Hawaii: Erdbeben Mb 5,2 vor der Küste

Relativ starkes Erdbeben vor Hawaii – Kilauea wartet auf Lavafontänen der Episode 53

Ein Erdbeben der Magnitude 5,2 hat am Dienstagabend den Südosten der Insel Hawaii erschüttert. Das Beben ereignete sich um 17:48 Uhr Ortszeit und hatte sein Epizentrum 42 Kilometer südöstlich von Naʻalehu vor der Küste. Nach Angaben des US Geological Survey (USGS) lag der Erdbebenherd etwa 11 Kilometer unter dem Meeresspiegel – direkt unter dem submarinen Vulkan Kamaʻehuakanaloa, dem früheren Lōʻihi.

Hawaii

Das Beben wurde in weiten Teilen der Süd- und Ostküste von Big Island wahrgenommen. Schäden wurden nicht gemeldet, ebenso wenig die Auslösung eines Tsunamis. Bereits in den frühen Morgenstunden hatte es in derselben Region eine Serie kleinerer Erdbeben gegeben. Die stärksten Ereignisse erreichten Magnituden von weniger als 3,2.

Die Geoforscher des HVO werteten die Aktivität als Teil eines seit Sonntag, dem 9. August, andauernden Schwarmbebens unter Kamaʻehuakanaloa. Hinweise darauf, dass die Beben die beiden großen Vulkane Mauna Loa oder Kilauea beeinflussen, gibt es nach Ansicht der Forscher nicht. Dennoch gab es nach dem Erdebben zwei bemerkenswerte Ereignisse am Kilauea.

Dort herrscht derzeit eine Eruptionspause. In den Förderschloten im Halemaʻumaʻu-Krater ist weiterhin schwaches bis mäßiges Glühen zu beobachten, während sich der Vulkan auf Lavafontänen-Episode No. 53 vorbereitet. Wie schon bei den beiden Vorgängereruptionen läuft der Wiederaufladungsprozess nicht so gleichmäßig ab wie zuvor: Es wechseln sich Inflations- und Deflationsphasen ab. Das Auffällige: Die letzte Deflationsphase endete just in dem Moment des Erdbebens Mb 5,2 und wechselte zur Inflation. Das Uēkahuna-Tiltmeter registrierte innerhalb von rund zwölf Stunden mehr als zwei Mikroradiant an Inflation; zeitweise lag die Rate bei etwa drei Mikroradiant pro Tag.

Kurz nach dem Beben kam es zudem zu einem Kollaps im Bereich des Südschlotes. Danach begann der Bereich zu glühen und Gasflammen stiegen auf. Zusammen mit dem weiterhin aktiven Nordschlot und einer neuen Fissur sind damit derzeit drei glühende Öffnungen im Gipfelbereich von Halemaʻumaʻu sichtbar.

Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich Magma unter dem Gipfel sammelt. Modelle des USGS prognostizieren deshalb den Beginn der Episode 53 zwischen dem 13. und 17. August. Sollte die derzeitige Inflationsrate anhalten, könnte die nächste Phase bereits am Donnerstagnachmittag einsetzen.

Wie bei den vorherigen Episoden werden erneut spektakuläre Lavafontänen erwartet. Die einzelnen Fountaining-Phasen dauern gewöhnlich weniger als zwölf Stunden und werden von unterschiedlich langen Pausen unterbrochen. Seit Dezember 2024 eruptiert der Kilauea auf diese episodische Weise aus dem Gipfelbereich.