Kilauea: Erste Prognosen zur eruptiven Episode 41

Fortgesetzter Ausbruch des Kilauea – Episode 41 binnen 2 Tage erwartet

Der Ausbruch des Kilauea im Halemaʻumaʻu-Krater, der am 23. Dezember 2024 begann, dauert weiter an. Bisher wurden 40 Lavafontänen-Episoden registriert. Der Beginn der 41. Episode wird gemäß Prognose der HVO-Vulkanologen für den Zeitraum 23.–25. Januar 2026 erwartet, vorausgesetzt, die Inflationsrate im Gipfelbereich bleibt konstant.

Kilauea
Kilauea. © HVO

In den letzten Tagen traten wiederholt kleine Lavaüberläufe auf, die als Vorzeichen der Lavafontänen-Episoden interpretiert werden. Auch zwischen den Lavaüberläufen ist der Vulkan nicht still, sondern entgast aus den beiden aktiven Schloten und illuminiert die Dampfwolken von unten – ein Zeichen dafür, dass die Lava konstant hoch im Fördersystem steht, wo sich Druck aufbaut.

Gestern führte die verstärkte Sprudeltätigkeit am nördlichen Krater gegen 22:40 Uhr HST zu einem kurzen Überlauf, der etwa fünf Minuten anhielt. Wenige Minuten später begann ein zweiter kleiner Überlauf um 23:13 Uhr HST, der innerhalb von zwei bis drei Minuten endete. Die Aktivität setzte sich auch heute Morgen fort. Weitere solcher Überläufe werden vor Beginn der bevorstehenden Fontänenepisode 41 erwartet.

Parallel dazu wurden unterhalb von Halemaʻumaʻu und der südlichen Caldera mehrere seismische Schwärme registriert. Am 19. Januar begann (wie berichtet) um 02:58 Uhr HST ein Schwarm mit rund 20 kleinen Beben, der 30–40 Minuten andauerte. Bis zum Folgetag gab es drei weitere Schwarmbeben mit einer Dauer von 20–30 Minuten. Diese Erdbeben verursachten nur geringe Neigungsänderungen des Gipfels (bis 1,5 Mikroradian) und hatten keine messbaren Auswirkungen auf die sich anbahnende Episode 41.

GPS-Daten und Druckmodelle des HVO zeigen, dass die flache Magmakammer unter Halemaʻumaʻu weiterhin an Volumen zunimmt, während die tiefere Magmakammer leicht an Druck verliert. Diese Dynamik unterstützt die fortgesetzte Lavaförderung, die derzeit etwa doppelt so hoch ist wie die langfristige Magmazufuhrrate des Kilauea. Das Magmafördersystem zwischen Magmakammer und Eruptionsspalten bleibt stabil, mit nur minimaler seismischer Aktivität.

Der Ausbruch könnte über mehrere weitere Episoden oder einen unbestimmten Zeitraum fortgesetzt werden, wobei Magma weiterhin aus den nördlichen und südlichen Schloten am Rand des Halemaʻumaʻu austritt.

Meiner Meinung nach könnte es noch einige Tage länger dauern, bis es zur nächsten Eruption kommt, da die Pausenintervalle zwischen denn Lavaüberläufen noch lang und die Lavaüberläufe selbst kurzweilig sind.

Russischer Vulkan Shiveluch eruptiert Vulkanasche 9 km hoch

Shiveluch eruptierte Aschewolke – rote VONA-Warnung ausgegeben

Shiveluch, ein Vulkan auf der entlegenen russischen Halbinsel Kamtschatka, eruptierte am Morgen des 23. Januar explosiv und förderte dabei eine Aschewolke, die bis auf etwa 9 Kilometer Höhe (FL300) aufstieg und mit dem Wind nach Norden driftete. Dabei breitete sich die Eruptionswolke mit einer Geschwindigkeit von 80 Knoten (rund 150 km/h) über ein großes Gebiet aus. Es war die zweite erwähnenswerte Eruption des Vulkans in diesem Jahr.

