Karibik: Kälteeinbruch in Florida und Kuba

Kälteeinbruch bis in die Tropen: Wie ein gestörter Jetstream Florida und Kuba frösteln ließ

Aktuell erlebt die Nordhemisphäre einen der prägnantesten Winter der letzten Jahre, bei denen es nicht nur in Deutschland und Osteuropa ungewöhnlich lange Frostperioden gibt, sondern vor allem auch in Nordamerika und Teilen Asiens. In Sibirien, Kamtschatka und in Nordjapan sammelten sich enorme Schneemengen an, die auch den Osten und Mittleren Westen heimsuchten. Nun streckte der Frost sogar seine Finger bis ins karibische Kuba aus, wo das Thermometer erstmalig die Null-Grad-Marke erreichte. Die niedrigen Temperaturen wehten von Florida herüber, wo zwar kein Schnee vom Himmel fiel, dafür aber Kältestarre Leguane von den Bäumen.



Leguane
Leguane

In Florida sanken die Temperaturen auf Werte, wie sie dort nur selten gemessen werden. In Orlando wurden nachts bis zu −4 Grad gemessen. Besonders auffällig war ein Phänomen, das in den sozialen Medien schnell viral ging: Grüne Leguane fielen reglos von Bäumen. Die wechselwarmen Tiere verlieren bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius ihre Bewegungsfähigkeit. Unter 4 Grad fallen sie in eine Kältestarre. Dann können sie sich nicht mehr festhalten und stürzen starr auf den Boden, wo sie ebenso bewegungslos liegen blieben. Helfer und Bürger sammelten die erstarrten Tiere der invasiven Art auf und brachten sie zu Sammelstellen, wo die meisten Tiere getötet wurden. Bis zu 8000 Leguane sollen so ihr Leben verloren haben.

Noch bemerkenswerter waren die Auswirkungen weiter südlich. Auf Kuba wurde an der Nordküste in der Region Matanzas eine Temperatur von 0,0 °C gemeldet – ein Wert, der dort bislang als praktisch ausgeschlossen galt. Dass kontinentale Kaltluft bis in die Tropen vordringen konnte, deutet auf eine außergewöhnliche atmosphärische Konstellation hin, die auch Meteorologen ins Staunen brachte.

Satellitenbilder der NOAA zeigten eindrucksvoll, wie sich lange Reihen von Zirruswolken bildeten, die von Florida aus Richtung Kuba zogen. Sie bildeten sich, als die kalte, trockene Luft über das deutlich wärmere Meer zog. Solche Wolkenstrukturen markieren scharfe Temperatur- und Strömungsgrenzen in der oberen Troposphäre und gelten als sichtbare Spur der Jetstream-Dynamik: Dank eines stark mäandrierenden Jetstreams konnten arktische Luftmassen bis weit in den Süden vordringen. Ein Phänomen, über das hier in den letzten Wochen häufig zu lesen ist. Dass Regionen wie Florida und Kuba gleichzeitig von ungewöhnlicher Kälte betroffen sind, bleibt selten, könnte sich aber in Zukunft öfter ereignen, als es bisher geschah.

Yellowstone-Caldera: Bodenhebung bei Norris detektiert

Bodenhebung im Norris-Geyser-Basin festgestellt – Anomalie kehrt nach längerer Pause zurück

Die Yellowstone-Caldera ist eines der dynamischsten Vulkansysteme der Erde und für ihre mannigfaltigen Erscheinungen des Postvulkanismus bekannt. Nirgendwo sonst auf unserem Planeten gibt es so viele Geysire, heiße Quellen, Schlammbecken und Fumarolen wie hier. Diese Phänomene sind Ausdruck eines großen Hydrothermalsystems, das durch Magma in größerer Tiefe befeuert wird. Magma und die Fluide des Hydrothermalsystems bewirken Spannungen im Untergrund, die sich in Bodendeformationen und Erdbeben manifestieren. Dabei kam es in den letzten Monaten zu einigen auffälligen Veränderungen im Verhalten des Systems: Sie äußerten sich in hydrothermalen Explosionen im Geothermalfeld des Biscuit Basin – wo es im Januar auch wieder kleinere Eruptionen im Diamond-Pool gab – und neuen Heißwasserphänomenen, die sich vor allem im Norris Geyser Basin fanden. Nun wurde bekannt, dass sich hier der Boden wieder hebt.

