Shiveluch: Vulkanausbruch fördert Asche bis in 8500 m Höhe

Shiveluch wieder aktiv – Aschewolke in 8.500 m Höhe detektiert

Der russische Vulkan Shiveluch liegt auf der Halbinsel Kamtschatka und ist dort einer der aktivsten Vulkane, was er heute mit weiteren Eruptionen bewiesen hat. Laut dem VAAC Tokio – das in den letzten Stunden zwei VONA-Warnungen zu diesem Vulkan herausgegeben hat – stiegen Aschewolken bis auf eine Höhe von 8.500 m auf und drifteten mit einer Geschwindigkeit von 45 km/h in Richtung Nordosten. Dabei verteilte sich die Asche über ein großes Gebiet und verursachte Ascheniederschlag.

Shiveluch
Shiveluch

Die erste VONA-Meldung wurde um 07:50 UTC herausgegeben, die zweite folgte um 12:00 UTC. Ob es zwei oder mehrere Eruptionen gegeben hat oder ob kontinuierlicher Ascheausstoß stattfand, ist aus den Meldungen nicht zu entnehmen.

Die Vulkanbeobachter von KVERT bestätigten anhaltendes Domwachstum mit starken Entgasungen und verhängten über den Shiveluch den Alarmstatus „Orange“.

Krasheninnikov fördert Lavaströme

Eine Stufe darunter liegt der Alarmstatus für den Krasheninnikov. Er steht also auf „Gelb“, obwohl der Vulkan reichlich Rotglut in Form von Lavaströmen erzeugt. Diese fließen nach wie vor in Richtung Osten und bilden, aus dem Weltall betrachtet, einen schönen Kontrast zum reinweißen Schnee. Dem Geologen verrät die Reinheit des Schnees, dass der Krasheninnikov zwar effusiv aktiv ist, in letzter Zeit jedoch keine Vulkanasche gefördert hat. Trotzdem gibt es bei KVERT eine Warnung für den Flugverkehr, da es nach Meinung der Vulkanologen jederzeit zu explosiven Eruptionen kommen könnte, die Vulkanasche bis in 6.000 m Höhe fördern könnten.

Krash
Krasheninnikov

Der Krasheninnikov brach nach fast 600-jähriger Ruhe Anfang August aus, kurz nachdem ein starkes Erdbeben den Südwesten Kamtschatkas erschüttert hatte. Auch vom Shiveluch gab es eine Reaktion auf das Erdbeben, doch da dieser Vulkan dauerhaft aktiv ist, könnte dies auch Zufall gewesen sein.

Die Erdbebenaktivität vor der Südwestküste Kamtschatkas ist nach der Serie starker Erdbeben und dem erwähnten Megabeben weiterhin von Nachbeben geprägt, von denen es täglich mehrere gibt. Die Magnituden liegen im oberen 4er-Bereich.

Piton Fournaise: Spektakulärer Kraterkegelkollaps

Eruption am Piton de la Fournaise geht weiter – Einsturz eines alten Kraterkegels löst Dichtestrom aus

Am Piton de la Fournaise geht die Eruption weiter und fördert einen Lavastrom, der sich weiterhin in Richtung Küstenstraße bewegt. Spektakulär war gestern der Einsturz eines alten Kraterkegels in der Nähe des einzig verbleibenden aktiven Förderschlotes auf dem Südosthang des Vulkans, der durch die Spaltenöffnung während der Initialphase der Eruption destabilisiert wurde und an dem der aktuelle Lavastrom vorbeifloss. Oberhalb des kollabierten Kegels staute sich zudem der Lavastrom, was den Druck auf den Schlackenkegel erhöhte und letztendlich zum Versagend er Struktur geführt haben dürfte. Der Kollaps erzeugte einen kleinen pyroklastischen Dichtestrom und phreatische Explosionen. Das Ereignis wurde vom Fotografen Clément Dijoux dokumentiert, der das Glück hatte, zum richtigen Zeitpunkt in einem Helikopter über der Eruption zu kreisen.

