Griechenland: Deutlich spürbares Erdbeben im Westen

Deutlich spürbares Erdbeben der Magnitude 4,5 erschüttert den West von Griechenland

Datum: 08.09.2026 | Zeit: 07:46:32 UTC | Koordinaten: 38.540 ; 21.360 | Tiefe: 18 km | Mb 4,5

Ein Erdbeben der Magnitude 4,5 hat am 8. September 2026 um 10:46 Uhr Ortszeit den Westen Griechenlands erschüttert. Nach Angaben des EMSC lag das Epizentrum 10 Kilometer südwestlich von Agrinio und 46 Kilometer nordwestlich von Patras. Das Hypozentrum wurde in 18 Kilometern Tiefe bestimmt. Der Erdstoß wurde von den Anwohnern der Region und darüber hinaus wahrgenommen. Größere Schäden entstanden nicht.

Griechenland. © EMSC

In der nahe gelegenen Stadt Agrinio wurde der Erdstoß besonders deutlich wahrgenommen. Mehrere Beobachter beschrieben ein kräftiges, teilweise mehrere Sekunden dauerndes Rütteln. In einem Fall sollen durch die Erschütterungen sogar Gegenstände aus einem Regal gefallen sein. Andere Bebenzeugen berichteten von einem einzelnen starken Stoß, der Gebäude und Fensterscheiben zum Klirren brachte.

Auch im gut 50 Kilometer entfernten Patras wurde das Beben registriert. Dort beschrieben Bewohner kurze, abrupte Erschütterungen; in einem Fall gerieten auf einem siebten Stockwerk Möbel in Bewegung. Wahrnehmungsmeldungen liegen außerdem aus Ithaka und dem 100 Kilometer entfernten Laganas auf Zakynthos vor.

Tektonisch betrachtet ereignete sich das Beben an einer Störung des Aetolia-Akarnania-Fault-Systems. Sie befindet sich in einer seismisch ausgesprochen aktiven Übergangszone am westlichen Ende des Korinth-Rifts, wo die Dehnungstektonik des Golfs von Korinth und komplexe Störungsbewegungen im Übergangsbereich zum Ionischen Raum aufeinandertreffen. Während im eigentlichen Rift vor allem ost-west-streichende Abschiebungen die Nord-Süd-Dehnung aufnehmen, treten westlich davon auch Blattverschiebungen auf. Studien zeigen insbesondere im Raum zwischen Patras und dem Trichonida-Becken eine komplizierte Kombination aus Abschiebungs- und Scherbewegungen, die immer wieder zu Erdbeben führen. So kam es im Jahr 2007 zu einem ausgeprägten Erdbebenschwarm nahe des Trichonis-Sees, dessen stärkste Erschütterungen bis in den Fünfer-Magnitudenbereich reichten.

Das Beben passt damit grundsätzlich zur aktiven Deformation Westgriechenlands. Mit Magnitude 4,5 war es deutlich spürbar, blieb aber weit unter der Größenordnung schwerer Schadensbeben.