Norris
Norris-Geyser-Basin. © YVO

Das Norris-Geyser-Basin zählt nicht nur zu den größten und farbenfrohesten Thermalgebieten der Yellowstone-Caldera, sondern auch zu den dynamischsten. Tatsächlich ist es einer meiner Lieblingsplätze im Yellowstone, nicht zuletzt, weil man hier die Veränderungen über die Jahre hinweg am besten beobachten kann. Auffällig ist z. B., dass zahlreiche Bäume in den letzten Jahrzehnten abstarben und mit einer Kalkkruste überzogen wurden. Zwischen 1996 und 2004 hob sich der Boden um 12 Zentimeter. Eine weitere Phase starker Bodenhebung ereignete sich zwischen 2013 und 2014, als sich der Boden um 15 Zentimeter pro Jahr aufblähte. Diese Bodenhebungen bedingten zahlreiche Spekulationen, dass der Vulkan kurz vor einem Ausbruch stehen würde. In den folgenden Jahren senkte sich der Boden aber wieder um 7 Zentimeter und der Alarmismus ebbte ab. Nun wurde bekannt, dass sich der Boden seit Juli 2025 wieder zu heben begonnen hat und das als Norris-Anomaly bekannte Phänomen wieder auftauchte. Bis Ende Januar hob sich der Boden um 2 Zentimeter. Damit einher geht eine Bodensenkung nordwestlich von Norris.

Grund für die Bodenhebung könnte Aufstieg von Magma im Nordwesten der Yellowstone-Caldera sein. Möglich sind aber auch rein hydrologische Effekte im oberflächennahen Thermalsystem. Die langjährige Subsidenz im Zentrum der Caldera, die eine jährliche Rate von 2,5 Zentimetern aufweist, hält weiter an.

Neben den Bodendeformationen gibt es weiterhin zahlreiche schwache Erdbeben, mit einer steigenden Tendenz im Bereich von Norris. Im Januar wurden 100 dieser Erdbeben festgestellt. Das stärkste hatte eine Magnitude von 2,6.

Die Vulkanwarnstufe steht weiterhin auf Normal, der Flug-Farbcode auf Grün. Nach Einschätzung der Vulkanologen vom YVO zeigt Yellowstone derzeit keine Anzeichen für eine unmittelbare vulkanische Gefährdung. Die Vulkanologen beschreiben das Phänomen der Bodenbewegungen als den „Atem des Vulkans“. Er ist Ausdruck der lebendigen Dynamik des Yellowstones, aber kein Anzeichen einer unmittelbar bevorstehenden Eruption.

Indonesien: Starkes Erdbeben vor Java verursachte Schäden

Starkes Erdbeben MW 5,8 erschüttert Küste im Süden von Java – mehrere Vulkane in der Nähe

Ein starkes Erdbeben der Magnitude 5,8 hat am Abend des 5. Februar 2026 um 18:06 UTC (01:06 Ortszeit am 6. Februar) den Süden der indonesischen Insel Java erschüttert. Das Epizentrum lag offshore 101 Kilometer südlich von Ponorogo. Die Herdtiefe betrug 53 Kilometer unter dem Meeresboden. Wegen der Tiefe und Lage vor der Küste gab es keine offizielle Tsunami-Warnung. Die Daten stammen vom EMSC.

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Indonesien. © EMSC/Leaflet

Das USGS und der indonesische Erdbebendienst hatten zunächst stärkere Lokalmagnituden angegeben. Die Angaben schwanken zwischen ML 6,1 und 6,4. Generell fallen Lokalmagnituden-Angaben nach der Richterskala etwas stärker aus als die mittlerweile häufiger verwendete Momentmagnitude Mw. Da die Berechnung der Mw komplexer ist als die von Lokalmagnituden, sind diese Werte aber schneller verfügbar.

Laut lokalen Medienberichten war das Erdbeben nicht nur in einem großen Gebiet deutlich zu spüren gewesen, sondern hatte in Küstengemeinden nahe des Epizentrums Schäden an Gebäuden und öffentlicher Infrastruktur verursacht Es handelt sich überwiegend um geringe bis mittelstarke Schäden. In den sozialen Medien geteilte Aufnahmen zeigen neben Gebäuderissen abgefallene Fassadenteile, Dachziegel und auf den Straßen liegenden Verputz, der von Wänden und Decken abgeplatzt ist.

Die Erschütterungen waren in zahlreichen Ortschaften in Zentral- und Ostjava deutlich spürbar – Meldungen liegen u.a. aus Yogyakarta, Trenggalek, Surakarta, Kediri und Madiun vor.

