Ambae: Vulkanausbruch in Vanuatu intensiviert sich

Vulkanausbruch auf Ambae löst erneut VONA-Warnung aus – Vulkan Manaro Voui speit Vulkanasche

Eine aktuelle VONA-Warnung des VAAC Wellington betrifft den Vulkan Manaro Voui auf Ambae im Inselstaat Vanuatu. Demnach dauert eine Eruption, die am 27. Februar um 19:29 UTC begann, weiterhin an. Mit Hilfe von Webcamaufnahmen und Satelliten wird eine kontinuierliche, anhaltende eruptive Aktivität in Form von Ascheausstoß beobachtet. Die Vulkanasche steigt vom Boden bis auf etwa 3.000 Meter Höhe (Flugfläche 100) auf und driftet mit rund 9 km/h in östliche Richtung. Auf Satellitenbildern ist die Asche derzeit allerdings nicht eindeutig identifizierbar. Prognosen gehen davon aus, dass sich die Aschewolke in den kommenden Stunden weiter ostwärts verlagert, bevor sie sich innerhalb von 18 Stunden auflösen dürfte, sofern keine weitere Asche ausgestoßen wird, wonach es momentan aber nicht aussieht.

Die aktuelle Aktivitätsphase des Manaro Voui, der auch oft als Ambae bezeichnet wird, begann bereits um den 20. Februar, als verstärkte Dampf- und Ascheemissionen registriert wurden. Wenige Tage später erhöhten die Behörden die Alarmstufe auf Level 3. Damit wird eine moderate Eruptionsphase mit potenziell gefährlichen Auswirkungen im Nahbereich des Kraters signalisiert. Bereits Mitte Februar waren erste Anzeichen wachsender Aktivität beobachtet worden, darunter thermische Anomalien und nächtliches Glühen über dem Kratersee.

Wenige Tage alte Aufnahmen zeigen, mit wie viel Druck der Ascheausstoß stattfindet. Die Eruption bringt nicht nur Asche hervor, sondern auch glühende Tephra von Lapilli- und Blockgröße.

Ambae zählt zu den aktivsten Vulkanen des pazifischen Inselbogens. Besonders in den Jahren 2017 und 2018 hatte der Vulkan mit stärkeren Eruptionen für internationale Aufmerksamkeit gesorgt und zeitweise großflächige Evakuierungen notwendig gemacht. Im Vergleich dazu erscheint die derzeitige Aktivität deutlich schwächer, bleibt jedoch unter genauer Beobachtung.

Für den internationalen Flugverkehr stellt vor allem feine Vulkanasche ein Risiko dar. Auch wenn die aktuelle Aschewolke relativ niedrig bleibt, werden Luftfahrzeugführer durch die VONA-Meldungen gewarnt, um mögliche Routenanpassungen vorzunehmen. Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich davon ab, ob sich die Aktivität im Kratersee verstärkt oder allmählich abschwächt.

Campi Flegrei: Spürbare Erdbeben erschüttern den Vulkan

Erdbeben Md 3,5 löst Erdbebenschwarm unter Calderavulkan Campi Flegrei aus – im großen Umkreis zu spüren gewesen

Datum: 28.02.2026 | Zeit: 10:19:07 UTC | Koordinaten: 40.8352 ; 14.1398 | Tiefe: 2,7 km | Md 3,5

Am Vormittag des 28. Februars ereignete sich in den Campi Flegrei bei Neapel ein Erdbeben der Magnitude 2,5. Der Erdstoß, der eine Herdtiefe von 2700 m hatte, war im gesamten Stadtgebiet von Pozzuoli und in Teilen des angrenzenden Neapel deutlich zu spüren gewesen. Das Epizentrum lag nördlich der Solfatara, direkt auf der Straße „Galeria Solfatara“ die in die Tangentiale nach Neapel übergeht. Ein weiterer Erdstoß nahe der ersten Lokation hatte eine Magnitude von 2,3. Es gab einen Nachbebenschwarm von 12 weiteren Erschütterungen.




cf
Campi Flegrei. © INGV

Das Beben Md 3,5 war in diesem Jahr bislang der stärkste Erdstoß in der Caldera und löste u.a. beim EMSC mehrere Wahrnehmungsmeldungen aus. Der Erdstoß verursachte wellenförmige Bodenbewegungen und war in 11 Kilometer Entfernung noch deutlich zu spüren gewesen.

