Hochwasser in Südwest-Frankreich trifft die Region Nouvelle-Aquitaine hart – Keine Entspannung in Sicht
Seit Wochen steht der Südwesten Frankreichs unter massivem Regen. Eine nahezu ununterbrochene Serie atlantischer Tiefdruckgebiete hat insbesondere die Region Nouvelle-Aquitaine schwer getroffen. Flüsse wie die Garonne und die Dordogne führen Hochwasser und treten über die Ufer, zahlreiche Pegel anderer Flüsse überschreiten wiederholt kritische Marken. In mehreren Départements gilt weiterhin die höchste Hochwasserwarnstufe. Eine Entspannung der Situation ist nicht in Sicht: Meteorologen prognostizierten weitere Regenfälle.
Die seit Wochen anhaltende Hochwasserlage forderte in Frankreich inzwischen mindestens 2 Tote. Zeitweise waren bis zu 900.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten. Die Unwetter suchten in den vergangenen Tagen auch die Iberische Halbinsel heim, wo es in Spanien und Portugal ebenfalls zu Todesfällen gekommen ist.
Der Boden ist durch die anhaltenden Niederschläge vollständig gesättigt. Jeder noch so geringe Niederschlag reicht inzwischen aus, um Bäche anschwellen zu lassen und Felder sowie Straßen zu überfluten. Besonders betroffen sind tiefer gelegene Gemeinden entlang der Flussläufe, wo Keller vollgelaufen sind und Anwohner Sandsäcke zum Schutz ihrer Häuser einsetzen mussten. Einsatzkräfte sind seit Tagen im Dauereinsatz, um gefährdete Bereiche zu sichern und gegebenenfalls Evakuierungen zu organisieren.
Neben Wohngebieten leidet auch die Infrastruktur. Mehrere Landstraßen wurden gesperrt, Bahnverbindungen zeitweise unterbrochen. Regional kam es zu Stromausfällen, nachdem Umspannwerke vorsorglich abgeschaltet oder durch eindringendes Wasser beschädigt wurden. Landwirte berichten von erheblichen Schäden auf überschwemmten Äckern, was wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen dürfte.
Meteorologen führen die außergewöhnliche Dauer und Intensität der Niederschläge auf eine stabile Westwetterlage zurück, bei der immer neue Tiefausläufer feuchte Luftmassen vom Atlantik nach Frankreich lenken. In der feuchtwarmen Luft können sich ergiebige Regenbänder bilden, die über Stunden oder sogar Tage hinweg über denselben Gebieten abregnen. Solche blockierenden Wetterlagen – die im Sommer für Hitzewellen mit Dürren einerseits und Unwettern andererseits sorgen – treten nach Einschätzung von Klimaforschern zunehmend häufiger auf.
Spürbares Erdbeben erschüttere Livno in Bosnien-Herzegowina
Datum: 17.02.2026 | Zeit: 16:31:25 UTC | Koordinaten; 43.874 ; 16.855 | Tiefe: 7 km | Mb 4,4
Am frühen Abend des 17. Februars manifestierte sich um 17:31 Uhr Ortszeit ein Erdbeben der Magnitude 4,4 in Bosnien-Herzegowina. Der Erdbebenherd lag in nur 7 km Tiefe. Das Epizentrum wurde bei den Koordinaten 43,874° N, 16,855° O verortet, etwa 13 km westnordwestlich von Livno und 53 km nordnordöstlich von Split in Kroatien. In beiden Regionen wurde das Beben deutlich wahrgenommen.
Wie aus den Wahrnehmungsberichten beim EMSC hervorgeht, beschreiben die Bewohner der Region das Erdbeben als mehrere Sekunden langes, kräftiges Wackeln. In Livno und nahegelegenen Dörfern berichteten viele von einem starken Rütteln, das kurz intensiv war und anschließend noch schwächer nachhallte. Einige Zeugen beschrieben ein begleitendes Geräusch bzw. Grollen, das das Gefühl des Bebens verstärkte. Auch in kroatischen Städten wie Split, Sinj und Hrvace meldeten Menschen ein kräftiges Zittern, teilweise von einem explosionsähnlichen Geräusch begleitet. Die Dauer der spürbaren Erschütterungen wurde meist auf 10–15 Sekunden geschätzt, wobei das Empfinden je nach Standort variierte. Insgesamt wurde das Beben in einem weiten Umkreis als deutlich spürbar wahrgenommen, ohne dass größere Schäden gemeldet wurden.