Tektonischer Hintergrund

Schäden
Erdbebenschäden

Erdbeben in Java und besonders vor der Südküste kommen häufig vor. Nicht selten bescheren sie der Insel katastrophale Schäden. Der Grund hierfür liegt in der besonderen Lage der Insel, die sich nördlich des Sundagrabens mit seiner Subduktionszone befindet. Java liegt am südlichen Rand der Eurasischen Platte, wo sich die Indisch-Australische Platte unter diese schiebt. Diese tektonische Grenze ist Teil des sogenannten Sunda-Bogens und erzeugt regelmäßige Erdbeben. Darüber hinaus bedingt die Subduktion, dass in der Asthenosphäre und im Erdmantel Magma entsteht, das hinter der Subduktionszone aufsteigt und die Vulkane der Region speist.

Einer der Vulkane ist der Merapi, der nördlich von Yogjakarta liegt. Der Ort wiederum befindet sich keine 200 Kilometer vom Epizentrum des Bebens entfernt. Eine Reaktion des Vulkans in Form von verstärkten Eruptionen ist möglich.

Die Region um Java ist historisch immer wieder von zerstörerischen Erdbeben heimgesucht worden:

  • Mai 2006 – Beben der Stärke 6,2 vor der Südküste Javas verursachte verheerende Schäden in der Region Yogyakarta und Bantul. Tausende Menschen kamen ums Leben, Zehntausende wurden verletzt oder obdachlos; Hunderttausende Häuser wurden zerstört oder beschädigt.
  • 1943 – Zentrales Java, Mw ~7,4, forderte hunderte Tote, Tausende Verletzte und tausende zerstörte Gebäude in der Region um Yogyakarta und darüber hinaus.
  • 1867 – Starkes Beben Mw ~7,8 traf Zentral-Java mit schweren Zerstörungen.
  • 1994 – Ostjava, Mw ~7,8 erzeugte einen Tsunami und tötete rund 250 Menschen; insbesondere Ost- und Zentraljava waren betroffen.

Diese Ereignisse zeigen, wie stark die Region seismisch belastet ist und wie groß das Gefährdungspotential auch für moderne Zentren wie Yogyakarta ist.

3 explosive Vulkanausbrüche am Marapi auf Sumatra

Drei explosive Eruptionen erschütterten den Marapi  – Vulkanasche in 5900 Metern höhe detektiert

Der indonesische Vulkan Marapi auf Sumatra ist am Donnerstag dreimal ausgebrochen und förderte dabei Aschewolken. Die stärkste Explosion ereignete sich abends um 22:25 Uhr Ortszeit (WIB). Nach Angaben des indonesischen Zentrums für Vulkanologie und geologische Gefahrenminderung stieg eine Aschesäule rund 3000 Meter über den Gipfel des Vulkans auf, was einer Höhe von etwa 5890 Metern über dem Meeresspiegel entspricht. Die Aschewolke wurde als dicht und grau beschrieben und driftete überwiegend in nordöstliche Richtung. Seismische Messungen registrierten eine maximale Amplitude von 30,3 Millimetern bei einer Dauer von 87 Sekunden, was auf eine explosive Eruption hindeutet.

Auch das VAAC Darwin bestätigte den Ausbruch. Satellitendaten des Wettersatelliten Himawari-9 zeigten Vulkanasche bis in eine Höhe von Flughöhe 200 (rund 6100 Metern), die sich in südöstlicher Richtung verlagerte. Entsprechend wurde eine Vulkanaschewarnung für den Flugverkehr herausgegeben.

Die beiden anderen Eruptionen waren deutlich schwächer und förderten Aschewolken nur einige Hundert Meter über Gipfelhöhe. Darüber hinaus stellen die Sensoren am Vulkan mehrere unterschiedliche Erdbebensignale fest. Darunter befanden sich 2 starke Entgasungen, 3 Erdbeben mit niedrigen Frequenzen und 4 vulkanotektonische Erdbeben. Insgesamt eine vergleichsweise bescheidene Seismizität für einen der aktivsten Vulkane Sumatras. Dennoch belegen die Signale, dass sich unter dem Vulkan Magma akkumuliert. Seit November letzten Jahres nahm die Erdbebentätigkeit unter dem Marapi leicht zu.

Die letzten Explosionen manifestierten sich Ende Januar. In diesem Monat erfolgten die Eruptionen in kürzeren Abständen als es momentan der Fall ist.

Der 2885 Meter hohe Marapi zählt zu den aktivsten Vulkanen Indonesiens. Die Behörden riefen die Bevölkerung erneut dazu auf, das Sperrgebiet mit einem Radius von 3 Kilometern um den Verbeek-Krater einzuhalten und sich über offizielle Kanäle über die weitere Entwicklung zu informieren. Die Alarmstufe steht auf „2“ bzw. „Gelb-Achtung“.