Shiveluch
Vona-Warnung

Auf den ersten Blick erstaunt die hohe Geschwindigkeit, mit der sich die Vulkanasche ausbreitete. Bedenkt man jedoch die große Höhe, in der sie sich bewegte, wird klar, dass sie vom Jetstream erfasst wurde. Da sich die Asche in Höhen ausbreitete, in denen auch Verkehrsflugzeuge unterwegs sind, wurde der Luftverkehrswarncode auf Rot angehoben.

Die Forscher von KVERT berichteten zunächst noch nicht über die aktuelle Aktivität des Vulkans. Dennoch ist bekannt, dass in der hufeisenförmigen Depression des Kraters am Jungen Shiveluch ein Lavadom wächst. Dieses Domwachstum wird von starken Entgasungen, Steinschlägen und gelegentlichen Schuttlawinen begleitet.

Wahrscheinlich kam es heute Morgen gegen 07:40 UTC zu einer Explosion, in deren Folge es auch zu einem partiellen Kollaps des Lavadoms und möglicherweise zur Generierung eines pyroklastischen Stroms gekommen ist. Pyroklastische Ströme zählen zu den gefährlichsten Phänomenen der Vulkanwelt: Die Wolken aus einem Gas-Asche-Gemisch können glühend heiß sein und sich mit sehr hohen Geschwindigkeiten hangabwärts bewegen. Dabei führen sie auch Geröll und größere Lavabrocken mit sich, die zusätzlich zur extremen Hitze ein hohes abrasives Zerstörungspotenzial besitzen. Personen, die direkt in einen pyroklastischen Strom geraten, haben praktisch keine Überlebungschancen.

Glücklicherweise ist das unmittelbare Umfeld des Shiveluch unbewohnt, sodass nur selten Menschen durch seine Eruptionen verletzt werden oder ums Leben kommen.

Der Shiveluch ist jedoch nicht der einzige aktive Vulkan Kamtschatkas. Aktuell ist auch der Krasheninnikov aktiv und fördert einen zweiarmigen Lavastrom, der sich in Richtung Osten bewegt. Die Lava emittiert zeitweise eine hohe thermische Strahlung. Der Vulkan wurde offenbar infolge des Megabebens Ende Juli aktiv, das sich vor der Südostküste Kamtschatkas ereignete.

Australien: Hitzewelle nach Überflutungen

Zwischen Hitze und Flut – Australien fest im Griff der Wetterextreme

Australien erlebte in den letzten Tagen einen schnellen Wechsel extremer Wetterereignisse: Während Queensland erst vor wenigen Tagen mit starken Überschwemmungen kämpfte, hat nun eine Hitzewelle das Land im Griff und es drohen neue Waldbrände. Die Kombination aus Hitze und Starkregen scheint auf den ersten Blick widersprüchlich zu sein, doch Wissenschaftler warnen, dass beide Phänomene Symptome eines sich rasant verändernden Klimas sind.

Hitzewelle
Hitzewelle Australien

In den vergangenen Wochen stiegen die Temperaturen in weiten Teilen Australiens auf Rekordwerte von bis zu 49 Grad Celsius an. Städte wie Melbourne und Adelaide verzeichneten Hitzeextreme, die für Menschen und Infrastruktur eine große Belastung darstellen. Parallel dazu richteten die heftigen Regenfälle in Queensland vor wenigen Tagen massive Schäden an. Flüsse traten über die Ufer und ganze Gemeinden wurden überschwemmt. Obwohl das Hochwasser inzwischen zurückging, dauern die Aufräumarbeiten noch an.

