Ätna: Vulkanausbruch beeinträchtigt Flugverkehr weiterhin

Lavastrom im Valle del Bove des Ätna. © Guide Alpine Vulcanologiche Etna

Ausbruch des Vulkans Ätna auf Sizilien wird zur Geduldsprobe für Flugreisende nach Catania

In Catania, der Stadt am Fuße des Ätnas und dem Tor zum Osten Siziliens, müssen sich Flugreisende weiterhin auf Unannehmlichkeiten einstellen: Infolge der anhaltenden Aktivität des Vulkans ist der Flugbetrieb auch am Samstag bis mindestens 12 Uhr mittags gestört. Ankommende Flugzeuge werden wegen Vulkanasche in der Anflugbahn weiterhin umgeleitet. Abgehende Flüge finden hingegen statt. Die Situation soll Mittags neu bewertet werden.



Dass der prominenteste Vulkan Italiens ausgerechnet zur Ferienzeit so richtig aufdreht, kann als eine Fügung des Schicksals angesehen werden. Seit der Eruption während der vergangenen Weihnachtsferien war es vergleichsweise still um den Ätna gewesen, bis im Juni die Reisesaison begann. Seitdem kommt es alle paar Wochen zu Eruptionen, deren Pausenintervalle sich zuletzt auf etwa eine Woche verkürzten. Ein solches Verhalten ist für paroxysmale Eruptionen typisch. Allerdings unterscheidet sich die derzeit beobachtete Aktivität von früheren paroxysmalen Phasen aus dem Südostkrater und der Bocca Nuova: Die Eruptionen aus der Voragine dauern länger, fördern weniger hoch aufsteigende Lavafontänen und Aschewolken, und die Lavaströme treten nicht ausschließlich aus dem betroffenen Eruptionskegel aus. Stattdessen können sich auch Spalten abseits der Gipfelkrater öffnen.

Aktuell ist weiterhin ein Lavastrom aktiv, dessen Eruptionsspalte sich gestern Morgen auf einer Höhe von 2750 Metern im Valle del Bove öffnete. Damit liegt sie deutlich unterhalb der Basis des zentralen Kegelbereichs. Zudem befindet sich die Spalte näher am Südostkrater als an der Voragine. Dies könnte darauf hindeuten, dass sich der flache Magmenspeicher unterhalb des Gipfelbereichs weiter ausgedehnt hat und andere Förderwege als bisher üblich aktiviert wurden.

Die nach Südwesten driftenden Ascheemissionen aus der Voragine halten an. Laut der jüngsten VONA-Meldung des VAAC Toulouse erreichen sie eine Höhe von 5500 Metern. Der Tremor befindet sich nach einem deutlichen Peak am Morgen inzwischen im freien Fall, was auf ein Nachlassen der Aktivität hindeutet. Um 10 Uhr bewegte er sich allerdings noch im roten Bereich.

Obwohl Prognosen zum Verhalten des Ätna immer schwierig sind, würde es dem typischen Aktivitätsmuster entsprechen, wenn die Tätigkeit in den nächsten Stunden deutlich nachlassen würde. Als Erstes versiegen normalerweise die Ascheemissionen, zuletzt kommt auch der Lavastrom zum Erliegen. Anschließend könnte die Eruption für mehrere Stunden oder Tage pausieren, bevor ein weiterer Paroxysmus beginnt.

Analog zum Geschehen am Kilauea könnte man die verschiedenen Paroxysmen dabei als einzelne Episoden einer einzigen, episodisch verlaufenden Eruption betrachten.