Das Kollapsereignis manifestierte sich gestern gegen 14:00 Uhr Ortszeit. Bei uns in Europa war es 10:00 Uhr vormittags Um den verbleibenden Förderschlot hat sich inzwischen ein kleiner Schlackenkegel aufgebaut, ähnlich jenem, der kollabiert ist. Die Höhe der Lavafontäne liegt bei ca. 15 Metern. In der Spitze wurden bis zu 28 Kubikmeter Lava pro Sekunde gefördert. Das reichte aber nicht aus, um die am weitesten fortgeschrittene Lavafront weiter zu versorgen und am Leben zu halten. Sie befand sich am 14. Februar bereits 2,3 Kilometer von der Nationalstraße nahe der Küste entfernt. Gestern zog sich die Front um 300 m zurück und lag somit auf einem Höhenniveau von 660 m in 2,6 km Entfernung zur Straße.

Der Tremor zeigte über den Tagesverlauf eine leichte Abnahme, wobei er auch etwas fluktuierte und zwischenzeitlich einen kleinen Aufschwung zeigte.

Prognosen über den weiteren Verlauf des Vulkanausbruchs auf La Réunion sind schwierig, besonders da sich der Piton Fournaise am Anfang eines neuen Eruptionszyklus befindet.  Die Eruption könnte auf diesem Niveau noch tagelang weitergehen. Beim vorherigen Eruptionszyklus hielten die Eruptionen meistens zwischen 2 und 3 Wochen an. Damit der Lavastrom der Küstenstraße gefährlich werden kann, müsste sich die Förderrate deutlich erhöhen, doch auch wenn das nicht ausgeschlossen ist, ist es wenig wahrscheinlich.

Liparische Inseln: Erhöhte Seismizität

Mehrere Erdbeben im Bereich der Liparischen Inseln – Stärkste Erschütterung ML 3,9

Datum: 14.02.2026 | Zeit: 22:48:46 UTC | Koordinaten 38.381 ; 11.945 | Tiefe: 5 km | ML 3,9

Im Verlauf der letzten Woche gab es mehrere Erdbeben im Bereich der Liparischen Inseln und des Tyrrhensichen Meeres, wobei sich die stärksten Beben westlich des Archipels manifestierten. Das stärkste Beben ereignete sich am späten Abend des 14. Februars um 22:48:46 UTC, als es in einer Tiefe von 5 Kilometern mit einer Magnitude von 3,9 bebte. Das Epizentrum wurde 66 km nordwestlich von Trapani auf Sizilien verortet. Im gleichen Gebiet des Tyrrhenischen Meeres gab es zwei weitere Beben mit den Magnituden 3,6 und 3,7.

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Liparische Inseln. © EMSC

Gestern meldete das INGV ein Beben der Magnitude 2,9 in nur 4 Kilometern Tiefe, das ein Epizentrum 3,7 Kilometer westlich der Insel Alicudi hatte. Nordwestlich der Insel hatte es am Vortag einen kleinen Erdbebenschwarm gegeben, dessen stärkstes Beben immerhin eine Magnitude von 3,4 hatte. Das Hypozentrum lag in 30 Kilometern Tiefe. Der Schwarm setzte sich aus 8 Erschütterungen zusammen.

Gestern gab es auch ein Beben ML 2,2 westlich von Lipari und südlich von Salina. Zwei weitere Erschütterungen manifestierten sich östlich von Vulcano in großen Tiefen. Diese Erschütterungen der Asthenosphäre könnten mit den magmabildenden Prozessen im Zusammenhang stehen, die durch die Subduktion der Ionischen Platte zustande kommen.

Tremorpeak am Stromboli

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Stromboli. © LGS

Im direkten vulkanischen Umfeld von Vulcano und Stromboli ist es aus seismischer Sicht in den letzten Tagen ruhig geblieben, was allerdings nicht für die eruptive Tätigkeit des letztgenannten Inselvulkans gilt: Während heute die Anzahl der VLP-Erdbeben als hoch eingestuft wird und die meisten anderen verfügbaren Messwerte als mittelstark deklariert sind, kam es am 13. Februar offenbar zu einer Phase erhöhter Aktivität, als die (interpolierte) Tremoramplitude bis in den roten Bereich angestiegen war. Gleichzeitig kam es zu starken Infraschallsignalen mit einem Schalldruck von mehr als einem Bar und hohen Puffing-Werten, die auf starke, teils explosive Entgasungen hindeuteten. Da seit Monaten leider keine Echtzeitdaten zu thermischen Durchgängen mehr übermittelt werden und sich der Krater zum Zeitpunkt des Geschehens in Wolken hüllte, kann man nur spekulieren, dass es zu einer Phase erhöhter Explosivität gekommen sein kann. Möglich ist auch der Ausstoß eines Lavastroms. Entsprechende Meldungen von Seiten des INGV liegen nicht vor.

