Kilauea: 3 Schwarmbeben nach der 40. Lavafontänenepisode

Schwarmbeben unter der Kilauea-Gipfelcaldera – 130 Beben innerhalb von 3 Tagen

Am Kilauea auf Hawaii manifestierten sich seit Dienstagnacht drei Schwarmbeben unter der Gipfelcaldera. Insgesamt wurden mehr als 130 Einzelbeben geringer Magnituden registriert. Die Beben setzten wenige Stunden nach Abklingen der 40. Lavafontänenepisode ein und sind die ersten ihrer Art, seitdem der episodisch verlaufende Vulkanausbruch am 23. Dezember 2024 begonnen hat.

Der jüngste Erdbebenschwarm begann am Mittwochabend gegen 19:35 Uhr hawaiianischer Zeit und veranlasste das HVO zu einer offiziellen Mitteilung. Die seismische Aktivität nahm demnach innerhalb von rund 40 Minuten wieder ab. Die Erdbeben verteilten sich räumlich unter der Ostseite des Halemaʻumaʻu-Kraters sowie der südlichen Caldera. Alle gemessenen Ereignisse blieben schwach. Keines der Beben erreichte eine Magnitude von 2,0 oder mehr. Bei den meisten Beben handelte es sich um Mikrobeben.

Bereits zuvor hatten sich zwei ähnliche Episoden ereignet: Der erste Schwarm begann in der Nacht zum Dienstag gegen 0:40 Uhr und dauerte etwa eine halbe Stunde. Ein zweiter folgte am Mittwochmorgen gegen 9:10 Uhr und blieb ebenfalls kurz. In allen drei Fällen ähnelten sich die Magnituden. Nach Einschätzung der Vulkanologen lagen die Hypozentren der Beben überwiegend in der Nähe der flachen Magmakammer des Halemaʻumaʻu, in etwa 1,5 bis 4 Kilometern Tiefe.

Bei den registrierten Erdbeben handelt es sich überwiegend um vulkanotektonische Ereignisse, die entstehen, wenn magmatischer Druck Risse im umgebenden Gestein aufsprengt. Schwarmbeben können der Öffnung neuer Eruptionsspalten vorausgehen und auch auf eine Änderung magmatischer Prozesse im Untergrund hindeuten. Von daher könne sich der Charakter der Eruption ändern oder die eruptive Phase sogar enden. Historisch betrachtet enden episodische Fontänenausbrüche nicht selten, wenn sich die Magmazufuhr auf diese Weise umlenkt.

Ob die aktuellen Schwärme tatsächlich Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Lavafontänen an der Oberfläche haben werden, ist nach Angaben des HVO derzeit noch offen. Die Bodenhebung setzt sich in gewohnter Weise fort, was dafür spricht, dass die Aktivität weitergehen wird.

Aktuell bleibt die Aktivität jedoch auf den Bereich unter der Kilauea-Caldera beschränkt. Es gibt keine Hinweise darauf, dass Magma in die östliche oder südwestliche Riftzone abfließt. Beide Zonen gelten derzeit als ruhig. Das Hawaiian Volcano Observatory kündigte an, die seismische Entwicklung und den Zustand der Vulkane Hawaiis weiterhin engmaschig zu überwachen.

Australien: Sturzfluten reißen Autos mit

Sturzfluten verwüsten Südküste von Australien – Great Ocean Road gesperrt

Ein ungewöhnlich starkes Unwetter hat den australischen Bundesstaat Victoria erschüttert und entlang der berühmten Great Ocean Road schwere Verwüstungen angerichtet. Innerhalb weniger Stunden fielen in Teilen der Südküste außergewöhnlich hohe Regenmengen, die zu abrupten Sturzfluten führten. Besonders betroffen waren die Orte Wye River, Lorne und Kennett River, wo Bäche und kleine Flüsse über die Ufer traten und sich reißende Wassermassen ihren Weg Richtung Meer bahnten. Dabei wurden mehrere Fahrzeuge in den Ozean gespült.