Das Bürgermeisteramt von Pozzuoli gab eine entsprechende Meldung heraus und warnte vor der Möglichkeit weiterer Erdbeben. Zudem wurden Notfallrufnummern veröffentlicht, an die sich besorgte Bürger wenden können, um ggf. entstandene Schäden zu melden. Berichte hierüber liegen bis jetzt nicht vor.

Was vorliegt, ist eine INGV-Meldung, nach der das Institut eine Absichtserklärung mit einem ortsansässigen Glasfasernetzwerkbetreiber unterzeichnet hat, das Glasfasernetzwerk als erweiterte Sensorenphalanx zu benutzen, so wie es u.a. auf der isländischen Reykjanes-Halbinsel bereits praktiziert wird: minimalste Längenänderungen der Glasfaser können Laufzeitunterschiede der Signale bewirken, was auf eine Dehnung der Kabel hindeutet, die durch Bodendeformationen verursacht werden können. Somit erhält man ein flächendeckendes Sensornetzwerk für die Bodenhebung. Wann das Projekt umgesetzt wird, ist nicht bekannt.

Seit einigen Monaten hat die Hebegeschwindigkeit des Bodens nachgelassen und reduzierte sich von 30 mm auf 10 mm. Damit liegt die Bodenhebung aber immer noch im Bereich des langjährigen Durchschnitts. Es bleibt abzuwarten, ob die Erdbeben heute nur eine Ausnahme waren oder ob sie eine erneute Phase signifikant erhöhter Aktivität einleiten.

Ätna: plötzlicher Tremoranstieg Ende des Monats

Tremor am Ätna steigt plötzlich an – Erdbeben in mittleren Tiefen

Am Ätna auf Sizilien steigt der Tremor seit dem Abend des 27. Februars deutlich an. Da die farbcodierte Messstation ECPN offline ist, müssen wir mit den Daten der Messstation EMFS vorliebnehmen und können nicht die üblichen Maßstäbe in der Lagebeurteilung ansetzen Dennoch zeigt der Verlauf der Messkurve, dass die Amplitude des Tremors schnell von niedrigen auf mittelhohe Werte angestiegen ist, wobei der Trend heute Morgen etwas verlangsamt anhält.

tremor
Tremor am Ätna. © INGV

Ein plötzlicher Anstieg der Tremoramplitude steht normalerweise mit einer Verstärkung der Fluidbewegungen im Untergrund in Verbindung. Am Ätna handelt es sich bei den Fluiden oft direkt um aufsteigendes Magma, aber auch um Gase. Nachdem die Erdbebenaktivität Mitte des Monats sehr gering war und es zwischen dem 15. und 23. Februar überhaupt keine registrierten Erdbeben gab, stieg die Seismizität in der letzten Woche wieder an und es wurden 13 Beben registriert, die meisten davon in mittleren Tiefen. Im Februar war die Erdbebenaktivität mit 52 detektierten Erschütterungen gering.

