Semeru: Pyroklastischer Strom am 12. Februar

Pyroklastischer Strom ging am Semeru ab und war 4 Minuten lang unterwegs

Der Vulkan Semeru liegt in Zentraljava und zählt nicht nur zu den aktivsten Vulkanen Indonesiens, sondern führt momentan auch die Rangliste der Feuerberge mit den meisten explosiven Eruptionen an. Seit Jahresbeginn wurden statistisch 299 Eruptionen erfasst, gefolgt vom Ibu, der mit 239 Eruptionen auf Platz zwei liegt.

Tatsächlich waren das jedoch bei Weitem nicht alle Ausbrüche, die vom Semeru ausgingen, denn seismisch werden täglich rund 100 Explosionen registriert, von denen die meisten strombolianischer Natur sein dürften. Darüber hinaus meldete MAGMA/VSI heute den Abgang eines pyroklastischen Stroms, dessen Signaldauer 240 Sekunden betrug und der eine Maximalamplitude von 17 mm aufwies.

Über die Gleitstrecke des Dichtestroms ist bislang nichts bekannt geworden. Innerhalb von vier Minuten kann ein solcher pyroklastischer Strom am Semeru jedoch Strecken zwischen 2 und 3 Kilometern zurücklegen. Größere Ströme können deutlich schneller sein und stellen eine erhebliche Gefahr dar, da sie über die Grenzen des Sperrgebiets hinausgleiten können.

Pyroklastische Dichteströme wirbeln generell große Mengen Staub auf und erzeugen Aschewolken, die den Flugverkehr gefährden können. Aktuell gilt für das Gebiet des Semeru eine VONA-Warnung für Flugfläche 150 (ca. 4600 m Höhe). Die Aschewolke driftete mit einer Geschwindigkeit von 18,5 km/h in Richtung Osten und breitete sich weiträumig aus. Dabei kam es auch zu Ascheniederschlag in bewohntem Gebiet.

Die Ablagerungen pyroklastischer Ströme wirken lange nach: Sie akkumulieren sich zu immer dickeren Schichten, die bei Starkregen in Schlamm verwandelt werden. Dieser kann als Lahar talwärts rauschen und insbesondere in den Flusstälern große Schäden anrichten – so wie es am Semeru immer wieder vorkommt.

Die Vulkanwarnstufe steht auf 3. Es gilt eine permanente Gefahrenzone mit einem Radius von 5 Kilometern um den Krater. Entlang des besonders gefährdeten Flusslaufs des Besuk Kobokan wurde die Sperrzone auf 13 Kilometer ausgedehnt. Die Behörden weisen darauf hin, dass man sich mindestens 500 m von diesem Fluss entfernt aufhalten sollte und dass sich pyroklastische Ströme hier bis zu 17 Kilometer weit bewegen können.

Island: Beliebter Küstenabschnitt erodiert

Reynisfjara im Wandel: Dramatische Erosion verändert Islands berühmten schwarzen Strand

In diesen Tagen gehen Bilder durch die sozialen Medien, die den berühmten schwarzen Sandstrand Reynisfjara an der Südküste Islands nahe des Ortes Vik stark erodiert zeigen. Im Detail ist der Küstenabschnitt, der wegen seiner Basaltsäulen und den vorgelagerten Reynisdrangar-Felsnadeln bekannt ist, an denen sich meterhohe Wellen brechen, kaum wiederzuerkennen: Sturm und eine besonders hohe Welle erodierten den Strand, so dass die Küstenlinie an einigen Stellen um mehrere zehner Meter zurückwich.

Selbst die sturmerprobten Isländer waren von der Gewalt der Brandung überrascht. Durch anhaltende starke Ostwinde und kräftige Meeresströmungen ist der Sand teilweise um bis zu 60 Meter abgetragen worden. An Stellen, an denen Besucher zuvor über weitläufige Sandflächen spazieren konnten, liegt nun schroffes, steiniges Gelände direkt an der Wasserkante. Bilder zeigen den dramatischen Strandverlust: Wo einst ruhige Weite war, prangt nun ein schmaler Uferstreifen mit großen Felsblöcken – ein greifbares Zeugnis dafür, wie schnell und nachhaltig sich Küsten verändern können. Die Basaltsäulen im Bild waren vor dem Sturm vom Strand umgeben.

Messungen zeigen, dass die Südküste Islands seit Jahrzehnten Land verliert. Seit 1980 wich der Strand bei Reynisfjara um ca. 150 m zurück.

Auch andere Abschnitte der isländischen Südküste zeigen verstärkte Erosionserscheinungen, insbesondere nach Sturmlagen im Winterhalbjahr. Meteorologen beobachten, dass Stürme in der Nordatlantikregion in den letzten Jahren an Intensität und Häufigkeit zugenommen haben. Während einzelne Wetterlagen schwer direkt mit langfristigen Trends verknüpft werden können, deuten Daten auf eine Zunahme von Starkwind-Episoden hin, die die Kraft des Meeres gegen die Küsten verstärken. In Kombination mit dem steigenden Meeresspiegel schiebt sich der Atlantik zunehmend in vormals stabile Strandbereiche.