Die Region liegt tektonisch an der Grenze zwischen der Adriatischen und der Eurasischen Platte, in einem tektonisch sehr aktiven Gebiet der Dinariden. Die Adria-Platte bewegt sich relativ zur Eurasischen Platte nach Nordosten, wodurch in der Region komplexe Kompressions- und Scherkräfte entstehen. Die geologische Struktur der Dinariden mit kalksteinreichen Massiven und gefalteten Sedimenten begünstigt lokale Verstärkung der Erdbebenwellen.
Das Beben ereignete sich wahrscheinlich entlang der regionalen Livno-Störung, die zum übergeordneten Sarajevo-Fault-System der Süddinariden gehört, einer strike-slip-dominanten Verwerfung, die WNW–ESE verläuft. Diese Störung ist für wiederkehrende flache Beben in der Region bekannt, typischerweise mit Magnituden zwischen 4 und 6. Die flache Tiefe des Hypozentrums von 7 km verstärkt das spürbare Erschütterungsgefühl in den angrenzenden Siedlungen. Historisch ähnliche Beben zeigen, dass diese Zone aktiv bleibt und weiterhin für lokale seismische Ereignisse verantwortlich ist.
Satellitenaufnahmen dokumentieren Veränderungen am Inselvulkan Home Reef in Tonga
Der südpazifische Unterwasservulkan Home Reef ist weiterhin aktiv und hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verändert. Neue Satellitenaufnahmen zeigen, dass die im Jahr 2022 entstandene Insel seit Dezember 2025 spürbar gewachsen ist. Nach rund fünf Monaten relativer Ruhe setzte am 17. Dezember eine neue Eruptionsphase ein, die aktuell noch andauert, wie man an Wärmestrahlungsmessungen und Infrarotaufnahmen von Satelliten sehen kann.
Home Reef
Besonders eindrucksvoll dokumentieren Aufnahmen der Satelliten Landsat 8 und 9 das Fortschreiten der Aktivität. Die Bilder vom 3. und 27. Dezember 2025 sowie vom 28. Januar 2026 belegen, wie sich frische Lavaströme zunächst nach Osten und Süden ausbreiteten. In den darauffolgenden Wochen verlagerte sich das Wachstum nach Nordwesten und schließlich nach Norden. Messungen mit dem Radar des deutschen Satelliten TerraSAR-X zeigen, dass die Insel bis Anfang Februar um fast acht Hektar anwuchs – eine beträchtliche Erweiterung für einen so jungen Vulkanbau.
Während der gesamten Phase stiegen aus einem etwa 100 Meter breiten Krater Gas- und Dampfwolken auf. In der letzten Januarwoche registrierten Piloten eine zunehmende Höhe der Emissionen, woraufhin der geologische Dienst von Tonga die Warnstufe für den Flugverkehr auf Orange anhob. Neben sichtbaren Asche-Dampf-Wolken lieferten auch Wärmedaten der Instrumente MODIS und VIIRS Hinweise auf frische Lava nahe der Oberfläche.
Auffällig ist zudem die anhaltende Verfärbung des Meerwassers rund um die Insel. Sie entsteht durch austretende Gase, mineralreiches Wasser und Schwefelpartikel, die sich mit dem Ozeanwasser vermischen. Trotz des Wachstums des Inselvulkans bleibt die Aktivität deutlich schwächer als beim Vulkan Hunga Tonga-Hunga Haʻapai, der ebenfalls zum Archipel von Tonga gehört.
Der Vulkanausbruch am Home Reef stellt für die Bewohner von Tonga derzeit nur ein geringes Risiko dar, so die Behörden.
Anhaltender Ausbruch am Piton de la Fournaise: Lavafontänen speisen Lavaströme und lassen Kegel wachsen
Der Ausbruch des Vulkans Piton de la Fournaise, der am 13. Februar 2026 kurz nach 10:00 Uhr Ortszeit einsetzte, dauert weiterhin an. Nach aktuellen Angaben des Vulkanologischen Observatoriums Piton de la Fournaise (OVPF-IPGP) ist derzeit nur noch eine Eruptionsöffnung aktiv. Am südöstlichen Hang des Piton Morgabim haben anhaltende Lavafontänen einen neuen Schlackenkegel aufgebaut. Die Fontänen erreichen gegenwärtig Höhen von rund 15 Metern. Der wachsende Kegel misst inzwischen etwa 15 bis 20 Meter und ist weiterhin offen, sodass Lava ungehindert austreten und abfließen kann.
