Ätna: Bocca Nuova stimmt in Ascheemissionen ein

Bocca Nuova des Ätna emittiert nun auch Aschewolken – Alarmstufe erneut auf Rot angehoben

Am Ätna auf Sizilien geht das Wechselspiel sich häufig ändernden Status des Alarmcodes für den Flugverkehr weiter, dass auf die fluktuierenden Ascheemissionen reagiert. Nachdem gestern zunächst der Alarmstatus für den Flugverkehr von Orange auf Rot und wieder auf Orange wechselte, erfolgte am Montagmorgen erneut eine Hochstufung auf Rot. Die Ascheemissionen, die für das Farbenspiel verantwortlich sind, werden nicht mehr nur am Nordostkrater beobachtet: Auch die Bocca Nuova beteiligt sich nun an dem Geschehen. Damit tritt zeitweise aus zwei Kratern gleichzeitig Asche aus.

Das Ätna-Observatorium des INGV meldete am 7. September um 08:12 Uhr MESZ eine anhaltende Ascheemission und setzte den VONA-Farbcode erneut auf Rot. Zuvor hatte die Warnstufe am Sonntag für mehrere Stunden Orange betragen, nachdem die Ascheproduktion deutlich schwächer geworden war, aber nicht komplett aufgehört hatte. Die Emissionen bleiben allerdings vergleichsweise gering: Laut INGV entstand keine ausgeprägte Vulkanaschewolke, die über größere Höhen aufgestiegen wäre. Dass trotzdem die Alarmstufe Rot ausgerufen wurde, ist wahrscheinlich eine Vorsichtsmaßnahme, da nicht völlig ausgeschlossen werden kann, dass sich die schwachen Emissionen innerhalb kurzer Zeit zu einem starken Vulkanausbruch mit hoch aufsteigenden Aschewolken entwickeln. Die ausgestoßene Asche wird weiterhin in Richtung Süden verfrachtet und driftet damit tendenziell in Richtung Flughafen Catania. Dort geht der Flugbetrieb aber noch normal weiter.

Die Ascheemissionen finden weiter vor dem Hintergrund einer ungewöhnlich niedrigen Tremors statt, dessen Amplitude sich im oberen grünen Bereich bewegt, so wie man es normalerweise nur von ausgeprägten Ruhephasen her kennt. Die Seismizität bewegt sich gleichfalls auf niedrigem Niveau. Somit gibt es bislang keine belastbaren Hinweise auf eine starke explosive Steigerung der Aktivität, mit Ausnahme der Ascheemissionen an sich.