Die Great Ocean Road, eine der bekanntesten Küstenstraßen Australiens und eine wichtiger touristischer Attraktion, musste vollständig gesperrt werden, da die Fahrbahnen nicht nur überflutet waren, sondern auch durch umgestürzte Bäume und Erdrutsche blockieren wurden und sie und unpassierbar machten. In mehreren Abschnitten riss das Wasser Teile der Straße fort und unterspült sie.

Besonders dramatisch waren die Szenen in Küstennähe: Mehrere Autos wurden von den Fluten erfasst und ins Meer gespült. Auch Wohnwagen, Zelte und Campingausrüstung aus nahegelegenen Ferienanlagen wurden mitgerissen und zerstört. Augenzeugen berichteten von Wassermassen, die innerhalb von Minuten Parkplätze und Campingplätze überfluteten. Nach bisherigen Angaben kamen keine Menschen ums Leben; die Behörden gehen davon aus, dass sich in den weggeschwemmten Fahrzeugen keine Personen befanden.

Die Einsatzkräfte des State Emergency Service, der Feuerwehr und der Polizei waren die ganze Nacht im Dauereinsatz. Menschen wurden aus überfluteten Häusern gerettet, einige suchten auf Dächern oder höher gelegenem Gelände Schutz. In mehreren Caravan-Parks ordneten die Behörden vorsorgliche Evakuierungen an. Zusätzlich kam es zu Stromausfällen, die Tausende Haushalte betrafen.

Meteorologen sprechen von einem extrem intensiven Gewitterereignis, wie es in dieser Stärke nur selten vorkommt. Innerhalb weniger Stunden fielen mehr als 170 mm Niederschlag, was in etwa die doppelte Monatsmenge entspricht. Die Behörden warnen, dass weitere Regenfälle nicht ausgeschlossen sind und sich die Lage erneut verschärfen könnte. Während Aufräumarbeiten beginnen, wird bereits über die wachsende Häufigkeit solcher Extremwetterereignisse in Australien diskutiert und über die Frage, wie gut die Infrastruktur darauf vorbereitet ist.

Australien hat sich zum Ziel gesetzt, seinen CO₂-Ausstoß bis 2030 um 43% gegenüber 2005 zu senken, und hat es bisher geschafft, den Ausstoß um etwa 28% zu reduzieren. Überwiegend durch den Ausbau der erneuerbaren Energien. Man darf aber nicht vergessen, dass Australien einer der weltgrößten Kohlförderer ist ca. 80% seiner Kohle nach China, Indien, Japan und Südkorea exportiert.

Italien: Erdbeben Mb 4,4 im Ionischen Meer

Erdbeben im Ionischen Meer bei Italien: Ruck entlang einer komplexen Nahtstelle

Datum: 15.01.2026 | Zeit: 08:35:17 UTC | Koordinaten 38.721 ; 18.054 | Tiefe: 10 km | Mb 4,4

Ein moderates Erdbeben der Magnitude Mb 4,4 hat am Morgen das nördliche Ionische Meer erschüttert. Das Epizentrum wurde vom EMSC 90 km ost-südöstlich von Crotone in Italien verortet. Die Tiefe des Hypozentrums wurde mit 10 Kilometern angegeben. Der Erdstoß manifestierte sich um 08:35:17 UTC und blieb ohne größere Schäden. Auch Wahrnehmungsmeldungen liegen nicht vor.  Es war nicht das einzige Beben in der Region, denn zuvor gab es um 06:02:08 UTC ein Beben Mb 4,3 in 15 km Tiefe sowie einige schwächere Erdstöße.  Die Beben lenken den Blick auf eine der tektonisch komplexesten Zonen des Mittelmeerraums.

Italien. © EMSC/Leaflet

Was auf den ersten Blick wie ein typisches mittelstarkes Seebeben erscheint, ist aus tektonischer Sicht bemerkenswert. Die Epizentren liegen in einer bekannten Deformationszone im Übergangsbereich zwischen der Adriatischen und der Ionischen Mikroplatte, nahe der Apulischen Schichtstufe mit der gleichnamigen Großstörung. Diese Zone ist kein klar definierter Plattenrand, sondern ein mehrere Dutzend Kilometer breiter Störungsgürtel, in dem sich unterschiedliche Bewegungen überlagern. Entgegen vereinfachter Darstellungen in manchen globalen Karten handelt es sich dabei nicht um eine direkte Grenze zwischen der afrikanischen und der adriatischen Platte. Die afrikanische Großplatte liegt weiter südlich; im zentralen Mittelmeer dominieren Mikroplatten und Übergangszonen das Geschehen.