Lavakanal
Die geophysikalischen Daten entsprechen dem, was man in diesem Eruptionsstadium erwartet: Die Intensität des Eruptionstremors zeigt sich insgesamt stabil, mit einer leicht abnehmenden Tendenz. Allerdings kommt es weiterhin zu kurzzeitigen Amplitudenschwankungen im Abstand weniger Minuten. Diese spiegeln sich unmittelbar in wechselnden Aktivitäten an der Ausbruchsstelle wider und führen zu sichtbaren Veränderungen der Fontänenhöhe.
Die Oberflächenflussraten der Lava, ermittelt anhand von Satellitendaten, erreichten in den vergangenen 24 Stunden Maximalwerte von 23 Kubikmetern pro Sekunde. Die Messwerte können jedoch stark variieren, insbesondere bei dichter Bewölkung. Aus dem Foto links wird ersichtlich, dass nahe des Förderschlots nur wenig Lava an der Oberfläche fließt. Der größte Teil dürfte in einer Tube unterwegs sein und erst weiter hangabwärts zu Tage treten.
Eine Geländeerkundung von Seiten der OVPF-Vulkanologen, die am Morgen durchgeführt wurde, bestätigte die anhaltende Aktivität. Der Lavastrom ist nahe der Quelle gut kanalisiert und nutzt sowohl die Reste des alten Kegels, der am 15. Februar einstürzte, als auch die zu Beginn der Eruption entstandenen Bahnen der Erstströme.
Die Lavafront befindet sich weiterhin im unteren Abschnitt der Grandes Pentes, rund 2,6 Kilometer von der nationalen Küstenstraße entfernt, auf etwa 660 Metern Höhe. Die aktivsten Bereiche konzentrieren sich derzeit im oberen Bereich der Grandes Pentes, wo sich das Lavafeld zunehmend ausdehnt und verdickt. Meiner Einschätzung nach bestehen nur ein geringes Risiko, dass die Lavafront bei dem aktuellen Aktivitätsniveau die Straße erreicht.
Unterhalb des Gipfels hält die seismische Aktivität an. Nach Einschätzung des OVPF-IPGP deutet dies darauf hin, dass das Magmasystem weiterhin unter Druck steht. Weitere Spaltenöffnungen bleiben in den kommenden Stunden und Tagen möglich.
Die Alarmstufe 2.1 bleibt in Kraft. Das Observatorium steht in permanenter Bereitschaft, um die weitere Entwicklung der Lage engmaschig zu überwachen.
Weiterer Schwarm hybrider Erdbeben unter dem Teide auf Teneriffa – Vulkan bereitet sich möglicherweise langsam auf Ausbruch vor
Auf der bei deutschen Urlaubern beliebten Ferieninsel Teneriffa gab es gestern einen weiteren Schwarm hybrider Erdbeben unter dem Vulkan Pico del Teide. Hybriderdbeben stehen mit der Bewegung magmatischer Fluide in Verbindung, und eine zunehmende Häufung dieser Erdbeben deutet auf Magmenaufstieg und die Bildung eines Magmenkörpers im Untergrund hin. Tatsächlich kann man hier meiner Meinung nach bereits von einer Häufung sprechen: Traten Erdbebenschwärme dieses Typs unter Teneriffa bislang nur sehr selten auf, so häufen sie sich in den letzten Wochen.
Das kanarische seismische Netzwerk von INVOLCAN registrierte den Beginn des Schwarmbebens am 16. Februar gegen 20:00 Uhr kanarischer Zeit. Innerhalb weniger Stunden wurden mehr als 300 Ereignisse mit sehr geringer Amplitude aufgezeichnet. Ein Blick auf das Seismogramm zeigt, dass die Erdbebensignale nur geringe Ausschläge erzeugten, dafür aber in kurzen und relativ gleichmäßigen Intervallen auftraten. Mich erinnert der Rhythmus des Schwarms an eine klopfende Wasserleitung.
Die Vulkanologen von INVOLCAN und dem Instituto Geográfico Nacional (IGN) interpretieren die Erdbeben als Eindringen magmatischer Fluide in das Hydrothermalsystem des Vulkans. Leider werden keine Angaben zu den Herdtiefen gemacht. Der bekannte Wissenschaftsblogger Enrique berichtet jedoch, dass einige lokalisierbare Erdbebensignale in 10 bis 11 Kilometern Tiefe auftraten – was natürlich zu tief für ein oberflächennahes Hydrothermalsystem ist. In dieser Tiefe befindet sich die Übergangszone zwischen Erdkruste und oberem Mantel, also jener Bereich, in dem sich aufsteigendes Magma bemerkbar machen kann, wenn es dabei ist, aus plastischen Gesteinsschichten in die starre Erdkruste einzudringen. Bei diesen lokalisierbaren Ereignissen könnte es sich allerdings auch um vulkanotektonische Erdbeben abseits des eigentlichen Schwarms gehandelt haben.
