Piton Fournaise: Vulkanausbruch hat am 18. Januar begonnen

Vulkanausbruch am Piton Fournaise – kurze aber intensive seismische Krise ging voran

Heute Abend ist auf La Réunion der Vulkan Piton de la Fournaise ausgebrochen. Die Eruption begann um 19:42 Uhr Ortszeit (15:48 Uhr UTC), nachdem um 16:34 Uhr eine seismische Krise eingesetzt hatte, die mit einer schnelle Bodenverformung einher ging. Daher hatten Beobachter mit einem baldigen Vulkanausbruch gerechnet. Ersten Beobachtungen und Analysen der Vulkanologen vom OVPF (Observatoire volcanologique du Piton de la Fournaise) zufolge öffnete sich eine Eruptionsspalte unbekannter Länge an der unteren Nordflanke des Kraterkegels Dolomieu innerhalb der Caldera. Die ersten Sichtungen des Ausbruchs erscheinen nur Minuten nach Eruptionsbeginn auf der OVPF-Webcam im Piton Partage.

Auf den ersten Bildern ist leider noch nicht viel mehr als eine rot illuminierte Wolke zu erkennen, da der Ort des Geschehens noch von einer dünnen Wolkenschicht bedeckt ist. Oft ziehen die Wolken während der Nacht ab, so dass bald bessere Aufnahmen erwartet werden können. Allerdings sind die LiveCams derzeit offenbar überlastet, so dass keine Verbindung aufgebaut werden kann.

Bereits seit Ende November 2025 gab es Anzeichen für ein Aufladen des Vulkans. Zunächst setzte langsame Inflation ein, die von vereinzelten vulkanotektonischen Erdbeben begleitet wurde. In den folgenden Wochen kam es zu 3 kurzen Schwarmbeben mit beschleunigter Bodenhebung, ohne dass es das Magma bis zur Erdoberfläche geschafft hätte – typische Vorgänge im Vorfeld einer Eruption, die am Fournaise oft zwischen 2 und 3 Wochen anhält. Ob es diesmal wieder so sein wird, ist ungewiss.

Drei Eruptionsspalten und ein Schlot öffneten sich am Piton Fournaise. © OVPF

Update 18:30: Während weitere Informationen der Vulkanologen auf sich warten lassen, werden in den sozialen Medien weitere Bilder von denjenigen geteilt, die eine Verbindung zu den LiveCams aufbauen können. Auf dem bis jetzt klarsten Foto ist zu erkennen, dass sich drei kurze Eruptionsspalten geöffnet haben, aus denen kleine Lavafontänen aufsteigen, die Lavaströme speisen. Ein einzelner Schlot scheint sich am rechten Bildrand zu befinden.

Marapi: Aschewolke in 3600 m Höhe detektiert

Weitere Eruption am Marapi auf Sumatra – Vulkanasche in 3600 m Höhe detektiert

Der indonesische Vulkan Marapi in Westsumatra ist heute um 10:51 Uhr WIB erneut ausgebrochen und stieß Vulkanasche aus, die nach Angaben des VAAC Darwin bis auf eine Höhe von 3600 m (FL120) aufgestiegen ist. Der Wind verfrachtete die Aschewolke in Richtung Westen. Meldungen über Ascheniederschlag gibt es nicht.

Die Angaben des VIS weichen von jenen des VAAC ab. Demnach stieg die Eruptionswolke bis zu 300 Meter über Kraterhöhe auf, was etwa 3200 m über dem Meeresspiegel entspricht. Die Vulkanbeobachter des örtlichen Observatoriums beschrieben die Färbung der Aschesäule von weiß bis grau und sie soll ihren Angaben zufolge in Richtung Norden und Nordosten aufgestiegen sein.

Die Eruption wurde von Seismographen aufgezeichnet und verursachte auf dem Seismogramm ein Explosionssignal mit einer maximalen Amplitude von 7 Millimetern und einer Dauer von 2 Minuten und 25 Sekunden. In den letzten 24 Stunden ereignete sich ein vulkanotektonisches Beben sowie 4 weiter entfernte tektonische Erschütterungen.

