Santorin: Erneute Erdbeben am 14. Januar

Santorin von weiteren Erdbeben erschüttert – ähnliches Muster wie zu Beginn der Krise im letzten Jahr

Heute ereigneten sich östlich von Santorin insgesamt 4 Erdbeben, von denen die beiden stärksten die Magnituden 3,2 und 3,0 hatten. Während das stärkere Beben wieder kurz vor der Küste von Santorin lag und von Anwohnern der Insel verspürt wurde, bildeten die drei anderen Beben einen kleinen Cluster nordöstlich von Anydros. In der Region der unbewohnten Insel gab es im Frühjahr letzten Jahres eine massive Magmenintrusion, die vom submarinen Vulkan Kolumbos ausging und mit magmatischen Prozessen der Santorin-Caldera gekoppelt war. Wahrscheinlich handelt es sich bei den aktuellen Erschütterungen um Nachwehen der Beinahe-Geburt eines neuen Unterwasservulkans, doch es besteht die Möglichkeit neuerlicher Intrusionen.

Santorin. © EMSC/Leaflet

Die Wahrnehmungsmeldungen beim EMSC beschreiben den Erdstoß Mb 3,2 als leichtes Zittern, das durch die Gebäude in Küstennähe lief und hörbares Grummeln verursachte. Da die Menschen auf Santorin im letzten Jahr zahlreiche Erdbeben mit Magnituden im Fünferbereich erdulden mussten, blieben sie bei den aktuellen Erdstößen zumindest äußerlich gelassen. Doch ich denke, die Gelassenheit verwandelt sich schnell ins Gegenteil, sollte es wieder stärkere Erdbebensequenzen geben.

Generell ist das Leben auf einem aktiven Vulkan nicht einfach, denn ständig muss man mit der Angst leben, sein Hab und Gut und im Extremfall auch sein Leben zu verlieren. Dabei geht die Gefahr nicht nur von Vulkanausbrüchen aus, sondern auch von starken Erdbeben und Tsunamis, die auch umliegende Küstengebiete abseits des eigentlichen Vulkans beeinträchtigen können.

Aktuell kennen wir auf der Erde 4 große Calderavulkane, die seismische Unruhen zeigen und sich langfristig gesehen auf neue Eruptionen vorbereiten könnten: Hierzu zählen neben Santorin die italienische Caldera Campi Flegrei, der Taal (Philippinen) und die Laguna del Maule (Chile). Santorin ist der kleinste der Vulkane, aber durchaus in der Lage, VEI-6-Eruptionen zu verursachen. Das stärkste Eruptionspotenzial weisen die Taal und Laguna del Maule auf. Sollte es hier einmal zu den stärkstmöglichen Eruptionen kommen, würde das Weltklima nachhaltig beeinflusst werden.

Popocatepetl eruptiert am 14. Januar Aschewolken

Aschewolken-Warnung am Popocatepetl – Vulkanasche inn 6700 m Höhe

Der mexikanische Vulkan Popocatepetl zeigt einmal mehr vulkanische Aktivität mit Ascheemission, die bis auf eine Höhe von 6.700 m aufgestiegen sind und in Richtung Nordosten driften. Dabei bewegt sich die Aschwolke mit einer Geschwindigkeit von ca. 28 km/h und breitet sich über ein großes Areal aus. In Gebieten unter der Eruptionswolke ist es zu Ascheniederschlag gekommen.

Die vorhergesagte Entwicklung der Aschewolke zeigt, dass noch in den nächsten 6 Stunden Vulkanasche in ähnlicher Höhe und Richtung erwartet wird. Ab 18:00 UTC sind keine weiteren Aschewolken vorhergesagt, ebenso für Mitternacht (00:00 UTC am 15. Januar). Aufgrund von Wolken am Satellitenbild sind die Ascheemissionen derzeit nicht klar sichtbar.

Die Daten der VONA-Meldung zusammengefasst:

  • Die Höhe der Aschewolke reicht bis etwa FL220 (Flight Level 220, ca. 6.700 Meter).
  • Bewegung der Aschewolke: Nordost mit ca. 15 Knoten.
  • Sichtbare Aschewolken am Satellitenbild sind durch Wetterwolken beeinträchtigt.
Popo

In einem Update von CENAPRED heißt es, dass es am 13. Januar zu 20 Asche-Dampf-Exhalationen kam. Sie hielten insgesamt gut 80 Minuten an. Zudem wurde moderater Tremor mit einer Gesamtdauer von 33 Minuten registriert, was für diesen Vulkan recht wenig ist. Am Vortag dauerte der Tremor genausolang an. Der Alarmstatus bleibt auf „Gelb Phase 2“.

