Anhaltende Landbewegungen in Zentraljava: Region um den Vulkan Slamet betroffen
In Teilen Indonesiens und besonders in Zentraljava kommt es seit einigen Wochen vermehrt zu massiven Landbewegungen, die bereits Erdrutsche verursacht haben, in deren Folge große Schäden entstanden sind. Die Landbewegungen sollen zumindest teilweise den außergewöhnlich starken Regenfällen der letzten Monate geschuldet sein, die das Erdreich mit Wasser gesättigt und Hänge destabilisiert haben. Stark betroffen ist auch eine Vulkanregion.

Im Dorf Padasari in Zentraljava kommt es seit Anfang Februar zu anhaltenden Landbewegungen, die große Schäden an der Infrastruktur verursacht haben. Mindestens 464 Häuser wurden beschädigt, und mehr als 2.460 Menschen sind von den Auswirkungen betroffen. Zahlreiche Familien mussten ihre Häuser verlassen und wurden in Notunterkünften untergebracht.
Auslöser der Bodeninstabilität sind nach Einschätzung der Geologen der Katastrophenschutzbehörde BNPB lang anhaltende und teils extreme Regenfälle. Die starken Niederschläge führten dazu, dass sich der wassergesättigte Boden lockerte und langsam talwärts zu gleiten begann. Anders als bei plötzlichen Erdrutschen handelt es sich hier um eine schleichende Bewegung des Untergrunds, die sich über Tage hinweg verstärkt hat. In vielen Gebäuden entstanden Risse in Wänden und Fundamenten; einige Häuser neigten sich deutlich und gelten inzwischen als unbewohnbar.
Die betroffene Region liegt im Einflussbereich des rund 3.430 Meter hohen Vulkans Gunung Slamet, eines der höchsten und aktivsten Vulkane Javas. Die Hänge des Slamet bestehen aus vulkanischem Material, das sehr fruchtbar ist, aber bei starker Durchfeuchtung schnell instabil wird. Während der Regenzeit steigt hier das Risiko für Erdrutsche, Sturzfluten und Bodenbewegungen signifikant an. In den vergangenen Tagen wurden auch in anderen Regentschaften rund um den Vulkan – darunter Purbalingga, Pemalang und Brebes – Überschwemmungen und Hangrutsche gemeldet.
Neben Wohnhäusern sind in Padasari auch Straßen betroffen. Sie weisen Brüche und Verformungen auf. Einzelne öffentliche Gebäude wurden ebenfalls vorsorglich gesperrt. Einsatzkräfte und Katastrophenschutzbehörden überwachen die Lage weiterhin, da sich der Boden noch immer bewegt.
Für die Betroffenen wurden Notunterkünfte in Gemeindezentren und Schulen eingerichtet. Hilfsorganisationen versorgen die Menschen mit Lebensmitteln, Trinkwasser und medizinischer Betreuung. Das Ereignis macht deutlich, wie verwundbar Siedlungen in regenreichen, vulkanisch geprägten Gebirgsregionen sind – und wie wichtig Präventionsmaßnahmen, Hangüberwachung und angepasste Bauweisen für die Sicherheit der Bevölkerung bleiben.



