Deutschland: Erdbeben im April

Mehrere Erdbeben im Süden und in der Mitte Westdeutschlands – stärkste Erschütterung Mb 2,6

Seit einigen Tagen wird im Süden und in der Mitte des Westens Deutschlands eine leicht erhöhte Erdbebenaktivität registriert. Das bislang stärkste Erdbeben manifestierte sich am 7. April: Es hatte eine Magnitude von 2,6 und eine Herdtiefe von nur 5200 m, weshalb es im näheren Umkreis des Epizentrums gespürt wurde. Dieses lag im Grenzgebiet zur Schweiz, 14 km östlich von Lörrach. In der Region des Alpenvorlands manifestierten sich heute zwei weitere Erdbeben Mb 1,5. 

Deutschland. © EMSC/Leaflet

Weiter nördlich im Breisgau bei Freiburg und dem angrenzenden Gebiet in der Schweiz ereigneten sich im Wochenverlauf 5 Mikrobeben mit Magnituden kleiner als 1. Die Erschütterungen dürften mit Spannungsabbau entlang lokaler Störungszonen zusammengehangen haben.

Im Kontext von Vulkane.net sind die Mikrobeben in der Osteifel von besonderem Interesse, die infolge von Fluidbewegungen entlang von Störungszonen entstanden sein könnten. Hier gab es südwestlich des Laacher-See-Vulkans 2 Mikroben. Das jüngste ereignete sich gestern und brachte es auf Mb 0,8 in 11 Kilometern Tiefe. Das andere Beben wurde am 7. April registriert und hatte eine Magnitude von 0,5 in 10 km Tiefe. Beide Beben lagen im Bereich der Ochtendunger-Störung, die mit dem schräg im Boden sitzenden Magmenkörper unter dem Laacher-See-Vulkan interagiert. Die Beben deuten aber nicht auf einen bevorstehenden Vulkanausbruch hin, sondern zeigen, dass der tiefe Untergrund magmatotektonisch aktiv ist.

Ein Blick in unsere Nachbarländer zeigt, dass es auch hier Seismizität gibt, die zum Teil sogar deutlich stärker ist, als es bei uns der Fall ist. Besonders erwähnen möchte ich die Beben in Frankreich, wo es in den letzten Wochen öfter bebte. Besonders betroffen ist die Vulkanprovinz des Zentralmassivs bei Clermont-Ferrand Die Region ist auch als Auvergne bekannt und von besonderem landschaftlichen Reiz. Hier wurden in der letzten Woche drei Beben mit Magnituden im Zweierbereich registriert.