Der Popocatepetl ist einer der aktivsten Vulkane Mexikos und befindet sich etwa 70 km südöstlich von Mexiko-Stadt. Seit Beginn seiner aktuellen Eruptionsphase im Jahr 1994 zeigt er immer wieder explosionsartige Aktivitäten mit Ausstoß von Asche, Gasen und gelegentlich kleinen Lavafontänen.

Die aktuelle Aktivität ist typisch für den Vulkan mit häufigen kleineren Eruptionen und Aschewolken, die lokal in der Umgebung zu Beeinträchtigungen führen können. Die mexikanische Vulkanüberwachungsbehörde CENAPRED hält die Bevölkerung und den Luftverkehr ständig über mögliche Gefahren auf dem Laufenden.

Wegen der Emission von Aschewolken wird Flugverkehr in der Region regelmäßig überwacht, da Asche in Triebwerken gefährlich sein kann. Die Warnungen des VAAC Washington unterstützen hierbei mit Satellitenbeobachtungen und Wettermodellen.

Indonesien: Überflutungen auf Lombok

Katastrophale Überflutungen auf Lombok: Ganzes Dorf unter Wasser – keine Hinweise auf Lahare

Bengkang Hamlet, ein kleiner Ortsteil im Südwesten der indonesischen Insel Lombok, steht derzeit vor einer schweren Krise. Nach anhaltenden und starken Regenfällen wurde das Dorf von einer verheerenden Überschwemmung heimgesucht. Innerhalb kürzester Zeit stand das gesamte Siedlungsgebiet einen Meter unter Wasser – Häuser, Straßen und Infrastruktur wurden massiv beschädigt. Hütten schwemmten auf und wurden von den Wassermassen mitgerissen.

Die Ursache der Überflutung liegt in den außergewöhnlich heftigen Monsunregen, die die Region in den vergangenen Tagen heimsuchten. Meteorologen erklären, dass die Regenzeit auf Lombok regelmäßig starke Niederschläge mit sich bringt, doch dieses Mal waren die Regenmengen außergewöhnlich hoch und kamen geballt als Starkregen. Diese Wassermassen führten dazu, dass Flüsse und Bäche über die Ufer traten und das Dorf binnen Stunden unter Wasser setzten.

Zusätzlich verschärfen geologische Faktoren die Situation. Lombok ist vulkanischen Ursprungs, und das Gelände rund um Bengkang Hamlet ist von steilen Hängen und vulkanischem Gestein geprägt. Diese Gegebenheiten führen dazu, dass Wasser schnell abfließt und wenig im Boden versickern kann. Zudem fördert die teilweise fehlende Vegetation den Oberflächenabfluss, wodurch das Wasser mit hoher Geschwindigkeit das Dorf erreicht.

Obwohl der nahegelegene Vulkan Rinjani für seine Intrakrater-Aktivität bekannt ist, gibt es aktuell keine Warnung der Behörden vor Schlammströme (Lahare), die infolge des Starkregens auftreten könnten und die Überschwemmung verstärken könnten. Die Behörden beobachten die Lage jedoch weiterhin genau, da die Kombination aus Vulkanismus und Monsunregen grundsätzlich ein Risiko darstellt.

Derzeit sind viele Bewohner in Bengkang Hamlet in einer kritischen Lage. Zahlreiche Familien mussten ihre Häuser verlassen, da die Wassermassen die Wohnräume unbewohnbar machten. Straßen sind unpassierbar, die Versorgung mit Lebensmitteln und sauberem Wasser ist stark eingeschränkt.

Die indonesischen Katastrophenschutzbehörden haben Hilfsmaßnahmen eingeleitet, um die Betroffenen zu unterstützen. Zugleich warnen Meteorologen vor weiteren Regenfällen in der Region, was die Situation weiter verschärfen könnte.

