China: Taifun Bavi zwingt Millionen zur Flucht

Taifun Bavi verschärft die Hochwasserlage in China – spektakuläre Rettung in den Fluten sorgt für Aufsehen

Der von Guam über die Philippinen kommende Taifun Bavi erreicht nun das chinesische Festland und droht, die sowieso bereits prekäre Hochwassersituation deutlich zu verschärfen. Bereits in den letzten Wochen haben sintflutartige Monsunregenfälle zahlreiche Flüsse anschwellen lassen und sogar einen Staudamm beschädigt. Viele Städte sind in den Bereichen der Flussufer überflutet und Straßen verwandelten sich in reißende Ströme. Zudem kam es zu Erdrutschungen. Besonders betroffen sind der Nordosten und der Osten des Reiches der Mitte. Heute wurden für 1,8 Millionen Chinesen Evakuierungsanordnungen ausgegeben.

Bavi entwickelte sich zunächst weit östlich der Philippinen zu einem kräftigen Tropensturm und verstärkte sich später zu einem Taifun. Auf seinem Weg zog das System aus Richtung Guam über den westlichen Pazifik und beeinflusste anschließend die Philippinen. Obwohl der Taifun die Inselgruppe nicht direkt mit seinem Zentrum überquerte, sorgten seine äußeren Regenbänder und die Verstärkung des Südwestmonsuns für intensive Niederschläge. Vor allem im Norden der Philippinen kam es zu Überschwemmungen, Erdrutschen und gefährlichen Bedingungen auf See. Zahlreiche Bewohner mussten sich auf Evakuierungen vorbereiten.

Anschließend verlagerte sich Bavi weiter nach Norden in Richtung Taiwan und China. Dort trifft der Taifun auf eine bereits durch den Sommermonsun belastete Hochwasserlage. Die Kombination aus feuchter Monsunluft und zusätzlichen Niederschlägen durch den Tropensturm erhöht das Risiko weiterer Überflutungen. Besonders gefährdet sind tiefer gelegene Gebiete, Flussniederungen und Regionen, in denen Böden und Wasserläufe bereits stark gesättigt sind. Neben den erwarteten Wassermassen gefährden starke Winde Menschen und Infrastruktur. Zwar schwächte sich der Taifun ab, doch er verfügt weiter über ein großes Schadenspotenzial: In seinem Inneren herrschen Windgeschwindigkeiten von 144 km/h. Böen sind bis zu 200 km/h schnell.

Video von Rettungsaktion geht viral

Für internationale Aufmerksamkeit sorgte in diesem Zusammenhang ein Video aus der chinesischen Stadt Beipiao in der Provinz Liaoning. Die Aufnahmen, die sich in sozialen Netzwerken viral verbreiteten, zeigen eine dramatische Rettungsaktion während einer Überschwemmung. Eine Lieferfahrerin auf einem Motorroller war von den Fluten erfasst worden, stürzte und wurde von der Strömung mitgerissen. Zwei Autofahrer reagierten spontan: Sie stellten ihre Fahrzeuge in den Wasserstrom und bildeten damit eine Art Barriere, die die mitgerissene Frau auffing. Dadurch konnten Helfer die Frau erreichen und aus der gefährlichen Situation retten.

Die Szene verdeutlicht die besondere Gefahr solcher Sturzfluten. In kurzer Zeit können Straßen, die zunächst noch passierbar erscheinen, zu lebensgefährlichen Strömungskanälen werden. Fahrzeuge können von Wassermassen bewegt werden, während Menschen kaum noch gegen die Kraft der Fluten ankommen. In Extremfällen werden aber auch Fahrzeuge von den Fluten mitgerissen, insbesondere wenn das Wasser so tief ist, dass sie aufschwimmen. Schon so manchem Autofahrer wurde das Fahrzeug zum Verhängnis und ertrank in seinem Inneren.

Die chinesischen Behörden haben angesichts der anhaltenden Niederschläge die Hochwasserwarnungen verstärkt und lokale Einsatzkräfte mobilisiert. Neben Evakuierungen stehen die Kontrolle von Flüssen, der Schutz kritischer Infrastruktur und die Versorgung betroffener Gemeinden im Mittelpunkt. Mit weiteren Regenfällen durch Taifun Bavi bleibt die Hochwasserlage in Teilen Chinas angespannt.