Chile: Erdbeben Mw 6.2 am 12. Februar

Starkes Erdbeben erschüttert Westen von Chile – fluidbedingte Beben auf Teneriffa getriggert

Gestern Vormittag registrierten die seismischen Netzwerke ein starkes Erdbeben der Magnitude 6,2 im Westen von Chile. Laut EMSC hatte es eine Herdtiefe von 37 km. Das Epizentrum lag etwa 32 km südwestlich von Ovalle und rund 95 km südlich von Coquimbo, einem Ort an der Pazifikküste. Da sich der Erdstoß fast 100 Kilometer landeinwärts manifestierte, wurde kein Tsunami-Alarm ausgegeben.

Chile. © EMSC/Leaflet

Der Erdstoß ereignete sich um 10:34 Uhr Ortszeit in der Region Coquimbo. Aufgrund der Herdtiefe und der Entfernung zu Siedlungsgebieten entstanden keine größeren Schäden. Das Beben wurde aber deutlich von der Bevölkerung wahrgenommen. Gemäß der Auswertung der USGS-PAGER-Daten wurde das Beben von der Umgebung von etwa 1000 Menschen stark wahrgenommen. 132000 verspürten moderate und fast 700 000 leichte Erschütterungen.

Lokale Medienberichte sprechen von deutlichen Erschütterungen in Städten wie Punitaqui, Socos und San Julián und auch in weiter entfernten Orten. Laut einigen Quellen ist es Anwohnern schwergefallen, sich während des Bebens auf den Beinen zu halten. Möbel wackelten und Gegenstände fielen herunter. Offizielle Meldungen betonen, dass es bislang keine bestätigten Schadens- oder Opferberichte gibt.

Chile liegt an einer der aktivsten seismischen Zonen der Erde, dem sogenannten Pazifischen Feuerring. Hier taucht die ozeanische Nazca-Platte unter die kontinentale Südamerikanische Platte – ein klassisches Subduktionsszenario Diese Kollision erzeugt enorme Spannungen und ist Ursache für regelmäßige Erdbeben. Das Erdbeben vom 12. Februar war wahrscheinlich ein Flachbeben entlang dieser Subduktionszone oder in deren Nähe und gehört zur normalen seismischen Aktivität dieser Plattengrenze.

In der Region ereigneten sich bereits zahlreiche historische Erdbeben mit katastrophalen Folgen. Darunter das fatale Starkbeben Mw 8,2 von 1906, das in Valparaíso enorme Schäden anrichtete. Auch 1997 und 2019 manifestierten sich in der Region starke Erdbeben, die Schäden verursachten und Menschenleben kosteten.

Interessant ist, dass kurz nach dem aktuellen Beben am Pico del Teide auf Teneriffa wieder langperiodische Erschütterungen einsetzten. Seitdem ist ein neues Schwarmbeben im Gang. Studien belegen, dass weit entfernte starke Erdbeben Fluidbewegungen an Vulkanen verursachen können. Mehr dazu später.