja: Neuer Riss

Staat: Spanien | Koordinaten: 28.57-17.84 | Eruption: Flankeneruption

Während die sichtbare Aktivität am Schlackenkegel relativ gering ist und nur wenig glühende Tephra eruptiert wird, öffnete sich eine neue Eruptionsspalte weiter hangabwärts. Sie liegt ca. 500 m westlich vom Montaña Cogote, mitten in besiedelten Gebiet. Es wurden weitere Häuser zerstört. Die Gesamtzahl der zerstörten Gebäude stieg auf 2790. Das Lavafeld bedeckt eine Fläche von 11,6 Quadratkilometer. Der neue Lavastrom fließt Richtung Küste, hat diese aber noch nicht erreicht. LiveCam-Bilder zeigen vereinzelte Dampf-Wölkchen, die von den Sea-Entrys aufsteigen. Die Daten zeugen von einer leichten Entspannung der Situation: die Seismizität stabilisierte sich auf vergleichsweise geringem Niveau. Es wurden weniger als 50 Erschütterungen detektiert. Der Tremor ist niedrig. Aktuelle Daten zur Bodenhebung stehen noch aus.

Grimsvötn: Gletscherlauf hat Höhepunkt überschritten

Staat: Island | Lokation: 64.42, -17.33 | Eruption: Fumarolisch

Der Gletscherlauf am isländischen Vulkan Grimsvötn hat heute Nacht seinen Höhepunkt überschritten. Der Wasserdurchfluss erreichte in der Spitze knapp 3000 Kubikmeter pro Sekunde und bliebt damit deutlich hinter den Erwartungen zurück. Man rechnete mit einem Wasserfluss von ca. 4000 Kubikmeter pro Sekunde. Der Eisschild über dem Vulkan senkte sich trotzdem um 60 m ab. IMO registriert nun schwache Erdbeben unter dem Vulkan. In den letzten 48 Stunden erschütterten gut 30 Beben den Vatnajökull. Zur Stunde ist aber noch unklar, ob eine Eruption ausgelöst wird. Die Tremor-Messstation am Grimsfjall zeigt einen kontinuierlichen Anstieg des Signals. Ich vermute dahinter allerdings ehr Wasserbewegungen, denn Magmenaufstieg.

Kilauea: Lava-Ausstoß stoppte

Staat: USA | Lokation: 19.42, -155.29 | Eruption: Hawaiianisch

Gestern Abend stoppte der Lava-Ausstoß aus dem Westschlot des Halemaʻumaʻu-Kraters und der Lavasee erstarrte schnell. Auf den LiveCams kann man nur noch eine schwache Glut erahnen. Bislang ist es unklar, ob die Eruption vorbei ist, oder nur pausiert. Ich tippe auf erste Option.

Vulkan-News 05.12.21: Semeru

Am Semeru auf Java gab es gestern Todesopfer zu beklagen. Der Vulkan ist auch heute noch aktiv.

Semeru: Mindestens 13 Todesopfer durch Vulkanausbruch

Staat: Indonesien | Koordinaten: -8.108, 112.92 | Eruption: Pyroklastische Ströme/ Lahare

Bei dem Vulkanausbruch, der sich gestern Mittag am indonesischen Vulkan Semeru ereignete, starben mindestens 13 Menschen. Dutzende wurden verletzt und erlitten teils schwere Brandverletzungen. Die Menschen wurden von einem großen Pyroklastischen Strom erfasst, der erst kurz vor dem Dorf Oro Oro Ombo stoppte. Dramatische Videos zeigen Kinder, die vor der nahen Glutwolke flüchten. 10 Sandschürfer, die in einer Sandgrube am Fuße des Vulkans arbeiteten, wurden lebend geborgen. In einer Pressemitteilung heißt es, dass die Männer verschüttet wurden und von einem Rettungsteam ausgegraben worden seien. Neue Bilder zeigen verschüttete Fahrzeuge und Häuser, sowie Zerstörungen im Dorf Lumajang.

Auch heute kommt der Vulkan nicht zur Ruhe. Das VAAC meldete nachts eine Aschewolke, die bis auf einer Höhe von 9100 m aufstieg. Vermutlich stand auch sie in Verbindung mit einem Pyroklastischen Strom, der allerdings kleiner war, als jener von gestern.

Pyroklastische Ströme stellen eine große Vulkangefahr dar

Pyroklastische Ströme stellen eine der größten Vulkangefahren dar. Sie entstehen meistens an dombildenden Vulkanen, die eine zähflüssige Lava fördern. Genaugenommen handelt es sich bei einem Lavadom um einen kurzen Lavastrom, der eine Kuppel über dem Förderschlot bildet. Das Gas kann nicht entweichen und speichert sich in der Lava, solange, bis es entweder zum Kollaps des Doms kommt, oder zu einer starken Explosion. Das heiße Gas vermischt sich mit Tephra und Lavablöcken und rauscht den Vulkanhang hinab. Ein Pyroklastischer Strom kann über 100 km/h schnell werden, weiter als 10 km gleiten und mehrere Hundert Grad heiß sein. Wer in einen Pyroklastischen Strom gerät, hat schlechte Überlebenschancen.

In den letzten Jahren ist es immer klarer geworden, dass Pyroklastische Ströme auch an Vulkanen entstehen können, die eine relativ dünnflüssige Basaltlava fördern. So traten Pyroklastische Ströme am Ätna und Stromboli auf. Dort werden sie oft im Zuge paroxysmaler Eruptionen generiert und entstehen, wenn sich ein neuer Lavastrom durch die Kraterwand drückt. Paroxysmen treten oft in Serien auf. Pyroklastische Ströme können auch durch den Kollaps großer Eruptionswolken entstehen.

Evakuierungen am Semeru

Am Semeru wurden unterdessen Notunterkünfte errichtet und Evakuierungen eingeleitet. Die Eruption erfolgte ohne besondere Warnzeichen. Sehr wahrscheinlich hatte der Dom eine kritische Größe erreicht, oder es kam zu einem Paroxysmus. Weitere Eruptionen sind möglich. Um solche Katastrophen künftig zu vermeiden, bedarf es weitere Grundlagenforschung zum Verständnis der Mechanismen hinter einen Paroxysmus.

Hier geht es zur Meldung von gestern, wo ihr auch zahlreiche Videos seht.

Weitere Vulkannews folgen in einem Update.