Aktivität am Ätna lebt wieder auf – INGV erhöht Flugwarnstufe auf Orange
Nach ein paar ruhigeren Tagen lebt die Aktivität am Ätna wieder auf. Das Catania-Observatorium des INGV setzte am Dienstag, 1. September, den Luftfahrt-Farbcode innerhalb weniger Stunden von Grün über Gelb auf Orange herauf. Grund sind schwache Ascheemissionen, die von den Überwachungskameras beobachtet werden. Eine nennenswerte Aschewolke bildete sich nach Angaben des Observatoriums allerdings bis jetzt nicht und auch der Tremor bleibt vergleichsweise niedrig.

Die Aktivitätssteigerung kommt nur wenige Tage nach einer eruptiven Phase zwischen dem 6. und 23. August. Im Anschluss daran war der Ätna zwar nicht völlig zur Ruhe gekommen, die Aktivität hatte sich aber auf wechselnd starkes Entgasen der Gipfelkrater und gelegentliche schwache Aschefreisetzungen beschränkt. Besonders der Nordostkrater zeigte impulsartige Entgasung und einzelne Ascheemissionen. Auf Sentinel-Satellitenaufnahmen sieht man in diesem Krater auch eine thermische Anomalie, die von hoch im Fördersystem stehendem Magma zeugt.
Der heute veröffentlichte Wochenbericht für den Beobachtungszeitraum vom 24. bis 30. August zeigt mehrere Hinweise auf anhaltende Unruhe. Obwohl sich der Tremor überwiegend auf mittlerem Niveau bewegte, nahm die Infraschallaktivität in Pulsen zu und erreichte zwischen dem 27. und 29. August Spitzenwerte. Die entsprechenden Signale konzentrierten sich vor allem auf den Bereich zwischen Nordostkrater und Voragine, wo sich im Zuge der letzten beiden Eruptionen eine neue Eruptionsspalte gebildet hatte.

Die Analyse der Tremorquellen zeigt wieder ein ausgeprägtes Band, das vom nordwestlichen Gipfelbereich bis unter dem Nordostkrater streicht und dort Richtung Osten abknickt und bis in den oberen Bereich des Valle del Bove streicht. Die Oberseite des durch die Tremorsignale definierten Körpers liegt auf 3000 m Höhe an der Basis der Gipfelkrater und reicht gut 1000 m hinab.
Der Schwefeldioxid-Ausstoß lag in der vergangenen Woche auf hohem Niveau und erreichte zeitweise sogar sehr hohe Werte. Der CO₂-Ausstoß aus dem Boden blieb dagegen im mittleren Bereich. Bedeutende Veränderungen der Bodenverformung wurden nicht festgestellt, wobei das GNSS-Netzwerk eine leichte Deflation registriert.
Das INGV hält eine weitere explosive Aktivität an den Gipfelkratern mit Aschewolken und möglicherweise auch Lavaströmen für möglich. Eine schnelle Steigerung zu einer stärkeren Eruption mit hohen Aschesäulen oder pyroklastischen Strömen könne nicht ausgeschlossen werden.