Ätna: Schwarmbeben und Ascheemissionen

Schwarmbeben im Nordwesten des Ätnas – 14 Beben innerhalb von ebenso vielen Minuten

Gestern Morgen ereignete sich im Nordwesten des sizilianischen Vulkans Ätna ein Erdbebenschwarm, der laut INGV aus 14 Erschütterungen mit Magnituden zwischen 1,4 und 2,5 bestand. Die Hypozentren konzentrierten sich auf Tiefen zwischen 24 und 25 Kilometern. Die Epizentren bildeten einen Cluster bei Maletto, das wenige Kilometer nördlich des bekannteren Bronte liegt. Rechnerisch traten die Beben in Abständen von nur einer Minute auf und konzentrierten sich auch räumlich auf ein eng begrenztes Gebiet.

Ätna. © INGV

Über die drei stärksten Beben mit Magnituden im Zweierbereich berichtete ich bereits gestern, da sie zeitnah auf der EMSC-Shakemap angezeigt wurden. Die Erdbebenkarte des INGV wurde erst später aktualisiert.

Der Erdbebenschwarm passt in das Muster der Seismizität der vergangenen Monate, die sich vor allem im Norden und Westen des Vulkans in größeren Tiefen abspielt. Dies deutet darauf hin, dass Magma in der Asthenosphäre aufsteigt.

Doch es gab nicht nur Erdbeben im Nordwesten, sondern auch in anderen Regionen des Ätnas. Dort lagen die Herdtiefen deutlich flacher, und die Epizentren verteilten sich großflächig, sodass keine nennenswerten Konzentrationen auftraten.

In der Nacht und während der Morgenstunden war der Ätnagipfel wolkenfrei und erlaubte Blicke auf die Aktivität der Voragine. Diese ist weiterhin schwach strombolianisch tätig und fördert neben Asche in zunehmendem Maße auch rotglühende Tephra, die auf den Flanken des Kraterkegels niedergeht.

Trotz der morgendlichen Ascheemissionen gab es keine neuen VONA-Warnungen des VAAC Toulouse. Die letzte Warnung stammt vom Morgen des 17. Juni. Dennoch belässt das INGV den Warncode für den Flugverkehr auf „Orange“.

Beim Ätna handelt es sich um den höchsten aktiven Vulkan Kontinentaleuropas. In den vergangenen Jahren eruptierte er in zwei bis drei Phasen pro Jahr, die jeweils einige Wochen andauerten. Dabei beginnen die Aktivitätsphasen meist langsam und steigern sich anschließend deutlich.