Starkes Erdbeben Mw 5,5 erschüttert Nordwesten von Griechenland – zahlreiche spürbare Nachbeben
Datum: 08.03.2026 | Zeit: 03:32:31 UTC | Koordinaten: 39.689 ; 20.642 | Tiefe: 10 km | Mw 5,5
Am Sonntagmorgen um 05:32 Uhr Ortszeit wurde der Nordwesten Griechenlands von einem vergleichsweise starken Erdbeben der Magnitude 5,5 erschüttert. Das Hypozentrum befand sich nach GFZ-Angaben in 14 Kilometern Tiefe. Das Epizentrum befand sich bei den Dezimalkoordinaten 39.689 ; 20.642 und wurde vom EMSC 13 Kilometer west-südwestlich von Eleoúsa verortet. Es folgten mehrere Nachbeben. Das stärkste hatte eine Magnitude von 4,8. Erdbeben dieser Magnituden können bereits moderate Schäden verursachen. Bestätigte Meldungen hierüber lagen zunächst aber nicht vor. Allerdings kam es zu Stromausfällen, Steinschlägen und kleineren Erdrutschen. Behörden riefen zur Vorsicht auf.

Nach Angaben des European-Mediterranean Seismological Centre (EMSC) wurden das Hauptbeben sowie einige der Nachbeben von zahlreichen Menschen in der Region deutlich gespürt. Nutzerberichte beschreiben starke Erschütterungen, die Fenster klirren ließen und Möbel zum Schwanken brachten. Viele Bewohner wurden aus dem Schlaf gerissen; einige meldeten ein lautes Grollen kurz vor den stärksten Bodenbewegungen. Auch aus Orten im weiteren Umkreis – bis in Teile Westgriechenlands und Albaniens – gingen Wahrnehmungsmeldungen ein.
Tektonisch betrachtet manifestierte sich das Erdbeben in einer komplexen Übergangszone zwischen der Ionischen Küste und dem Pindos-Gebirge. Westgriechenland gehört zu den seismisch aktivsten Regionen Europas, da hier mehrere Mikroplatten und Deformationszonen aufeinandertreffen. Die Bewegungen stehen indirekt mit der Subduktion der afrikanischen Platte unter die Ägäisplatte sowie der Interaktion mit der Adriatischen Mikroplatte des Ionischen Sporns in Verbindung, die zudem für die Orogenese der Alpen und der Randgebirge verantwortlich ist.
Die Tektonik der Region Epirus wird von der Epirus-Falt- und Überschiebungszone dominiert: Hier verlaufen zahlreiche aktive Störungen, die überwiegend durch Kompressions- und Überschiebungstektonik geprägt sind. Bei den tektonischen Prozessen entstanden 2 senkrecht aufeinander stehende Störungssysteme, von denen das größere parallel zur Küstenlinie verläuft. Die Epizentren lassen sich auf der EMSC-Shakemap nicht direkt einer eingezeichneten Störung zuordnen, sie liegen aber unweit der Margariti-Überschiebung, die wahrscheinlich maßgeblich für die Beben verantwortlich war.
Frühere Studien zeigen, dass auch das Ioannina-Erdbeben von 2016 (Mw 5,3) auf eine solche Überschiebungsstruktur zurückging. Das damalige Ereignis lag ebenfalls in rund 14 Kilometern Tiefe und wurde von einer Serie kleinerer Nachbeben begleitet.