In Bezug auf die thermische Strahlung zeigt uns der Ätna die kalte Schulter: Sie ist in diesem Wintermonat geringer als sonst gewesen und aktuelle Sentinel-Fotos zeigen keine Hotspots in den Kratern. Es ist bestenfalls eine diffuse Wärmestrahlung auszumachen, die vom Boden der Bocca Nuova ausgeht.

quellen
Tremorquellen. © INGV

Das jüngste INGV-Bulletin zum Ätna, das am 24. Februar veröffentlicht wurde, bietet keinerlei Überraschungen und attestiert dem Ätna normale Hintergrundaktivität bei moderaten Werten in Bezug auf Geochemie und Geophysik. Einzig die Tremorquellenanalyse bleibt interessant, denn sie zeigt weiterhin den Trend, der schon in den Vorwochen zu beobachten war: Unter dem nördlichen Sektor des Kraterkomplexes scheint Magma aufzusteigen und sich in einer schmalen Zone zu akkumulieren, die ungewöhnlich weit in den Westen vordringt. Außerdem gab es unter dem Pizzo Deneri schwachen Tremor.

Wann die nächste Eruption am Ätna einsetzen wird, lässt sich nicht prognostizieren. Die schnell steigende Tremoramplitude könnte andeuten, dass eine neue Aktivitätsphase kurz bevorstehen könnte. Allerdings stieg der Tremor bis jetzt nur auf mittelstarke Werte, bei denen noch nicht mit einem Ausbruch zu rechnen ist. Sollten in den nächsten Stunden hohe Werte erreicht werden, sieht die Sache anders aus. Am ehesten ist mit Aktivität aus dem Nordostkrater zu rechnen, oder mit einer subterminalen Spaltenöffnung im Norden des Gipfelbereichs.

Home-Reef-Volcano: Vulkanausbruch hält Ende Februar an

Vulkanausbruch am Home Reef in Toga geht weiter – Rotglut im Krater detektiert

Der Home-Reef-Vulkan in Tonga bleibt auch Ende Februar aktiv und eruptiert eine Asche-Dampf-Wolke, die zuletzt in westlicher Richtung driftete. Darüber hinaus ist auf dem letzten wolkenfreien Satellitenfoto vom 20. Februar im normalen Lichtspektrum Rotglut im Krater auszumachen, was relativ selten vorkommt. Im Infrarotspektrum ist eine ausgeprägte thermische Anomalie sichtbar gewesen.

Home Reef

Die jüngsten Beobachtungen der geologischen Behörde von Tonga bestätigen ebenfalls das Anhalten der Aktivität, die bereits seit mehreren Wochen andauert. Am aktiven Schlot steigen kontinuierlich Dampfwolken und vulkanische Gase auf, die auf Satellitenfotos lange weiße Dampfbänder über der Meeresoberfläche erzeugen, bevor sie sich in der Atmosphäre verteilen. Satellitenaufnahmen zeigen zudem verfärbtes Wasser im Umfeld des Vulkans, was als ein Hinweis gilt, dass sich vulkanisches Material, Gase und Thermalwasser mit dem umgebenden Meer vermischen.

Auch den Vulkanologen vom Geological Survey Tonga ist die Rotglut im Krater nicht entgangen. Sie beschreiben das rötliche Leuchten im Bereich des Förderschlotes als besonders auffällig und interpretieren das Signal als Anzeichen der vulkanischen Aktivität. Die gemessene thermische Strahlungsleistung bewegt sich derzeit auf moderatem Niveau, was auf eine anhaltende, aber sich nicht steigernde Aktivität schließen lässt. Ascheemissionen sind möglich, treten jedoch offenbar nur phasenweise auf.

Die Alarmstufe für den Flugverkehr wurde auf „Orange“ gesetzt, da bei anhaltender Aktivität zeitweise Asche in die Atmosphäre gelangen kann. Für die Bevölkerung der Inselgruppen Vava’u und Ha’apai gilt hingegen der terrestrische Farbcode „Grün“, da aktuell nur ein geringes Risiko besteht. Der Schiffsverkehr wird ausdrücklich angewiesen, einen Sicherheitsabstand von mindestens zwei Seemeilen einzuhalten.

