Anhaltender Ausbruch am Piton de la Fournaise: Lavafontänen speisen Lavaströme und lassen Kegel wachsen
Der Ausbruch des Vulkans Piton de la Fournaise, der am 13. Februar 2026 kurz nach 10:00 Uhr Ortszeit einsetzte, dauert weiterhin an. Nach aktuellen Angaben des Vulkanologischen Observatoriums Piton de la Fournaise (OVPF-IPGP) ist derzeit nur noch eine Eruptionsöffnung aktiv. Am südöstlichen Hang des Piton Morgabim haben anhaltende Lavafontänen einen neuen Schlackenkegel aufgebaut. Die Fontänen erreichen gegenwärtig Höhen von rund 15 Metern. Der wachsende Kegel misst inzwischen etwa 15 bis 20 Meter und ist weiterhin offen, sodass Lava ungehindert austreten und abfließen kann.

Die geophysikalischen Daten entsprechen dem, was man in diesem Eruptionsstadium erwartet: Die Intensität des Eruptionstremors zeigt sich insgesamt stabil, mit einer leicht abnehmenden Tendenz. Allerdings kommt es weiterhin zu kurzzeitigen Amplitudenschwankungen im Abstand weniger Minuten. Diese spiegeln sich unmittelbar in wechselnden Aktivitäten an der Ausbruchsstelle wider und führen zu sichtbaren Veränderungen der Fontänenhöhe.
Die Oberflächenflussraten der Lava, ermittelt anhand von Satellitendaten, erreichten in den vergangenen 24 Stunden Maximalwerte von 23 Kubikmetern pro Sekunde. Die Messwerte können jedoch stark variieren, insbesondere bei dichter Bewölkung. Aus dem Foto links wird ersichtlich, dass nahe des Förderschlots nur wenig Lava an der Oberfläche fließt. Der größte Teil dürfte in einer Tube unterwegs sein und erst weiter hangabwärts zu Tage treten.
Eine Geländeerkundung von Seiten der OVPF-Vulkanologen, die am Morgen durchgeführt wurde, bestätigte die anhaltende Aktivität. Der Lavastrom ist nahe der Quelle gut kanalisiert und nutzt sowohl die Reste des alten Kegels, der am 15. Februar einstürzte, als auch die zu Beginn der Eruption entstandenen Bahnen der Erstströme.
Die Lavafront befindet sich weiterhin im unteren Abschnitt der Grandes Pentes, rund 2,6 Kilometer von der nationalen Küstenstraße entfernt, auf etwa 660 Metern Höhe. Die aktivsten Bereiche konzentrieren sich derzeit im oberen Bereich der Grandes Pentes, wo sich das Lavafeld zunehmend ausdehnt und verdickt. Meiner Einschätzung nach bestehen nur ein geringes Risiko, dass die Lavafront bei dem aktuellen Aktivitätsniveau die Straße erreicht.
Unterhalb des Gipfels hält die seismische Aktivität an. Nach Einschätzung des OVPF-IPGP deutet dies darauf hin, dass das Magmasystem weiterhin unter Druck steht. Weitere Spaltenöffnungen bleiben in den kommenden Stunden und Tagen möglich.
Die Alarmstufe 2.1 bleibt in Kraft. Das Observatorium steht in permanenter Bereitschaft, um die weitere Entwicklung der Lage engmaschig zu überwachen.











