Erhöhte Unruhe am Vulkan Bulusan – Schwarm aus 215 Erdbeben registriert
Am philippinischen Vulkan Bulusan manifestierte sich gestern ein Schwarmbeben, das sich den neuesten Daten zufolge aus 215 vulkanotektonischen Einzelbeben zusammensetzte. Gleichzeitig zeigten Messungen der Hangneigung eine leichte Inflation des Vulkangebäudes, was auf Druckaufbau im Untergrund hindeutet. Die Aktivität war so hoch, dass sich die Vulkanologen von PHIVOLCS veranlasst sahen, eine Warnung vor einem möglichen Vulkanausbruch auszugeben. Trotzdem wurde die Alarmstufe nicht angehoben und verblieb vorerst auf Stufe 1 („geringe Unruhe“).

Der Bulusan liegt in der Provinz Sorsogon an der Südspitze der Insel Luzon, etwa 390 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Manila. Mit einer Höhe von 1.565 Metern zählt er zu den aktivsten Vulkanen der Philippinen. Es handelt sich um einen Stratovulkan, der aus abwechselnden Lagen von Lava, Asche und anderen vulkanischen Ablagerungen aufgebaut ist. Bekannt ist der Bulusan vor allem für seine häufigen phreatischen Eruptionen, bei denen Grund- oder Oberflächenwasser durch die Hitze des Magmas im tieferen Untergrund schlagartig verdampft und explosionsartig ausgestoßen wird.
Auf der Shakemap sieht man, dass sich die Erdbeben entlang einer NW-SE-streichenden Linie ereigneten, die sich einmal quer durch den Vulkan zieht. Hier könnte sich eine Störungszone befinden, entlang derer Magma oder andere Fluide aufgestiegen sind.
Vulkanbeobachter melden, dass neben der erhöhten Erdbebenaktivität über dem Gipfel eine etwa 150 Meter hohe Dampffahne beobachtet wurde, die nach Südwesten und Westsüdwesten driftete. Die Schwefeldioxid-Emissionen lagen zuletzt bei vergleichsweise niedrigen 52 Tonnen pro Tag. Dennoch deuten die aktuellen Messwerte auf aktive magmatische Prozesse des Vulkans hin.
Die Behörden warnen daher vor möglichen plötzlichen, dampfgetriebenen Explosionen. Das Betreten der permanenten Gefahrenzone im Umkreis von vier Kilometern um den Krater bleibt strikt untersagt. Auch in der erweiterten Gefahrenzone ist besondere Vorsicht geboten. Flugzeuge sollen den Gipfelbereich meiden, da selbst kleinere phreatische Ausbrüche gefährliche Aschewolken erzeugen können.
Vulkanologen beobachten die Entwicklung aufmerksam. Die Kombination aus anhaltender Seismizität, Bodenaufwölbung und hydrothermaler Aktivität zeigt, dass sich der Bulusan weiterhin in einer Phase erhöhter Unruhe befindet und es jederzeit zu phreatischen Explosionen kommen kann, die Gesteinsbrocken aus dem Schlotbereich hunderte Meter weit ausstoßen können.