Der Marapi eruptierte in den letzten Tagen mehrfach. Eruptionen mit Aschewolken – deren Höhen aber nicht bestimmt werden konnten – gab es am 8.1.2026 und 13.1.2026. Am letzten Mittwoch (14.1.2026) schleuderte der Marapi Asche bis zu 1600 m hoch, worüber ich bereits berichtete.

Der Alarmstatus befindet sich weiterhin in Stufe „2“. Die Bevölkerung wird gebeten, sich nicht dem Krater zu nähern und keine Aktivitäten im Umkreis von drei Kilometern durchzuführen. „Wir appellieren an alle, die in der Nähe von Tälern oder Flüssen leben, die am Gipfel des Mount Marapi entspringen, stets auf die potenzielle Lavagefahr zu achten, insbesondere bei Regen“, betonte ein Mitarbeiter des lokalen Observatoriums gegenüber der Lokalpresse.  Darüber hinaus wird den Bewohnern geraten, bei Ascheregen Masken zu tragen, da dieser gesundheitsgefährdend sein kann.

Der letzte große Ausbruch des Mount Marapi ereignete sich am 3. Dezember 2023, wobei 23 Bergsteiger ums Leben kamen. Seitdem ist der Berg weiterhin aktiv. Am Samstag, dem 5. November 2024, ereignete sich eine weitere Katastrophe in Form eines Lahars, der zahlreiche Einwohner in den Regierungsbezirken Tanah Datar, Agam und Padang Pariaman tötete.

Chile: Waldbrand zerstört Vegetation auf 300 Hektar

Waldbrand in Chile – Feuer vernichtet Vegetation auf mehr als 300 Hektar Fläche

In Chile wütet aktuell eine neue Welle schwerer Wald- und Vegetationsbrände. Besonders dramatisch ist die Lage in der Region del Biobío, wo ein Feuer nahe Concepción außer Kontrolle geraten ist. Entlang der Ruta 152 in Richtung Chillán bot sich Autofahrern gestern ein apokalyptisches Bild, als Flammen direkt neben der Fahrbahn aufloderten und dichter Rauch die Sicht behinderte. Nach Angaben der Behörden wurden durch dieses Feuer bereits mehr als 300 Hektar Vegetation zerstört. Es wurde die Alarmstufe Rot verhängt und mehrere Straßenabschnitte mussten gesperrt werden. Die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Zivilschutz arbeiten unter extremen Bedingungen auf Hochtouren.

Auch in anderen Teilen Chiles sind Brände aktiv. Ein verheerender Waldbrand bei Penco hat sich in den letzten Stunden massiv ausgedehnt und bedroht mehr als 3000 Häuser. In den sozialen Medien geteilte Bilder zeigen, dass die Flammen bereits auf Gebäude übergegriffen haben, und dokumentieren den verzweifelten Kampf von Bewohnern und Feuerwehr gegen die Feuersbrunst.

Seit Dezember letzten Jahres brannte die Vegetation auf fast 4000 Hektar Land ab. Mindestens 2 Personen starben infolge der Feuer, 10 wurden schwer verletzt. Fast 160 Personen erlitten leichtere Verletzungen und Rauchvergiftungen. Es kam zu infrastrukturellen Schäden, Straßensperrungen und Evakuierungen, von denen fast 3000 Personen betroffen sind.

Die schnelle Ausbreitung der Feuer wurde durch eine Kombination aus lang anhaltender Dürre bei hohen Temperaturen und starkem Wind begünstigt. Hinzu kommen strukturelle Faktoren wie ausgedehnte Forstplantagen mit leicht entzündlichen Baumarten, eine durch die Dürre trockene Vegetation und menschliche Einflüsse wie fahrlässiger Umgang mit Feuer oder Brandstiftung.

Parallel dazu kämpft auch Patagonien auf argentinischer Seite mit schweren Bränden, etwa in den Provinzen Chubut und Río Negro. Zwar stehen diese Feuer nicht in direktem Zusammenhang mit den Bränden in Zentralchile, doch sie zeigen ein ähnliches Muster und sind großflächiger Trockenheit, starken Winden und extremer Sommerhitze geschuldet. Meteorologen sprechen von einer regionalen Häufung von Extremereignissen im südlichen Südamerika.