Die seismische Aktivität auf Teneriffa nimmt bereits seit 2016 langsam, aber stetig zu. Ein erster Hybridschwarm wurde am 2. Oktober 2016 registriert. Seitdem gab es acht solcher Schwärme, unter anderem am 14. Juni 2019, 16. Juni 2022, 12. Juli 2022, 14. November 2024, 7. August 2025 sowie zwei weitere Schwärme seit Ende Januar 2026.
Signifikante Steigerung der Seismizität in der 7. Kalenderwoche
Die GUAYOTA-Infografik vom 13. Februar weist für die Vorwoche 514 Erdbeben auf Teneriffa aus. Ein Spitzenwert, der eine signifikante seismische Aktivitätssteigerung darstellt.
Seit 2016 wurden zudem verschiedene geochemische und geophysikalische Daten erhoben, die auf ein langsames Aufheizen des magmatischen Systems unter dem Teide hindeuten. Dazu zählen unter anderem erhöhte diffuse CO₂-Emissionen im Kraterbereich sowie eine leichte Bodenverformung im nordöstlichen Gipfelbereich.
Nach Angaben von INVOLCAN führt dieser neue Schwarm kurz- und mittelfristig zu keiner Veränderung der Eruptionswahrscheinlichkeit auf Teneriffa. Zudem gibt es weiterhin keine Hinweise darauf, dass der seit Ende 2016 registrierte erhöhte vulkanische Unruhepegel unmittelbar auf eine bevorstehende Eruption hindeutet.
Tatsächlich verhält es sich hier meiner Einschätzung nach jedoch ähnlich wie an anderen Vulkanen der Kanaren und weltweit: Die aktuellen Prozesse auf Teneriffa werden mit hoher Wahrscheinlichkeit langfristig in einer oberflächennahen Magmenintrusion oder sogar in einem Vulkanausbruch gipfeln. Auch wenn bis dahin sehr wahrscheinlich noch mehrere Jahre vergehen können, ist es ebenso möglich, dass sich die Situation innerhalb weniger Monate deutlich zuspitzt.
Die Bedeutung der Erdbeben unter Teneriffa für deutsche Touristen
Für Touristen besteht derzeit kein unmittelbarer Anlass, Urlaubspläne nach Teneriffa zu ändern. Dennoch empfiehlt es sich, die weitere Entwicklung aufmerksam zu verfolgen. Generell kann es nicht schaden, eine Reise durch eine entsprechende Versicherung abzusichern, sodass man im Falle einer überraschend schnellen Eskalation flexibel reagieren kann.
Bis jetzt lässt sich nicht prognostizieren, ob und wann es zu einem Vulkanausbruch kommen wird und welcher Art bzw. wie groß er sein wird, noch in welchem Inselteil er stattfinden wird. Neben einer Eruption des Pico del Teide innerhalb der Caldera ist eine Flankeneruption denkbar, die Lavaströme fördert, die die Küstenregionen erreichen könnten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass Vulkanasche den Flugverkehr beeinträchtigen wird. Im Vorfeld einer Eruption könnte es auch zu stärkeren Erdbeben kommen, die für sich genommen eine Gefahr darstellen könnten.
Dass Vorsorge und Aufmerksamkeit nicht schaden, scheint man auch in einigen Kommunen innerhalb der unmittelbaren Gefahrenzone des Vulkans zu denken, denn dort werden die Zivilschutzübungen derzeit intensiviert.
Update 14:30 Uhr: Das IGN veröffentlichte weitere Daten zum Erdbebenschwarm. Er hielt bis in die Morgenstunden an und brachte mindestens 755 Hybridbeben hervor. Gegen 4:18 Uhr setzten langperiodische Erdbeben ein. Die Herdtiefen lagen überwiegend zwischen 7 und 8 Kilometern, also deutlich tiefer, als sich normalerweise Hydrothermalsysteme befinden. Die Tiefe spricht für aufsteigendes Magma oder eine Akkumulation in mittlerer Tiefe.