Erst im letzten Jahr wurden Teile der Küstenstraße in der Region vom Meer überflutet und Parkplätze in Strandnähe mussten evakuiert werden. Einige Fahrzeuge wurden sogar von den Fluten erfasst und Richtung Meer gezogen.

Für Reynisfjara bedeuten diese Veränderungen nicht nur ästhetische Verluste, sondern auch Sicherheitsrisiken: Abfallende Klüfte, unstabile Sandbänke und unerwartete Wellen können für unvorsichtige Besucher gefährlich werden. Behörden haben bislang keine Gefährdungslage ausgesprochen, doch Experten betonen, dass solche Naturereignisse Mahnung und Warnung zugleich sind: Die Küste lebt, sie ist im steten Wandel – und Islands dramatische Naturkulisse kennt keine Stillstände.

Madagaskar: Stadt an Ostküste von Zyklon verwüstet

Starker Zyklon trifft Osten von Madagaskar – mindestens 31 Todesopfer in Hafenstadt Toamasina

Der Tropenzyklon „Gezani“ hat die ostmadagassische Hafenstadt Toamasina schwer verwüstet und eine humanitäre Krise ausgelöst. Nach offiziellen Angaben kamen mindestens 31 Menschen ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt. Die Zahl der Opfer könnte weiter steigen, da viele Personen vermisst werden und Rettungskräfte noch immer in schwer zugänglichen Stadtteilen nach Vermissten suchen. Große Teile der Bevölkerung sind ohne Strom. Auch sauberes Trinkwasser und funktionierende Kommunikationsnetze sind Mangelware.

Nach ersten Schadensanalysen wurden rund drei Viertel der Infrastruktur von Toamasina zerstört oder stark beschädigt. Zahlreiche Wohnhäuser stürzten unter der Wucht der Orkanböen ein, ganze Straßenzüge wurden durch umherfliegende Trümmer verwüstet. Besonders hart traf es die Hafenanlagen Toamasinas, einen der wichtigsten Umschlagplätze des Landes. Es wurden Kaianlagen und Lagerhallen beschädigt. Blockierte Zufahrtsstraßen beeinträchtigen die Versorgungslage zusätzlich. Überschwemmungen und Sturmfluten setzten tiefer gelegene Viertel meterhoch unter Wasser und ließen Boote vor der Küste kentern. Es wurden Notunterkünfte eingerichtet und die Regierung bat um internationale Hilfe.

Meteorologisch betrachtet entwickelte sich „Gezani“ Anfang Februar über dem warmen Wasser des südwestlichen Indischen Ozeans. Aus einem tropischen Tiefdruckgebiet entstand innerhalb weniger Tage ein benannter Tropensturm, der sich unter für Stürme günstigen Bedingungen schnell verstärkte. Sehr hohe Meeresoberflächentemperaturen, bei geringer vertikaler Windscherung und eine gut ausgeprägte Zirkulation ermöglichten die Verstärkung zu einem intensiven tropischen Sturm, der bei den gemessenen Windgeschwindigkeiten von mehr als 170 Kilometern pro Stunde bereits als starker Zyklon der Kategorie 3 bezeichnet werden kann.

Der Landfall von „Gezani“ war bereits am 10. Februar. Die zerstörten Kommunikationswege der Region bedingten die recht langsame Verbreitung der Nachtschicht. Neben den extremen Winden führten starke Niederschläge zu großflächigen Überflutungen und erhöhter Erdrutschgefahr. Wetterdienste hatten den Sturm mehrere Tage lang beobachtet und Warnungen für die Ostküste Madagaskars herausgegeben. Dennoch zeigt das Ausmaß der Zerstörung, wie verwundbar die Region gegenüber immer intensiveren tropischen Wirbelstürmen bleibt.

Heard Island: Vulkan Big Ben eruptierte Vulkanasche

Vulkanasche in 7300 m Höhe – Vulkan Big Ben auf Heard Island ausgebrochen

„VA TO FL240 … ADVISORY TERMINATED.“ Mit diesen nüchternen Worten endete am 12. Februar 2026 eine VONA-Meldung des VAAC Darwin zum Vulkan Big Ben auf der abgelegenen subantarktischen Heard Island. Am Vortag kam es gegen 14:00 UTC zu einer explosiven Eruption, bei der Vulkanasche bis zur Flugfläche 240 – rund 7.300 Meter Höhe – aufgestiegen war. Satellitendaten zeigten wenig später keine identifizierbare Asche mehr. Die Warnung für den Luftverkehr wurde aufgehoben.

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Herad © Copernicus

Solche Meldungen sind für Big Ben, den mächtigen Stratovulkan im Zentrum der Insel, nicht ungewöhnlich. Sein Gipfel, der 2.745 Meter hohe Mawson Peak, ist der höchste Punkt im australischen Staatsgebiet – und einer der entlegensten aktiven Vulkane der Erde. Vor Ort beobachtet ihn praktisch niemand, alle zur Verfügung stehenden Informationen stammen von Satelliten. Diese detektierten in den letzten Tagen auch immer wieder schwache Thermalstrahlung, zuletzt am Abend des 11. Februar. Sie hatte eine Leistung von 3 MW.