Home Reef liegt rund 25 Kilometer südwestlich von Late Island sowie zwischen den Inselgruppen Vava’u und Ha’apai im zentralen Tonga-Archipel. Der Vulkan ist bekannt für wiederholte submarine Ausbrüche, bei denen sich zeitweise neue kleine Inseln aus lockerem vulkanischem Material bilden können.

Stromboli: Lavaüberlauf am Abend des 27. Februars

Erneute effusive Aktivität am Stromboli – Lava läuft über Sciara del Fuocco

Der Stromboli setzt seine in Intervallen stattfindenden Lavaüberläufe aus dem N2-Förderschlot an der Nordbasis des Kraterkomplexes fort. Wie das INGV heute Abend mitteilte, wird mit Hilfe der Überwachungskameras derzeit eine als moderat beschriebene effusive Aktivität beobachtet. Dabei tritt Lava über den Kraterrand aus und speist einen Lavastrom, dessen Fronten sich im oberen Abschnitt der Sciara del Fuoco befinden.

stromboli
Stromboli. © INGV

Die Aktivität wird ausdrücklich als moderat beschrieben. Es handelt sich nicht um eine explosive Intensivierung, sondern um ein begrenztes Überlaufen von Lava aus dem Kraterbereich.

Aus seismischer Sicht liegt die durchschnittliche Amplitude des vulkanischen Tremors im mittleren Wertebereich. Es werden keine signifikanten Veränderungen in der Häufigkeit oder Stärke der sogenannten Explosionserdbeben registriert. Auch die geodätische Überwachung zeigt ein stabiles Bild: Die GNSS-Messstationen weisen keine nennenswerten Bodenverformungen auf.

Bereits in den letzten Tagen gab es am Stromboli mehrere Phasen mit Lavaüberläufen. Die jüngste ist gerade mal 2 Tage her und ebbte erst gestern ab. Darüber hinaus zeigt der Vulkan seine gewohnte strombolianische Aktivität mit regelmäßigen Explosionen aus mehreren Kraterbereichen. Hinweise auf eine stärkere Druckzunahme im Fördersystem gibt es nicht. Die nun beobachtete effusive Phase fügt sich in das bekannte Aktivitätsmuster ein und stellt eine kurzfristige Episode dar. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder solche Phasen, die sich oft im Laufe mehrerer Wochen intensivierten und zu stärkeren Ausbrüchen führten.

Die geophysikalischen und chemischen Daten des jüngsten Wochenberichts vom 24. Februar zeigen, dass sowohl die Anzahl der Explosionsbeben als auch die Stärke der Eruptionen selbst zuletzt etwas zugenommen hat und kurz davor steht, hohe Werte anzunehmen. Die Kohlendioxid-Emissionen haben diese hohen Werte bereits erreicht. Die Daten sprechen dafür, dass sich die Aktivität weiter steigern könnte. Das INGV warnt, dass stärkere Explosionen nicht ausgeschlossen werden können.

Mauna Loa auf Hawaii: Anhaltende Inflation

Anhaltende Inflation am Mauna Loa auf Hawaii – Vulkanologen sehen nur geringe Ausbruchswahrscheinlichkeit

Am Mauna Loa auf Hawaii hält die inflationsbedingte Bodenhebung des Gipfelbereichs weiter an und beläuft sich seit Ende der letzten Eruption im Jahr 2022 auf gut 300 mm. Ende 2025 verlagerte sich die Aufblähung kurzzeitig vom Gipfelbereich nach Südwesten, bevor sie nun wieder im Bereich der Gipfelcaldera einsetzte. Die Seismizität ist allerdings nur leicht erhöht, weswegen die Vulkanologen vom HVO derzeit nur eine geringe Ausbruchswahrscheinlichkeit sehen. Diesen Umstand erklären sie mit einem Auffüllprozess des Magmenkörpers, der nach Eruptionen typisch für den großen Schildvulkan ist.