Campi Flegrei: Zwei Erdbeben Md 2,5 und Md 2,2

Campi Flegrei von 2 spürbaren Erdbeben erschüttert – Doppelschlag mit wenigen Sekunden Abstand

Gestern berichtete ich über die nachlassende Hebegeschwindigkeit des Bodens. Dennoch gab es heute wieder 2 spürbare Erdbeben mit den Magnituden 2,5 und 2,2, die sich kurz nach 9 Uhr Ortszeit mit nur wenigen Sekunden Abstand zueinander ereigneten. Sie manifestierten sich nordwestlich der Solfatara in der Nähe der Tangentiale und hatten Herdtiefen von 2500 und 2000 Metern. Anwohner berichten, dass sie die Beben deutlich gespürt und gehört haben. Größere Unruhen bei der Bevölkerung entstanden aber nicht.

Campi Flegrei © EMSC/Leaflet

Die Beben kamen nicht alleine, sondern waren Teil eines Schwarmbebens. Seit Mitternacht haben sich 11 Beben ereignet. Damit ist die Aktivität höher als in den vergangenen Tagen, aber weit von den Maxima entfernt, die wir in 2024 und 2025 sahen. Trotz der leichten Entspannung der Situation in den letzten Wochen kann keine Entwarnung gegeben werden: In der seit 21 Jahren anhaltenden Bodenhebungsphase wechselten sich häufig ruhigere mit intensiveren Phasen ab, wobei der Trend zu beobachten ist, dass die Phasen erhöhter Aktivität immer stärker werden. Es könnte ein großer Fehler sein, jetzt nachlässig zu werden und gerade angelaufene Maßnahmen zur Stärkung der Infrastruktur wieder zurückzuschrauben.

Eine jüngst veröffentlichte Studie eines internationalen Forscherteams unter Leitung des INGV kommt zu dem Schluss, dass das aktuelle Magmavolumen eines Reservoirs in ca. 4 km Tiefe nicht ausreicht, um eine Eruption auszulösen. Bemerkenswert ist, dass die Forscher davon ausgehen, dass der Vulkan in einigen Jahrzehnten durchaus in der Lage sein wird, eine mittelstarke Eruption hervorzubringen, wie sie zuletzt 1538 am Monte Nuovo stattfand. Auch ohne Worst-Case-Szenario eine sehr starke Eruption, die klimatische Auswirkungen auf weite Teile Europas hätte, eine unschöne Prognose für die Bewohner des Calderavulkans. Sie bestätigt, dass langfristige Maßnahmen erforderlich sind und man um Umsiedlungsmaßnahmen kaum herumkommen wird.

Besonders interessant ist, dass man in der Studie davon ausgeht, dass es Magma in 4 km Tiefe gibt. Die Wissenschaftler sind sich hierüber nicht einig und der Punkt wird kontrovers diskutiert. Ich gehe später genauer auf die Studie ein.

Merapi: Zwei Abgänge pyroklastischer Ströme

Zwei pyroklastische Ströme am Merapi – Neue Daten zum Lavadom

Am Gunung Merapi auf Java (Indonesien) sind letzte Nacht zwei pyroklastische Ströme niedergegangen und unterstreichen die anhaltende Aktivität des Vulkans. Da der Vulkan in Wolken gehüllt war, konnte man die Dichteströme nicht direkt beobachten. Dennoch brachten sie die Wolken zum Leuchten. Sie gingen auf der Südwestflanke ab und erreichten fast die Basis des Kegels. Auf dem Seismogramm hinterließen sie Signale mit Amplituden zwischen 41 und 51 mm und einer Dauer von 113 und 123 Sekunden. Die Zeit reicht aus, um eine Gleitstrecke von 1500 m zurückzulegen. 

Neben den Signalen registrierte das seismische Netzwerk am Merapi 99 Steinschlagsignale, die auch mit dem Abgang von Schuttlawinen assoziiert werden. Dazu gesellten sich 67 Hybridbeben, die von Fluidbewegungen im Vulkaninneren zeugten. Diese Aktivität ist seit Monaten typisch für den Merapi.

Die Abgänge von pyroklastischen Strömen und Schuttlawinen zeugen von anhaltendem Domwachstum und steigender Instabilität der Lavakuppel. Im jüngsten Wochenbericht für den Beobachtungszeitraum 2. bis 8. Januar 2026 heißt es, dass der südwestliche Lavadom bei der letzten Messung am 13. Dezember ein Volumen von 4.171.800 Kubikmetern aufwies und weiterhin leichte morphologische Veränderungen infolge anhaltender Abgänge zeigte. Damit lag das Domvolumen nur knapp unterhalb des letzten Wertes vom November. Der Zentraldom hat sich praktisch nicht verändert und bleibt inaktiv.