Wie lassen sich diese scheinbaren Gegensätze erklären? Klimaforscher machen den menschengemachten Klimawandel als übergeordneten Auslöser für extreme Wetterereignisse verantwortlich. Durch die globale Erderwärmung kann die Atmosphäre deutlich mehr Feuchtigkeit speichern. Der Wert liegt bei rund sieben Prozent pro Grad Celsius Erwärmung. Das führt dazu, dass Starkregenereignisse intensiver werden und länger andauern können. Gleichzeitig sorgt der Temperaturanstieg für ein gehäuftes Auftreten von Hitzewellen. Aufgrund langanhaltender und weitestgehend ortsstabiler Hochdruckgebiete werden extreme Temperaturen generiert.

Die globale Verstärkung der Wetterextreme ist eng mit der Erwärmung der Meere verbunden, wodurch die Atmosphäre mit zusätzlicher Energie und Wasserdampf versorgt wird, ähnlich wie wir es in den letzten Tagen auch im Mittelmeerraum erlebten.

Die Folgen für Bevölkerung und Umwelt sind ernst zunehmen: Hitzeperioden erhöhen das Risiko für gesundheitliche Schädigungen, während Überschwemmungen Existenzen bedrohen. Ökosysteme geraten unter Druck und erleiden große Schäden.

Besonders gefährdet sind Menschen aus sozial schwächere Bevölkerungsgruppen, weil sie oft weniger Schutz vor den Folgen solcher Extremereignisse haben und finanzielle Rückschläge nur schwer überwinden können.

Politik und Gesellschaft stehen vor der Herausforderung, effektive Strategien zur Anpassung an die Klimaveränderungen und Risikominimierung im Fall von Extremwetterereignissen zu entwickeln. Neben Maßnahmen zum besseren Katastrophen- und Klimaschutz sind vor allem schnellere Schritte zur Reduktion des Treibhausgasausstoßes notwendig, um die Erderwärmung einzudämmen. Dabei ist eine globale Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung: Der Kampf einzelner Staaten bringt wenig, wenn die globalen Player wie die USA und Russland nicht mitziehen. Auch das Mitwirken der bevölkerungsreichsten Länder, Indien und China, ist von großer Bedeutung.

Island: Erdbeben M 4,1 erschüttert Bardarbunga

Mittelstarkes Erdbeben M 4,1 unter Gletschervulkan Bardarbunga – zahlreiche Nachbeben registriert

Der isländische Gletschervulkan Bardarbunga wurde gestern Vormittag zum wiederholten Male von einem Erdbeben im 4er-Bereich erschüttert. Der Erdstoß der Magnitude 4,1 ereignete sich um 10:28:22 Uhr (UTC) in einer Tiefe von 5,2 Kilometern. Das Epizentrum wurde 7 Kilometer östlich des Calderazentrums lokalisiert. Zuletzt hatte es am 1. Januar 2026 ein vergleichbares Erdbeben in dieser Region gegeben.

Bardarbunga
Bardarbunga. © EMSC/Leaflet

Die Magnitude des Erdstoßes als auch die Tiefe des Hypozentrums waren derart, dass man das Beben hätte spüren können, doch da es sich in einer unbesiedelten Region Islands manifestierte, stehen Wahrnehmungsmeldungen aus. Das Beben wird auch beim EMSC gelistet, wo es eine Magnitude von 4,5 hat. Solche Diskrepanzen können u. a. durch die Verwendung unterschiedlicher Magnitudenskalen zustande kommen.

Der Erdstoß löste eine Serie schwächerer Erdbeben aus: Insgesamt wurden 11 Erschütterungen in der Bardarbunga-Caldera registriert. Zwei weitere ereigneten sich beim Grimsvötn, dem Nachbarvulkan des Bardarbunga.

Das Beben lag in einer Tiefe, in der sich ein wachsender Magmenkörper befindet, und könnte durch eine Druckzunahme im Speichersystem ausgelöst worden sein, wobei die Schmelze wahrscheinlich auf eine Störung im Randbereich des Magmenkörpers drückte. Der gewaltige Calderavulkan befindet sich also in einer Aufheizphase, doch es könnten Jahrzehnte vergehen, bis es wieder zu einer Eruption kommt.

