Piton Fournaise bleibt aktiv – Sentinel detektierte große Schwefeldioxidwolke
Der Piton de la Fournaise auf der Réunion ist einer der aktivsten Vulkane im Indischen Ozean und aktuell wird er diesem Ruf gerecht: Der Vulkanausbruch, der am 13. Februar 2026 begann, hält auch am 18. Februar weiter an, wenn auch mit leicht reduzierter Intensität. Die zweite Eruption dieses Jahres erzeugte in ihrem Anfangsstadium eine gewaltige Schwefeldioxidwolke, deren Ausbreitung in Richtung Madagaskar mittels eines Sentinel-Satelliten nachverfolgt werden konnte.

Aktuell ist nur noch eine Eruptionsstelle an der südöstlichen Flanke aktiv. Die Lavafontänen sind vom Aussichtspunkt Piton de Bert gut sichtbar. Der vulkanische Tremor, ein wichtiger Indikator für die Stärke von Lava- und Gasemissionen, blieb zuletzt weitgehend stabil. Messungen an der seismologischen Station PVD zeigen zudem weiterhin eine anhaltende seismische Aktivität unterhalb des Gipfels. Dies deutet darauf hin, dass das Magmasystem weiterhin unter Druck steht und sich in den kommenden Stunden neue Spalten öffnen könnten. Das könnte möglicherweise weiter hangabwärts geschehen, so wie es bei der großen Eruption von 2008 der Fall war, als nach mehreren Wochen normaler Aktivität weitere Spalten aufgingen.
Die aus Satellitendaten der HOTVOLC-Plattform geschätzten Lavaflussraten schwankten in den vergangenen Stunden zwischen 1 und 9 m³/s. Die Werte weisen eine große Variabilität auf, da Bewölkung die Messungen beeinflusst Normalerweise schwankt der Lavaausstoß einer Eruption nicht so stark, obgleich es natürlich zu Schwankungen kommt. Die Lavafront befindet sich derzeit im unteren Bereich der Grandes Pentes auf etwa 660 m Höhe und rund 2,6 km von der Küstenstraße entfernt. Die aktivsten Bereiche des Lavastroms konzentrieren sich nahe der Ausbruchsstelle oberhalb der Grandes-Pentes-Verwerfung. Die Lavafront hat sich in den letzten 2 Tagen nicht wesentlich verändert und ohne eine signifikante Verstärkung der Aktivität ist es unwahrscheinlich, dass sie noch bis zur Küstenstraße vordringen wird.
Auch aus dem All wird der Ausbruch genau beobachtet. Am 14. Februar registrierte das TROPOMI-Instrument an Bord des Copernicus-Sentinel-5P-Satelliten eine Schwefeldioxid-Wolke, die sich über rund 550 km in Richtung Madagaskar ausbreitete. Solche Messungen sind entscheidend für die Flugsicherheit, die Warnung der Bevölkerung und das Umweltmanagement.
Trotz einzelner registrierter Felsstürze an der Ostflanke blieb die Eruptionsdynamik bislang ohne grundlegende Veränderungen. Die Lage wird weiterhin kontinuierlich überwacht.