Bodendeformation

Eine sich verlagernde Inflation wurde am Mauna Loa nicht zum ersten Mal beobachtet. Bereits 2015 zeigte das mit GPS erfasste Deformationsmuster eine ähnliche Verschiebung. Die Tatsache, dass diese Deformation mit Neigungsmessern messbar ist, deutet darauf hin, dass sich das Magma im Vulkan (geologisch gesehen) noch relativ nah befindet, möglicherweise zwischen 2 und 3 km unter der Oberfläche.

Aktuell ist die seismische Aktivität am Mauna Loa jedoch geringer als fast zu jedem Zeitpunkt der acht Jahre der Unruhe vor dem Ausbruch 2022. Das bedeutet, dass die beobachtete Deformation wahrscheinlich eine passive Auffüllung des Vulkans darstellt, die die Erdkruste nicht stark belastet und den Magmenkörper nur wenig unter Druck setzt, so dass kein Ausbruch bevorsteht.

Dieses Muster wurde auch nach den Ausbrüchen des Mauna Loa in den Jahren 1975 und 1984 beobachtet. Es wurde eine rasche, aufblähende Deformation ohne nennenswerte seismische Aktivität registriert. Erst mit dem erneuten Auftreten von Erdbeben begann der Vulkan eindeutig, sich seinem nächsten Ausbruch anzunähern.

Diese Beobachtungen erinnern uns daran, dass sich der Vulkan heute in einem anderen Zustand als vor dem Ausbruch 2022 befindet. Die Veränderungen der Neigung belegen, dass das Magma weiterhin mobil ist. Dies ist ein wichtiger Faktor für die zukünftige Entwicklung der Unruhe. Der Verlauf bis zum nächsten Ausbruch könnte sich von dem bis 2022 unterscheiden. Dies gilt insbesondere, wenn der Mauna Loa wieder häufiger ausbricht als in den Jahrzehnten zuvor, wie es vor 1984 der Fall war. Die Alarmstufe für den Mauna Loa ist derzeit NORMAL. Wir erwarten weitere Veränderungen wie erhöhte seismische Aktivität oder Gasemissionen vor einem möglichen Ausbruch. Selbst in ruhigen Phasen liefert die genaue Beobachtung der Vulkane wichtige Erkenntnisse für unsere Interpretationen und Entscheidungen im Hinblick auf die sich ändernden Bedingungen.

Laacher-See-Vulkan: 2 schwache Erdbeben in der Nähe

Zwei schwache Erdbeben nahe am Laacher-See-Vulkan detektiert – keines der Beben war spürbar

In der Nähe des Laacher-See-Vulkans in der Vulkaneifel ereigneten sich seit gestern Abend, dem 26. Februar, zwei schwache Erdbeben. Der erste Erdstoß fand gestern Abend um 17:48:46 UTC in einer Tiefe von ca. 10 Kilometern statt und hatte eine Magnitude von 1,2. Das Epizentrum wurde vom EMSC nördlich des Laacher Sees lokalisiert und lag 4 km ostsüdöstlich von Bad Neuenahr-Ahrweiler und 24 km südsüdöstlich von Bonn. Wenige Stunden später, um 22:26:51 UTC, folgte ein weiteres Beben mit einer Magnitude von 0,5, ebenfalls in 10 km Tiefe. Dieses lag südlich des Vulkans, etwa 16 km westlich von Koblenz und 10 km südwestlich von Neuwied. Beide Beben waren sehr schwach und dürften von der Bevölkerung nicht gespürt worden sein.




