Ätna: Spektakuläres Satellitenfoto des aktuellen Vulkanausbruchs

Vulkan Ätna stößt weiterhin Aschewolke aus – Satellit fotografiert Aschefahne und Wärmeanomalie

Der Vulkan Ätna auf Sizilien ist seit heute Morgen hochaktiv und fördert aus mehreren Schloten der Voragine kontinuierlich Vulkanasche. Die Aschewolke steigt bis in mehrere Kilometer Höhe auf und driftet nach Süden. Besonders bemerkenswert ist, dass ein Sentinel-Satellit den Vulkan genau zum Zeitpunkt der Eruption überflog und dabei nicht nur die Aschewolke fotografierte, sondern auch eine auffällige Wärmeanomalie im benachbarten Nordostkrater detektierte.

Bereits im Morgenupdate zum Ätna hatte ich darüber spekuliert, dass sich innerhalb der beiden involvierten Krater eine Eruptionsspalte geöffnet haben könnte. Das Satellitenbild zeigt eine auffallend langgestreckte Wärmeanomalie im Nordostkrater. Dabei könnte es sich entweder um zwei Schlote handeln, die auf einer Linie liegen, oder sogar um eine kurze Eruptionsspalte. Darüber hinaus ist der Tremor nochmals angestiegen und machte am Vormittag einen kleinen Sprung nach oben. Seitdem bewegt er sich auf hohem Niveau im roten Bereich seitwärts und zeigt dabei ein Muster, wie wir es von früheren intensiven Gipfeleruptionen kennen. Explosive Ascheeruptionen dieser Intensität erreichen zwar nicht ganz das Niveau eines Paroxysmus, können dafür aber über Stunden oder sogar Tage anhalten. Aus diesem Eruptionsstadium heraus ist jederzeit eine weitere Eskalation des Ausbruchs möglich.

Der italienische Zivilschutz rief am Vormittag die Warnstufe F1 aus und teilt damit offenbar ebenfalls die Einschätzung, dass sich aus der aktuellen Eruption noch ein Paroxysmus entwickeln könnte.

Laut dem VAAC Toulouse – wo man jetzt offenbar wach geworden ist – erreicht die Vulkanasche eine Höhe von 7500 m. Sie wird von relativ starkem Wind nach Süden verdriftet und am weiteren Aufstieg gehindert. Ohne den starken Wind würde die Asche wesentlich höher aufsteigen.

Wie das INGV meldet, intensivierte sich die Eruption gegen 05:45 UTC. Dabei begann aus einem Krater an der oberen Ostflanke des Voragine-Kegels verstärkt Vulkanasche auszutreten. Etwa eine Stunde später hatten sich die Emissionen weiter verstärkt und eine Eruptionswolke gebildet, die rund 1,5 Kilometer über den Gipfel aufstieg und sich in Richtung Süden und Südosten ausbreitete.

Die Vulkanologen berichten außerdem, dass die strombolianische Aktivität am seitlich gelegenen Krater des Voragine-Kegels in den vergangenen Tagen anhielt, während die effusive Tätigkeit des Förderschlotes auf 3.030 Metern Höhe allmählich nachließ und am 4. Juli tagsüber endete. In der Nacht vom 2. auf den 3. Juli bildete sich zudem ein zweiter, kleiner Lavastrom zwischen dem aktiven strombolianischen und dem effusiven Krater. Dieser floss über gut hundert Meter und kam am Morgen des 3. Juli zum Stillstand. Derzeit fließt somit kein Lavastrom mehr.

Das Epizentrum des Tremors liegt weiterhin im Kratergebiet der Voragine auf einer Höhe von etwa 3.000 Metern über dem Meeresspiegel. Die Infraschallaktivität schwankt und war in den vergangenen Stunden durch Phasen intensiver Aktivität mit sehr hohen Werten gekennzeichnet. Die Quellen befinden sich überwiegend im Bereich des Voragine-Kraters, vereinzelt wurden jedoch auch Ereignisse im Nordostkrater registriert.

Die Deformationsmessnetze haben bislang keine signifikanten Veränderungen festgestellt. Allerdings wurden ab 05:45 UTC Veränderungen an der ECPN-Gipfel-Klinometerstation (rund 0,3 Mikroradian bis 07:30 UTC) sowie an der DRUV-Dilatometerstation (eine Dekompression von etwa 8 Nanodehnungen bis 07:00 UTC) beobachtet. Auch wenn diese Änderungen nicht als signifikant eingestuft werden, sprechen sie dennoch für einen anhaltenden Magmenaufstieg.