Auf Wochensicht wurden am Merapi acht pyroklastische Ströme registriert, die sich mit einer maximalen Reichweite von bis zu 1.500 Metern in Richtung Südwesten bewegten. Betroffen waren vor allem die Oberläufe der Flüsse Krasak, Bebeng und Sat/Putih. Begleitet wurden diese Ereignisse von intensiver seismischer Aktivität: Insgesamt wurden 505 Hybriderdbeben, 732 Steinschlagbeben, 2 flache vulkanotektonische Beben sowie 4 tektonische Erdbeben aufgezeichnet. Die Behörden sprechen von einer höheren seismischen Intensität als in der Vorwoche. Die größeren Schuttlawinen glühten nachts und legten Strecken von bis zu 2000 m zurück.

Messungen zur Bodendeformation mittels GPS und EDM ergaben keine signifikanten Veränderungen. Auch nach starken Regenfällen am 8. Januar 2026 wurden bislang keine Lahare gemeldet. Die Behörden warnen jedoch weiterhin vor Gefahren in den bekannten Abflussrinnen und halten an der erhöhten Alarmstufe fest.

Kanlaon: Anstieg der Seismizität Mitte Januar

Zunehmende Unruhe am Vulkan Kanlaon: Behörden warnen vor möglicher Eskalation

Am Vulkan Kanlaon auf der philippinischen Insel Negros hat sich die Lage erneut verschärft. Nach Angaben des staatlichen Instituts DOST-PHIVOLCS wurde heute Nacht eine deutlich erhöhte seismische Aktivität registriert. Insgesamt wurden innerhalb kurzer Zeit 45 vulkanotektonische Erdbeben aufgezeichnet, die durch Gesteinsbruch infolge von Magmenaufstieg entstanden sind – ein klarer Hinweis auf verstärkte Prozesse im Untergrund des Vulkans.

Die gemessenen Erdbeben erreichten Magnituden zwischen ML 0,6 und ML 3,9 und hatten Herdtiefen von bis zu 13 Kilometern unter den nordwestlichen Flanken des Kanlaon. Die stärkeren Erschütterungen waren in mehreren Städten spürbar, darunter La Carlota, Bago und Bacolod. Dort wurden Mercalli-Intensitäten zwischen I und IV gemeldet.

Seismik. © PHILVOLCS

Zusätzlich zur seismischen Aktivität beobachteten die Geowissenschaftler erhöhte Schwefeldioxid-Emissionen. Am 13. Januar lagen die SO₂-Ausstöße bei durchschnittlich 1.248 Tonnen pro Tag. Zwar entspricht dieser Wert in etwa dem mittelfristigen Durchschnitt seit Jahresbeginn, doch war es bereits am 9. Januar zu einem deutlichen Peak von über 4.100 Tonnen pro Tag gekommen. Insgesamt deuten diese Parameter auf einen erneuten Intrusionsprozess hin, der das Potenzial für einen mäßig explosiven Ausbruch birgt.

Trotz der angespannten Lage bleibt die Alarmstufe für den Kanlaon vorerst bei Level 2, was einen Zustand erhöhter Unruhe beschreibt. PHIVOLCS warnt jedoch, dass die Zunahme der vulkanotektonischen Erdbeben die Wahrscheinlichkeit für plötzlich auftretende, phreatische oder phreatomagmatische Eruptionen erhöht. Diese könnten gefährliche Begleiterscheinungen wie pyroklastische Ströme, Ascheregen und Gesteinswurf verursachen.

Die Behörden appellieren eindringlich an die Bevölkerung, Sicherheitsanweisungen strikt zu befolgen. Gemeinden innerhalb der vier Kilometer großen permanenten Gefahrenzone sollen weiterhin evakuiert bleiben, während im Umkreis von sechs Kilometern erhöhte Alarmbereitschaft gilt. Auch vor Laharen wird gewarnt, insbesondere bei Starkregen. Für den Luftverkehr gilt ebenfalls erhöhte Vorsicht: Flugzeuge sollen den Gipfelbereich meiden, da Vulkanasche eine erhebliche Gefahr darstellen kann.