Laacher-See-Vulkan. © EMSC/ Leaflet

Das erste Beben ereignete sich nicht eindeutig in der direkten Einflusssphäre des Laacher-See-Vulkans, könnte aber dennoch an einer Störung gelegen haben, die auf magmatische Prozesse im Untergrund angesprungen ist. Das zweite Erdstößchen lag unter dem Korretsberg bei Kruft, ca. 6 Kilometer südöstlich vom Laacher-See-Vulkan. Beim Korretsberg, der direkt neben einem Lavatagebau liegt, handelt es sich um einen Schlackenkegel, der deutlich älter als der Laacher-See-Vulkan ist und aus einer früheren – überwiegend effusiven – Eruptionsphase des Vulkanfelds der Osteifel stammt. Dennoch wird die Region südöstlich des Laacher-See-Vulkans heute von dessen Magmenkörper dominiert, der in der Tiefe schräg in die Richtung des Korretsbergs einfällt. Demnach könnten Erdbeben hier direkt von magmatischen Fluiden ausgelöst werden, die von diesem Magmenkörper aus aufsteigen.

Geologischer Hintergrund der Region

Der Laacher See ist die wassergefüllte Caldera eines Vulkans, dessen letzte große Eruption vor rund 13.000 Jahren stattfand. Er gehört zum quartären Vulkanfeld der Vulkaneifel, das Teil des Rheinischen Schiefergebirges ist. Die Region ist bis heute vulkanisch nicht erloschen, sondern gilt als ruhend. Hinweise auf magmatische Aktivität im Untergrund finden sich nicht nur in Erdbeben, sondern auch in Mofetten (CO₂-Austritte) im Bereich des Laacher Sees.

Kanlaon: Weitere Eruptionen und pyroklastische Dichteströme

kanalon

Ascheeruptionen und pyroklastische Dichteströme am Kanlaon – neue Daten zum gestrigen Vulkanausbruch

Nach dem stärkeren Vulkanausbruch von gestern Abend, bei dem der Kanlaon nicht nur seinen Schlot freisprengte, sondern auch ein vulkanisches Gewitter erzeugte, setzt der philippinische Vulkan seine Aktivität fort. Heute gab es eine Ascheeruption, die eine VONA-Warnung auslöste, nach der die Aschewolke bis auf eine Höhe von 3700 m aufgestiegen ist und nach Südwesten driftete. Zudem wurden im Tagesverlauf 2 kleinere pyroklastische Dichteströme freigesetzt, die die untere Hälfte der Vulkanflanke erreichten.

Die beiden pyroklastischen Dichteströme gingen heute um 12:40 Uhr sowie um 14:05 Uhr Ortszeit ab. Beide Episoden dauerten jeweils etwa eine Minute und wurden durch einen Kollaps an der Lavafront des Lavastroms in der Bonga-Schlucht verursacht. Die Gleitstrecke wird von PHILVOLCS mit etwa 300 m angegeben. Die von den Dichteströmen ausgehende Aschewolke erreichte eine Höhe von rund 3000 m.

aschewolke
Schloträumer

Neue Daten zu dem Vulkanausbruch mit dem vulkanischen Gewitter von gestern Abend zeigen, dass die initiale Eruption nur zwei Minuten anhielt, aber dennoch als mittelstark eingestuft wurde und spürbare Auswirkungen auf weite Teile der Region hatte.

Innerhalb kurzer Zeit stieg eine dichte, dunkelgraue Aschewolke rund 2.500 Meter über den Krater auf und driftete anschließend in südwestliche Richtung. In der Eruptionssäule wurden mehrfach vulkanische Blitze beobachtet – ein Hinweis auf die hohe elektrische Aufladung der Aschepartikel. Glühende Gesteinsfragmente wurden bis zu 1,5 Kilometer weit aus dem Gipfelbereich herausgeschleudert. Zudem gingen pyroklastische Dichteströme an den südöstlichen und östlichen Flanken des Vulkans nieder, die eine Reichweite von zwei Kilometern um den Krater hatten.

Messstationen registrierten eine deutliche Druckwelle mit einem Spitzenwert von 218 Pascal. Das Grollen der Detonation war noch in 30 Kilometern Entfernung hörbar. Berichte über rumbling sounds kamen sogar aus mehr als 175 Kilometern Entfernung, was Experten auf atmosphärische Schallausbreitung zurückführen.

