Island mit erhöhter Erdbebenaktivität am 30. Januar

Erhöhte Erdbebenaktivität an mehreren Vulkanen Islands – Schwarmbeben bei Reykjanestá

Auf Island werden aktuell wieder deutlich mehr Erdbeben registriert, als es in den letzten Wochen der Fall gewesen war. Zwar sind wir noch ein gutes Stück von früheren Maxima entfernt, doch immerhin wurden innerhalb von 48 Stunden 173 Erschütterungen detektiert. Die meisten der Beben manifestierten sich in bekannten Vulkanzonen.

Island

Die stärkste Erschütterung der zwei Tage umspannenden Beobachtungsperiode wurde am Abend des 29. Januar um 19:37 Uhr registriert, als es rund 30 Kilometer west-südwestlich von Reykjanestá zu einem Erdbeben der Magnitude 3,1 kam. Es wurde ein Schwarmbeben ausgelöst, das gut 20 weitere Beben beinhaltete. Solche Erdbebenschwärme treten in dieser Region regelmäßig auf und sind meistens mit tektonischen Prozessen gekoppelt, die von Magmenbewegungen getriggert werden könnten.

Bereits am 28. Januar um 20:27 Uhr UTC wurde unter dem Mýrdalsjökull ein Erdbeben der Magnitude 3,0 aufgezeichnet. Ein vergleichbares Ereignis ereignete sich zuletzt am 29. Oktober 2025 mit einer Magnitude von 3,2. Auch dieses Ereignis war Teil eines Erdbebenschwarms, der bis heute anhält und aus 16 Erschütterungen besteht. Unter der nördlich gelegenen Torfajökull-Caldera bebte es 4 Mal.

Im Bereich des Vatnajökulls gab es einige Beben unter der Bardarbunga-Caldera. Interessant sind einige Erschütterungen im Bereich von Askja und Herdubreid. Hier war es in den letzten Wochen verhältnismäßig still. Die Bodenhebung scheint hier deutlich langsamer geworden zu sein. Am auffälligsten ist sie am Nordrand der Caldera. Allerdings könnten Schneemassen die Messungen verfälschen.

Auf der Reykjanes-Halbinsel ereigneten sich 47 Beben. Einige dieser Beben stammen noch von dem Schwarm bei Lambafell, der sich – wie berichtet – tags zuvor ereignet hatte. Dieser Erdbebenschwarm setzte am 27. Januar gegen 16:30 Uhr westlich von Þrengslin ein und brachte mehr als 200 Erdbeben hervor. Das stärkste davon ereignete sich um 2:01 Uhr und erreichte eine Magnitude von 3,0. Aktuell gab es die meisten Beben aber im Kysúvik-Bereich, während in der Svartsengi-Gegend nur sporadisch Beben festgestellt werden. Die Bodenhebung hier geht auf niedrigem Niveau weiter, nachdem es Anfang der Woche nach Stagnation ausgesehen hatte. Es besteht also doch noch die Möglichkeit, dass sich hier ein weiterer Vulkanausbruch ereignen könnte.

Kanlaon: Gasflammen als Warnung vor Vulkanausbruch

Vulkanologen sichten Gasflammen am Krater des Kanlaon – Sorge vor größerem Vulkanausbruch

Der auf der philippinischen Insel Negros gelegene Vulkan Kanlaon zeigt weiterhin deutliche Anzeichen erhöhter Aktivität. Im Mittelpunkt der aktuellen Beobachtungen von PHILVOLCS-Vulkanologen stehen Gasflammen, die in den vergangenen Nächten mithilfe von Wärmebildkameras am Krater sichtbar wurden. Dabei handelt es sich um den Austritt stark überhitzter vulkanischer Gase, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind, im Infrarotbereich jedoch wie flackernde Flammen erscheinen. Für Vulkanologen gelten diese Emissionen als wichtiges Warnsignal aus dem Inneren des Berges.

kanlaon
Kanlaon

Die Interpretation der Gasflammen ist für Vulkanologin Mari Andylene Quintia eindeutig: Sie weist in einem Statement gegenüber der lokalen Presse darauf hin, dass Magma in geringer Tiefe unter dem Vulkan vorhanden ist und kontinuierlich Gase freisetzt. Dieser Entgasungsprozess erhöht den Druck im vulkanischen System und kann sowohl zu plötzlichen phreatischen Explosionen als auch zu einem magmatischen Ausbruch führen. Ähnliche Phasen intensiver Gasfreisetzung wurden am Kanlaon bereits vor früheren Eruptionen beobachtet, zuletzt im Dezember 2024 sowie im Mai und Oktober 2025.