Seit etwa 2012 befindet sich der Vulkan in einer anhaltenden Phase erhöhter Aktivität. Immer wieder registrieren Satelliten schwache bis mäßige thermische Anomalien am Gipfel – Hinweise auf heiße Lava im Krater oder kleine Lavaströme. Die Eruptionen verlaufen meist effusiv oder strombolianisch, mit begrenzten Ascheemissionen. Größere explosive Ereignisse sind selten.

Auch in den vergangenen Jahren wurden wiederholt kurzfristige Aschewolken gemeldet, die sich rasch auflösten. Die Explosion und die schwachen thermischen Signale deuten darauf hin, dass im Fördersystem weiterhin Magma nahe der Oberfläche steht. Solche Wärmeanomalien passen zum bekannten Aktivitätsmuster: episodische Entgasung und kleinere Explosionen mit gelegentlicher Lavaextrusion, die in einer länger andauernden Eruptionsphase eingebettet sind, die als schwach bis moderat eingestuft werden kann.

Heard Island bleibt damit ein spektakuläres Beispiel für „Feuer und Eis“: Ein aktiver Vulkan ragt aus einem stark vergletscherten Inselmassiv im Südozean – fernab menschlicher Siedlungen, aber unter genauer Beobachtung aus dem All.

Yellowstone-Caldera: Lange ruhender Geysir aktiv geworden

Reaktivierung des Valentine-Geysirs im hochdynamischen Norris-Geysir-Basin der Yellowstone-Caldera

Das Norris-Geysir-Basin im Yellowstone-Nationalpark gilt als eines der dynamischsten Hydrothermalgebiete der Erde. Es liegt am nordwestlichen Rand der Yellowstone-Caldera, wo sich zahlreiche Verwerfungen kreuzen und heißes Wasser durch eine komplexe unterirdische Struktur zirkuliert. In diesem Umfeld entstehen ständig neue heiße Quellen, Dampfaustritte und manchmal auch neue Geysire, während andere inaktiv werden oder lange Zeit ruhen – ein Spiegelbild des sich ständig ändernden thermischen Systems unter der Erdoberfläche.

Ein Beispiel für die Dynamik des Norris-Geyser-Beckens (NGB) ist der Valentine-Geysir: Wie das YVO jüngst berichtete, brach der Geysir nach 20 Jahren der Ruhe am 7. August 2025 wieder aus. Seitdem springt er etwa alle 4–6 Tage. Solche Phasenwechsel zwischen langen Ruhephasen und plötzlicher Aktivität, sind typisch für Geysire wie Valentine und auch für andere Ausbruchsquellen in Norris.

Ein besonders berühmter Vertreter der Norris-Features ist der Steamboat-Geysir – der größte aktive Geysir der Welt. Im Gegensatz zu Valentine, der eher moderat hohe Wasserfontänen entwickelt, kann Steamboat bei seinen großen Eruptionen Wasser über 90 Meter in die Luft schleudern, gefolgt von einer massiven Dampfausstoßphase, die Stunden bis Tage dauern kann.

In den letzten Jahren bis etwa 2022/2023 war Steamboat außergewöhnlich aktiv: Von 2018 bis 2020 wurden über 40 große Eruptionen pro Jahr registriert, ein deutlich höheres Niveau als in früheren Jahrzehnten. Danach nahm die Häufigkeit allmählich ab, und 2025 wurden nur noch wenige größere Ausbrüche dokumentiert, bevor der Geysir erneut in eine ruhigere Phase eintrat.

Könnte Valentine das „Geschäft übernommen“ haben? Wissenschaftlich lässt sich das nicht so einfach sagen: Geysire teilen sich zwar oft dasselbe hydrothermale Reservoir oder angrenzende Leitungen, doch direkte Konkurrenz im Sinne einer Verdrängung eines anderen Geysirs ist nicht nachgewiesen. Vielmehr zeigt das gleichzeitige Aufleben verschiedener Geysire – wie Valentine und zuvor Steamboat – die starke Variabilität und Sensitivität des hydrothermalen Systems im Norris-Becken. Beobachtungen und Messdaten aus diesen aktiven Perioden können helfen, besser zu verstehen, wie solche Phasenwechsel entstehen und welche geologischen Prozesse sie antreiben.

Auch wenn es von offiziellen Stellen gerne dementiert wird, ist naheliegend, dass die hohe Dynamik des NGB mit Magmenmigration im Untergrund im Zusammenhang stehen könnte. Zwar wies eine Studie im letzten Jahr nach, dass sich Magma vor allem im Nordosten der Caldera ansammelt, das schließt meiner Meinung nach aber nicht aus, dass unter dem NGB selbst Magma aufsteigen könnte. Hierfür spricht, dass sich seit letztem Sommer der Boden im Norris-Geyser-Basin um ca. 20 mm angehoben hat. Der Effekt könnte aber auch durch Druckänderungen im Hydrothermalsystem zustande kommen.