Zwei Minuten nach der explosiven Phase ging der Ausbruch in eine anhaltende, 77 Minuten dauernde Ascheemission über. Starke Höhenwinde mit einer Geschwindigkeit von etwa 12 Metern pro Sekunde verteilten die Asche über große Teile der Negros-Inselregion und in zahlreichen Gemeinden kam es zu starkem Ascheniederschlag, der von schwefligem Geruch begleitet wurde. Besonders betroffen waren die Gemeinden La Castellana und Pontevedra in der Provinz Negros Occidental.

Für den Vulkan Mayon gilt die Alarmstufe 3. Das Betreten der 6 km breiten permanenten Gefahrenzone ist verboten.

 

Piton Fournaise: Vulkanausbruch geht Ende Februar weiter

Lavafeld am Piton Fournaise im Jahr 2007. © Marc Szeglat

Vulkanausbruch am Piton Fournaise hält an – Lage weitestgehend stabil

Der Vulkanausbruch, der am 13. Februar begann und somit nun 2 Wochen andauert, geht weiter und ist im Wesentlichen stabil. Größere Änderungen in den geophysikalischen Parametern gab es laut dem jüngsten OVPF-Bericht von gestern nicht. Die Dauer der Eruption reiht sich in das typische Geschehen am Fournaise ein und wenn es typisch bleibt, dann sollte die Eruption demnächst anfangen, sich abzuschwächen.

Doch dafür gibt es bislang keine signifikanten Anzeichen. Laut dem erwähnten Bericht ist immer noch eine Eruptionsstelle an der südöstlichen Flanke aktiv und es gibt eine kleine Lavafontäne, die vom Piton de Bert aus beobachtet werden kann. Die ausgeworfene Tephra akkumuliert sich um den Schlot und lässt den Schlackenkegel weiter wachsen, der sich zunehmend schließt, weshalb sich ein Lavakanal bildet, während sich hangabwärts Lavatunnel entwickeln.

Die Lavafront liegt weiterhin im unteren Bereich der Grandes Pentes auf etwa 660 m Höhe und rund 2,6 km von der Straße entfernt. Die aktivsten Bereiche des Lavastroms befinden sich nahe der Eruptionsstelle, wo sich das Lavafeld verbreitert und verdickt.

Die seismische Aktivität am Gipfel ist geringer geworden und die Wahrscheinlichkeit neuer Spaltenöffnungen nimmt ab: Innerhalb von 24 Stunden wurde nur ein vulkanotektonisches Beben registriert. Auch Felsstürze sind seltener geworden. Die Deflation des Gipfelbereichs, die im Anfangsstadium der Eruption durch die rasche Entleerung des flachen Magmareservoirs verursacht wurde, ist inzwischen abgeschlossen.

Der eruptive Tremor bleibt auf niedrigem Niveau relativ stabil, zuletzt mit leicht abnehmender Tendenz. Die aus Satellitendaten berechneten Lavaflussraten lagen in den letzten 24 Stunden bei maximal 19 m³/s. Seit Beginn des Ausbruchs wurden schätzungsweise rund 7 Millionen m³ Lava gefördert. Mit dieser Fördermenge ordnet sich der Ausbruch noch im unteren Bereich der moderaten Eruptionen ein: Ausbrüche am Piton Fournaise, die als klein bezeichnet werden, bringen 1–5 Millionen Kubikmeter Lava hervor. Das Spektrum mittelstarker Ausbrüche reicht bis 20 Millionen Kubikmeter und das starker Eruptionen bis 60 Millionen. Extremstarke Eruptionen können mehr als 100 Millionen Kubikmeter Lava fördern, so wie es zuletzt 2007 vorkam, als etwa 0,25 km³ Lava gefördert wurden. Damals bildeten sich große Lavafelder, die bis zur Küste reichten, und es gab einen Ocean Entry.