Auffällig ist, dass es in den letzten Tagen zu einer Zunahme der Seismizität im Osten Italiens kommt. Offenbar haben sich durch tektonische Prozesse größere Spannungen aufgebaut, die nun entladen werden. Erst am 10. Januar hatte es im Ionischen Meer ein Erdbeben der Stärke Mb 5,1 gegeben. Diese Erschütterung manifestierte sich im gleichen Störungsregime, aber weiter südlich und näher an der Küste, weshalb ich die aktuellen Erdbeben nicht als Nachbeben einordne. Stärkere Erdbeben sind jederzeit möglich.

Das nördliche Ionische Meer ist seit Jahrhunderten als seismisch aktive Region bekannt. Historische Großbeben wie jenes von Messina 1908 haben gezeigt, welches Potenzial in diesem System steckt. Das aktuelle Ereignis bewegt sich jedoch klar im moderaten Bereich und fügt sich in die normale seismische Hintergrundaktivität der Region ein.

Marapi eruptierte Aschewolken 1600 m hoch

Marapi erneut ausgebrochen – Vulkanasche 1600 m über Kraterhöhe aufgestiegen

Am Mittwoch ist der Vulkan Marapi in Westsumatra erneut explosiv ausgebrochen. Die Eruption ereignete sich um 09:36 Uhr westindonesischer Zeit (WIB). Dabei wurde eine Aschesäule beobachtet, die eine Höhe von etwa 1.600 Metern über dem Gipfel erreichte, was einer Gesamthöhe von rund 4.491 Metern über dem Meeresspiegel entspricht. Das VAAC Darwin veröffentlichte eine VONA-Meldung, nach der die Asche sogar bis auf 6000 m Höhe aufgestiegen sein soll und nach Osten driftete. So große Diskrepanzen zwischen visueller Beobachtung und Satellitendaten sind selten, kommen aber vor.  Aktuell gibt es auch eine VONA-Warnung, allerdings ist nur eine kleine Aschewolke unterwegs.

Nach Angaben der Beobachter des Vulkanologischen Observatoriums am Marapi war die Aschewolke grau gefärbt und zeigte eine zunehmende Dichte in nordöstlicher Richtung, was auf die vorherrschenden Windverhältnisse zum Zeitpunkt des Ausbruchs hindeutet. Die Explosion erzeugte ein seismisches Signal mit einer Amplitude von 29 mm und 31 Sekunden Dauer. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts hielt die eruptive Aktivität weiterhin an, was darauf schliessen lässt, dass es anhaltende Ascheemissionen gab, die aber relativ „geräuschlos“ verliefen und keine weitere Seismik erzeugten.

Im Rahmen der Eruption gab es auch eine Tremorphase; die restliche Seismizität ist unauffällig und deutet nicht darauf hin, dass ein grosser Ausbruch bevorsteht. Dennoch ist eine gewisse Wachsamkeit in Vulkannähe geboten. Es gilt eine 3-Kiloometer-Sperrzone um den aktiven Krater. von einer Besteigung des Vulkans ist abzusehen. Im Falle starker Regenereignisse drohen Lahare, die auch im weiteren Umfeld des Marapi eine Gefahr darstellen können. Hiervon sind besonders Flussläufe und Schluchten betroffen.

Der Ausbruch unterstreicht die anhaltende Aktivität des Marapi, einem der aktivsten Vulkane Indonesiens. Die zuständigen Behörden beobachten die Situation weiterhin aufmerksam und bewerten mögliche Gefahren für die umliegenden Regionen.

Auf der Nachbarinsel Java ist der Namensähnliche Merapi aktiv: Er baut an seinem Lavadom und es können jederzeit pyroklastische Ströme abgehen.