Kanlaon mit deutlicher Zunahme der Seismizität – Erdbebenschwärme erschüttern den Vulkan
Der philippinische Vulkan Kanlaon liegt auf der Insel Negros und zeigt seit einigen Tagen wieder eine zunehmende Unruhe, die sich überwiegend in einer Steigerung der Seismizität widerspiegelt. So registrierte das seismische Netzwerk von PHILVOLCS in den vergangenen 24 Stunden 123 vulkanisch bedingte Erdbeben. Damit setzte sich der am 1. Oktober begonnene Anstieg der Seismizität fort. Damals waren zunächst 28 vulkanotektonische Erdbeben festgestellt worden, am Folgetag bereits 94. Die Epizentren der Beben reihen sich auf einer Linie auf der Westflanke des Vulkans auf und könnten der Spur eines magmatischen Gangs markieren.

Die Beben sind überwiegend vulkanotektonischen Ursprungs und entstehen durch Gesteinsbrüche im Vulkangebäude. Bei den am 1. Oktober genauer analysierten Ereignissen lagen die Magnituden zwischen 0,9 und 1,8 und die Herdtiefen zwischen 0 und 11 Kilometern unter der Westflanke des Vulkans. PHIVOLCS interpretiert die zunehmende VT-Seismizität als Hinweis darauf, dass aufsteigendes Magma oder magmatische Gase das Gestein zunehmend aufbrechen.
Die Erdbebenaktivität wird von weiteren Anzeichen erhöhter Unruhe begleitet. Das Vulkangebäude zeigt weiterhin Inflation mit kurzfristigen Deflationsphasen. Gleichzeitig nahm die Entgasung zu. Am 2. Oktober wurden 2.172 Tonnen Schwefeldioxid pro Tag gemessen, gegenüber 1.955 Tonnen am Vortag. Der Mittelwert seit Jahresbeginn liegt bei 1.578 Tonnen täglich und wird aktuell deutlich übertroffen.
Auch die Asche- und Gasfahne über dem Krater ist deutlich ausgeprägt und zeigt zunehmende Tendenzen. Am 2. Oktober erreichte die voluminöse Emission eine Höhe von etwa 1.300 Metern über dem Krater; am 3. Oktober wurden noch rund 600 Meter gemeldet.
Trotz der deutlichen Aktivitätszunahme gilt weiterhin Alarmstufe 2. PHIVOLCS warnt vor möglichen phreatischen Eruptionen und einer weiteren magmatischen Aktivierung. Der 4-Kilometer-Sperrbereich um den Gipfel darf nicht betreten werden. Die weitere Entwicklung dürfte davon abhängen, ob die Seismizität weiter zunimmt und gleichzeitig Deformation und Entgasung weiter ansteigen.