Eine mögliche übergeordnete Rolle spielt das Klimaphänomen La Niña. Dabei kühlen sich Teile des tropischen Pazifiks ab, was globale Wetterzirkulationen verändert. In Südamerika kann La Niña zu trockeneren und heißeren Bedingungen führen, insbesondere in Chile und Teilen Argentiniens. In Australien hingegen wird es feuchter, was sich dort aktuell in Überschwemmungen manifestiert. Zwar gilt das aktuelle Signal als eher schwach und unsicher, doch selbst geringe Abweichungen können Wetterextreme deutlich erhöhen.

Póas: Neue Phase phreatischer Eruptionen Mitte Januar

Vulkan Póas steigerte seine Aktivität und erzeugte mehrere phreatische Eruptionen

Der costa-ricanische Vulkan Poás liegt in der Zentralkordillere des mittelamerikanischen Staates und befindet sich ein weiteres Mal in einer Phase erhöhter vulkanischer Unruhe. Nach Angaben von OVSICORI-UNA wurden in den letzten zwei Tagen mehrere phreatische Eruptionen registriert, die in das Bild einer seit 2024 andauernden Aktivitätsphase passen. Aschewolken wurden nicht detektiert und VONA-Warnungen blieben aus.

Póas. © OVISCORI-UNA

Am 16. Januar kam es innerhalb eines Tages zu mindestens drei kleinen phreatischen Ausbrüchen. Die Eruptionen wurden durch Seismographen und Infraschallsensoren eindeutig erfasst. Aufgrund eingeschränkter Sichtverhältnisse durch dauerhafte Bewölkung im Gipfelbereich konnte die Höhe der Eruptionssäulen nicht bestimmt werden. Berichte über Ascheregen lagen nicht vor, was darauf hindeutet, dass überwiegend schlammige Sedimente und Dampf ausgestoßen wurden.

Die Aktivität setzte sich auch am Folgetag fort: Um 03:44 Uhr Ortszeit registrierte das seismische Netzwerk einen weiteren kleinen phreatischen Ausbruch, dessen Energie mit jener der Ereignisse vom Vortag vergleichbar war. Eine zweite phreatische Eruption folgte um 16:27 Uhr, die in puncto Stärke mit ihren Vorgängern vergleichbar war.

Auch bei diesen beiden Ereignissen blieb die Eruptionssäulenhöhe unbekannt, da der Gipfelbereich des Poás wolkenverhangen war. Aschefall wurde nicht gemeldet. Die Vulkanwarnstufe blieb auf „gelb“.

Die aktuelle Entwicklung kam nicht völlig überraschend: Nach einigen Wochen mit Deflation und geringer Seismizität zog der Tremor Mitte Dezember wieder deutlich an und es kam zu einer Ausdehnung der Messstrecke zwischen zwei Messpunkten, was auf Inflation hindeutet. In den letzten 4 Wochen wurden keine Bulletins veröffentlicht, so dass die jüngsten geophysikalischen Entwicklungen nicht öffentlich bekannt geworden sind.

Die aktuellen Ereignisse setzen eine Eruptionsserie fort, die bereits Ende 2024 begann und ihren vorläufigen Höhepunkt in den ersten Monaten des letzten Jahres erreichte. Im vergangenen Jahr fiel der Kratersee trocken und es kam wiederholt zu phreatischen und phreatomagmatischen Explosionen, die oft ohne lange Vorwarnzeit auftraten. Der Póas-Nationalpark wurde daraufhin für mehrere Monate geschlossen, ist seit dem Sommer 2025 aber wieder für Besucher zugänglich.

Angesichts der anhaltenden Aktivität betonen die Vulkanologen von OVSICORI-UNA, dass weitere phreatische Eruptionen jederzeit möglich sind. Entsprechend wird dringend empfohlen, die Vorgaben der zuständigen Behörden wie SINAC und CNE strikt einzuhalten.