Bardarbunga brach zuletzt im Jahr 2014 aus und flutete eine Ebene nördlich des Vatnajökulls mit Lava. Zuvor ruhte der Vulkan 114 Jahre lang, wobei es in dieser Zeit möglicherweise einige kleinere, unbestätigte Eruptionen gegeben haben könnte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Island noch dünner besiedelt als heute und das Hochland und der Gletscher standen nicht unter ständiger Beobachtung, weshalb kleine Eruptionen unbemerkt geblieben sein könnten bzw. nicht eindeutig bestimmten Vulkanen zugeordnet werden konnten: Schließlich liegen unter dem größten Gletscher Europas noch weitere Vulkansysteme verborgen, denen man frühere Eruptionen zugeordnet haben könnte. Geologische Hinweise auf die Eruptionen sind oft unter Eis verborgen, so dass es auch hier schwerfällt, kleineren Ereignissen auf die Spur zu kommen.

Piton Fournaise: Bodenhebung und Erdbeben halten an

Anhaltende Seismizität und Bodenhebung am Piton Fournaise – Weiterer Vulkanausbruch könnte in Kürze folgen

Am Vulkan Piton de la Fournaise könnte sich innerhalb kurzer Zeit ein weiterer Vulkanausbruch entwickeln, wobei man dann diskutieren müsste, ob es sich – ähnlich wie auf Hawaii – um eine weitere Episode des selben Ausbruchs handelt. Grund für diese Annahme liefern die jüngst vom OVPF veröffentlichten geophysikalischen Daten: Sie zeigen, dass sich unter dem Vulkan im französischen Übersee-Departement La Réunion weiterhin Magma bewegt, das aufsteigt und dabei nicht nur Erdbeben verursacht, sondern auch eine Aufblähung des Vulkans.

Bodenversatz
Horizontale Bodendeformation. © OVPF

Die Zahl der vulkanotektonischen Erdbeben nahm in den letzten Tagen zwar kontinuierlich ab, liegt nun aber wieder auf dem Niveau wie vor Beginn der seismischen Krise, die am 18. Januar in der Eruption gipfelte. Konkret heißt das, dass sich die Zahl der Erdbeben am 22. Januar auf 30 reduzierte. Am 19. Januar wurden etwa 10 Mal so viele Beben registriert. Die Erdbebenherde liegen weiterhin in Tiefen zwischen etwa 1 und 2,5 Kilometern unter dem nördlichen Rand des Vulkans.

Neben diesen kurzperiodischen Erdbeben registrieren die Wissenschaftler seit dem Ausbruchsstopp auch wiederholt langperiodische Signale (LP-Erdbeben). Diese werden üblicherweise mit der Bewegung von Fluiden oder mit Druckschwankungen im magmatischen bzw. hydrothermalen System in Verbindung gebracht. Nach Einschätzung des OVPF deutet die Kombination aus beiden Signaltypen darauf hin, dass das oberflächennahe Fördersystem des Vulkans weiterhin unter Druck steht und erneut auflädt.

Auch die Bodenverformung liefert Hinweise auf anhaltende magmatische Prozesse im Untergrund. Messungen in der Gipfelregion deuten erneut auf eine leichte Inflation hin. Ob dieser Trend anhält, soll in den kommenden Tagen genauer überprüft werden.

Die Vulkanologen weisen darauf hin, dass während solcher Druckphasen starke Schwankungen der seismischen Aktivität möglich sind. Phasen mit nur wenigen Erdbeben können kurzfristig von Perioden deutlich erhöhter Aktivität abgelöst werden.

Der weitere Verlauf des Geschehens bleibt offen. Der Druckaufbau im oberflächennahen Magmareservoir kann sich über längere Zeiträume hinziehen. Ebenso ist es möglich, dass sich das System stabilisiert, ohne dass es in absehbarer Zeit zu einem neuen Ausbruch kommt. Ich halte eine weitere Eruption in den nächsten Tagen oder Wochen für durchaus möglich.