Die Messdaten von heute stärken die Einschätzung der Vulkanologin. In den vergangenen 24 Stunden registrierten die Überwachungsstationen fünf vulkanotektonische Erdbeben, was auf Bewegungen von Fluiden oder Magma im Untergrund hindeutet. Gleichzeitig wurde ein hoher Schwefeldioxid-Ausstoß von 2020 Tonnen pro Tag gemessen. Schwefeldioxid ist ein typisches magmatisches Gas und gilt als verlässlicher Indikator für eine offene Verbindung zwischen Magma und Oberfläche. Hinzu kommt eine bis zu 1500 Meter hohe, voluminöse Gas- und Dampfwolke, die vom Krater aufstieg und in nordöstlicher Richtung geweht wurde. Messungen der Bodenverformung zeigen zudem, dass sich der Vulkankörper aufbläht, was ein klassisches Zeichen für Magmaansammlungen im Inneren des Vulkans darstellt.

Trotz der klaren Warnsignale ist der weitere Verlauf des Geschehens schwer vorherzusagen. Die Aktivität kann sich stabilisieren, aber auch kurzfristig eskalieren. Aus diesem Grund wiederholen die Behörden, dass das Betreten der vier Kilometer umfassenden permanenten Gefahrenzone strikt verboten ist. Die aktuellen Gasflammen sind damit nicht nur ein spektakuläres Naturphänomen, sondern vielmehr ein ernstzunehmender Hinweis darauf, dass der Kanlaon in einer kritischen Phase steht und größere Eruptionen folgen könnten.

Sabancaya eruptiert Aschewolken bis auf 7300 m Höhe

Erneuter Vulkanausbruch des Vulkans Sabancaya versetzt Region Arequipa in Alarmbereitschaft

Der Vulkan Sabancaya im Süden der peruanischen Anden ist erneut in eine Phase erhöhter Aktivität eingetreten. Am Freitagmorgen kam es um 7:18 Uhr zu einer Explosion, bei der Asche und vulkanische Gase freigesetzt wurden. Die Emissionen erreichten eine Höhe von rund 3.400 Metern über dem Krater und wurden durch die vorherrschenden Winde in südliche und südöstliche Richtung geweht. Infolge des Ereignisses bestätigte das Geophysikalische Institut von Peru (IGP) die Aufrechterhaltung der Alarmstufe Orange.

Diese Eruption war das Startsignal anhaltender Tätigkeit, die beim VAAC Buenos Aires mehrere VONA-Warnungen auslöste, nach denen die Aschewolken eine Höhe von 7300 m erreichen und weiterhin in Richtung Süden.
Nach Angaben der Vulkanologen kann der Ascheausstoß die Luftqualität beeinträchtigen und gesundheitliche Beschwerden, insbesondere der Atemwege, verursachen. Zudem besteht die Gefahr von Schäden an landwirtschaftlichen Nutzflächen und Wasserressourcen. Betroffen sind unter anderem der Bezirk Huanca sowie weitere besiedelte Gebiete der Provinz Caylloma. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, Schutzmasken und Schutzbrillen zu tragen, Wasserbehälter abzudecken und den Kontakt mit Ascheablagerungen möglichst zu vermeiden.

Die Erdbebentätigkeit am Sabancaya wird weiterhin durch eine Kombination aus vulkanotektonischen Erdbeben und langperiodischen Beben geprägt. Auf den Seismogrammen tauchen auch die seismischen Signale der Explosionen auf. Die Erdbeben deuten auf eine anhaltende Bewegung magmatischer Fluide im Untergrund hin. Laut IGP handelt es sich dabei um eine Erdbebentätigkeit, die für den derzeitigen Aktivitätszustand des Vulkans typisch ist. Hinweise auf eine unmittelbare Eskalation der eruptiven Situation liegen derzeit nicht vor.
Diagramm
Der Sabancaya ist nicht nur einer der aktivsten Vulkane Perus, sondern auch der höchste in Eruption begriffene Vulkan der Welt. Er erreicht eine Höhe von rund 5.976 Metern und liegt etwa 70 Kilometer nordwestlich der Stadt Arequipa. Nach einer langen Ruhephase nahm seine Aktivität ab 2013 deutlich zu. Seit November 2016 befindet sich der Vulkan in einer nahezu kontinuierlichen Eruptionsphase mit regelmäßigen Explosionen, Ascheemissionen und erhöhter seismischer Aktivität. Diese langanhaltende, überwiegend moderate Aktivität macht den Sabancaya zu einem der am besten überwachten Vulkane der Anden.

Okmok: Starker Wind wirbelt Vulkanasche auf

VONA-Warnung am Okmok in Alaska – Kein Vulkanausbruch sondern Sturm

Starke Nordwinde um die Vulkane Okmok und Vsevidof, die auf der US-amerikanischen Insel Umnak (Aleuten, Alaska) liegen, haben bereits abgelagerte Vulkanasche und Staub hochgewirbelt und nach Süden verfrachtet. Diese Aschewolken sind deutlich auf Satellitenbildern zu erkennen. Der U.S. National Weather Service und das VAAC Washington haben daraufhin eine SIGMET-Warnung für Asche in Bodennähe herausgegeben und gibt eine maximale Wolkenhöhe von etwa 900 m über dem Meeresspiegel an.

