Spürbares Erdbeben vor der Südwestküste Griechenlands – Magnitude wurde von 5,2 auf 4,9 korrigiert
Am Sonntagabend erschütterte um 21:17 Uhr Ortszeit ein mittelstarkes Erdbeben die südwestliche Küstenregion des Peloponnes in Griechenland. Nach den aktuellen seismologischen Daten lag das Epizentrum im Meer südlich der Halbinsel Messinien, etwa 24 Kilometer südwestlich von Pylos und rund 169 Kilometer südlich von Patras. Der Erdbebenherd befand sich in einer Tiefe von 10 Kilometern. Die Magnitude wurde zunächst mit 5,2 angegeben, inzwischen aber auf 4,9 reduziert.

Das Erdbeben ist als mittelstark einzustufen. Die Erschütterung wurde in der unmittelbaren Umgebung deutlich wahrgenommen. Besonders zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen gingen aus dem Küstenort Methóni ein, der 17 Kilometer nordöstlich des Epizentrums liegt.
Mehrere Bebenzeugen berichteten, ein tiefes Grollen gehört zu haben, das den eigentlichen Erschütterungen vorauseilte. Ein Bewohner schilderte gegenüber der EMSC, dass die Hügel zunächst „gerumpelt“ hätten, bevor ein Stoß zu spüren gewesen sei, der sich „in Richtung Meer“ bewegt habe. Ein anderer Zeuge berichtete von lautem Grollen und einem kurzen, kräftigen Knall, bevor das Haus gefühlt „zwei Zentimeter hin und her“ geschwankt habe. Die Beschreibungen deuten auf eine kurze, aber heftige Erschütterung hin, wie sie für relativ flache Erdbeben typisch ist.
Tektonisch lässt sich das Beben einer der aktivsten Erdbebenregionen Europas zuordnen. Südlich des Peloponnes verläuft die Hellenische Subduktionszone, an der die Afrikanische Platte mit einer Geschwindigkeit von mehreren Zentimetern pro Jahr unter die Ägäische Mikroplatte abtaucht. Die dabei entstehenden Spannungen werden regelmäßig in Form von Erdbeben freigesetzt. Neben tiefen Ereignissen innerhalb der abtauchenden Platte treten dort auch flachere Beben in der oberen Erdkruste auf, die aufgrund ihrer geringen Herdtiefe oft besonders deutlich wahrgenommen werden.
Hinweise auf größere Schäden oder Verletzte liegen nicht vor. Angesichts der tektonischen Situation muss man in den kommenden Tagen mit Nachbeben rechnen.