Vulkanausbruch am Kilauea: Lavafontänen-Episode 42 im Gang

Episode 42 am Kilauea: Bis zu 400 m hohe Lavafontänen und enorm hohe Förderrate

Am Kilauea auf Hawaii ist die 42. Lavafontänen-Episode im Gang und es wird noch eine gut 100 m hohe Lavafontäne gefördert. Die Eruption begann gestern Abend um 23:50 UTC (13:50 Uhr HST) und förderte während ihrer Hochphase bis zu 350 m hohe Lavafontänen. Durch den Impakt der gewaltigen Gesteinsmassen auf den Boden des Halema‘uma‘u-Kraters wurde eine gewaltige Staubwolke aus Tephra aufgewirbelt, die bis auf eine Höhe von über 10.500 m aufstieg und eine VONA-Warnung auslöste. Die Aktivität ist auf den Halemaʻumaʻu-Krater im Hawaii-Volcanoes-Nationalpark begrenzt.

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Lavafontäne

Der Ausbruch begann diesmal relativ spät, am Ende des vom HVO prognostizierten Zeitraums zwischen dem 11. und dem 15. Februar. Die Eruption kündigte sich konkret dann auch erst seit dem 14. Februar mit mehreren Lavaüberläufen an den beiden Schloten an. Am 15. Februar setzte sich diese Aktivität fort. Gegen 13:08 Uhr HST (alle weiteren Angaben in Hawaiizeit) gingen die Überläufe in eine anhaltende Lavaförderung über, begleitet von erhöhter Seismizität und Änderungen der Hangneigung, wie es für die episodischen Eruptionen typisch ist. Um 13:50 Uhr begann die Fontänenphase.

Zunächst erreichten die Lavafontänen im nördlichen Krater eine Höhe von etwa 100 Metern, im südlichen waren es  gut 50 Meter. Innerhalb einer Stunde stiegen die Höhen deutlich an. Am frühen Nachmittag lagen sie im südlichen Krater bei 300 bis 350 Metern, im nördlichen etwas darunter. Kurzzeitig wurden am südlichen Schlot über 400 Meter hohe Lavafontänen beobachtet. Die maximale Ausstoßrate betrug gegen 14:00 Uhr ungefähr 770 Kubikmeter pro Sekunde. Ein extremer Wert, wie er an anderen Vulkanen kaum erreicht wird. Damit einher geht ein anderer Kilauea-Superlativ: Ein gewaltiger Schwefeldioxidausstoß von bis zu 100.000 Tonnen während einer Episode.

Im weiteren Verlauf nahmen die Fontänenhöhen wieder ab. Am Abend lagen sie bei etwa 200 Metern (Südkrater) beziehungsweise 170 Metern (Nordkrater). Insgesamt wurden bis dahin mehr als acht Millionen Kubikmeter Lava gefördert. Etwa 40 Prozent des Kraterbodens waren von frischer Lava bedeckt. So füllt sich der Halema‘uma‘u-Krater in Windeseile nach seinem Kollaps in 2018 wieder auf.

Parallel zur Eruption registrierten die Messgeräte eine deutliche Deflation des Gipfels. Der Neigungsmesser UWD zeigte eine Absenkung von insgesamt 27 Mikroradian, was auf einen Abfluss von Magma aus dem flachen Speichersystem hindeutet.

Die Eruptionswolke erreichte laut Nationalem Wetterdienst eine Höhe von bis zu 10.670 Metern über dem Meeresspiegel. Bodennah wehten die Winde aus Nordost, sodass Gase und Partikel in Richtung Südwesten transportiert wurden. Da die Eruptionswolke über den Ozean hinweg zog, wurde kein nennenswerter Ascheneiderschlag gemeldet.