Deutschland: Schwaches Erdbeben nahe Freiburg

Erdbeben Mb 2,4 bei Lahr in der Nähe von Freiburg brachte angeblich Häuser zum wackeln

Datum: 01.03.2026 | Zeit: 22:00:07 UTC | Koordinaten: 48.288 ; 7.823 | Tiefe: 19 km | Mb 2,4

Gestern Abend manifestierte sich 7 Kilometer süd-südwestlich von Lahr bei Freiburg ein schwaches Erdbeben der Magnitude 2,4. Das Hypozentrum des Bebens, das sich um 23:00 Uhr Ortszeit ereignete, wurde in 19 Kilometern Tiefe verortet. Trotz der vergleichsweise großen Tiefe und der geringen Magnitude, die unter der allgemein gültigen Wahrnehmbarkeitsgrenze von 3,0 lag, gibt es beim EMSC eine Wahrnehmungsmeldung von einer Person in 28 Kilometern Entfernung, die ein leichtes Grollen gehört hat und eine leichte Erschütterung spürte.

Erdbeben

Die Presse zitiert in ihren Berichten mehrere Wahrnehmungsmeldungen, die beim Blog „Erdbebennews“ eingegangen sind. Demnach sollen sogar Häuser gewackelt und Geschirr in den Schränken geklirrt haben, was aufgrund der oben beschriebenen Phänomenologie des Bebens eigentlich nur möglich ist, wenn es Erdbebenwellen verstärkende geologische Strukturen im Untergrund gibt. In den Campi Flegrei, wo es aufgrund der Beckenfüllung der Caldera entsprechende Strukturen gibt, können vergleichbare Erdbeben wahrgenommen werden, die sich allerdings alle in Tiefen von weniger als 5 Kilometern abspielen.

Das Erdbeben steht im Zusammenhang mit der Tektonik des Oberrheingrabens, einer mehrere hundert Kilometer langen Dehnungszone zwischen Basel und Frankfurt am Main. Der Oberrheingraben entstand vor etwa 45 Millionen Jahren im Zuge von Krustenaufwölbung und Dehnung. Dabei senkte sich der zentrale Bereich zwischen Schwarzwald und Vogesen ab, während die Randschollen angehoben wurden.

Bis heute ist diese Struktur tektonisch aktiv. Die Erdkruste steht hier unter leichter Dehnung, wodurch sich entlang zahlreicher Störungen Spannungen aufbauen, die sich ruckartig entladen können. Die meisten Beben sind schwach (Magnitude unter 3) und werden nur instrumentell erfasst. Gelegentlich treten jedoch auch spürbare Ereignisse auf.

Das Beben ereignete sich in einer Region Deutschlands, in der es bekanntermaßen ein erhöhtes Erdbebenrisiko gibt. Weitere erdbebengefährdete Regionen sind die Schwäbische Alb, die Niederrheinische Bucht und das Vogtland, wo es zuletzt im Februar weitere Schwarmbeben gab.