Okmok
Okmok

Dieses Phänomen hängt nicht mit aktueller vulkanischer Aktivität zusammen, sondern entsteht bei starkem Wind in Verbindung mit trockenen, schneefreien Gelände­bedingungen im Umfeld von Okmok, Vsevidof und anderen Vulkanregionen Alaskas. Auf Umnak selbst findet derzeit keine Eruption statt. Vulkanasche, die durch Wind aufgewirbelt wird, gilt jedoch weiterhin als gefährlich, da sie Flugzeuge und Fahrzeuge beeinträchtigen und die Gesundheit gefährden kann.

Der Okmok-Vulkan ist ein großer Schildvulkan mit einer breiten Caldera am nordöstlichen Ende von Umnak Island. Er gehört zum Aleuten-Inselbogen und eruptierte in historisch Zeiten mehrfach. Der letzte bestätigte Ausbruch ereignete sich im Jahr 2008, als der Vulkan über mehrere Wochen Asche und Dampf ausstieß. Davor gab es 1997 kleinere Eruptionen. Seitdem gilt Okmok als ruhend, und es finden keine nennenswerten Ausbrüche statt.

Der aktuelle Status wird von der Alaska Volcano Observatory entweder als „Normal/Grün“ oder vorübergehend „Unassigned“ geführt, weil einige Überwachungsstationen derzeit nicht ausreichend Daten liefern. Es gibt keine bestätigten Anzeichen für bevorstehende Eruptionen wie erhöhte seismische Aktivität, deutliche Bodenverformungen oder Gasemissionen.

In der Region um Okmok wurden in den letzten Monaten mehrere kleine Erdbeben registriert (z. B. M 2,0–2,3 im Oktober und November 2025 sowie ein größeres Beben M 5,6 im Januar 2025), was typisch ist für den tektonisch sehr aktiven Aleutenraum, aber nicht zwingend auf bevorstehende vulkanische Aktivität am Okmok hindeutet.

Mayon: Lavastrom am Dom wächst

Vulkanausbruch am Mayon hält an – Lavastrom am Dom wird länger

Die erhöhte eruptive Aktivität am Mayon hält an. Diese äußert sich in anhaltendem Domwachstum und Abgängen von Schuttlawinen und pyroklastischen Dichteströmen, die über die Ostflanke des Vulkans gleiten. Bis jetzt haben sie zwar noch kein bewohntes Gebiet erreicht, doch die Gefahr größerer Abgänge mit mehr Reichweite besteht weiterhin. PHILVOLCS belässt die Warnstufe auf „3“.

Wer sich das Zahlenwerk der Vulkanologen genauer anschaut, staunt über die hohe Anzahl an Schuttlawinenabgängen, bei denen teils glühendes Material die Vulkanflanken hinabrollt: In den letzten 24 Stunden wurden 351 Schuttlawinen und 64 pyroklastische Dichteströme registriert. Die beiden vulkanischen Manifestationen sind eng miteinander gekoppelt und entstehen durch die gleichen Mechanismen: Am Lavadom, bzw. an dem von ihm abgehenden Lavastrom kommt es zu Kollapsereignissen. In erster Linie entscheiden Größe und Gasgehalt der abgebrochenen Lavapakete darüber, ob eine Schuttlawine oder ein pyroklastischer Strom entsteht. Ist genug Gas in der Lava vorhanden, kommt es zu Explosion und Fragmentation des Lavapakets, wodurch Gas freigesetzt und die Lava größtenteils zu Staub verwandelt wird und als pyroklastischer Strom den Hang hinab rast. Ohne explosionsartige Fragmentation geht das Material als Schuttlawine ab.

Fotos dokumentieren das anhaltende Wachstum des zähen Lavastroms, der vom Dom abgeht. Auf Satellitenaufnahmen erkennt man zudem seine Wärmesignatur, die sich in den Rinnen fortsetzt, durch die die Dichteströme und Schuttlawinen abgehen.

Die pyroklastischen Ströme erzeugen zudem Aschewolken, die beim VAAC Tokio regelmäßig VONA-Warnungen auslösen Die Vulkanasche steigt meistens bis auf FL 090 und bleibt damit unter der 3000-Meter-Marke.

Gegenüber der Vorwoche ist der Ausstoß an Schwefeldioxid zurückgegangen und belief sich bei den letzten Messungen auf knapp 1500 Tonnen am Tag. Das Vulkangebäude ist aufgebläht und es steigt weiter Magma auf. Ein Ende der Eruption ist nicht in Sicht.

Behörden rufen die Bevölkerung in der Umgebung dazu auf, Sperrzonen strikt einzuhalten. Der Mayon ist bekannt für plötzlich einsetzende explosive Ausbrüche, die selbst bei scheinbar moderater Aktivität lebensgefährlich sein können.