Heard Island: Vulkan Big Ben eruptierte Vulkanasche

Vulkanasche in 7300 m Höhe – Vulkan Big Ben auf Heard Island ausgebrochen

„VA TO FL240 … ADVISORY TERMINATED.“ Mit diesen nüchternen Worten endete am 12. Februar 2026 eine VONA-Meldung des VAAC Darwin zum Vulkan Big Ben auf der abgelegenen subantarktischen Heard Island. Am Vortag kam es gegen 14:00 UTC zu einer explosiven Eruption, bei der Vulkanasche bis zur Flugfläche 240 – rund 7.300 Meter Höhe – aufgestiegen war. Satellitendaten zeigten wenig später keine identifizierbare Asche mehr. Die Warnung für den Luftverkehr wurde aufgehoben.

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Herad © Copernicus

Solche Meldungen sind für Big Ben, den mächtigen Stratovulkan im Zentrum der Insel, nicht ungewöhnlich. Sein Gipfel, der 2.745 Meter hohe Mawson Peak, ist der höchste Punkt im australischen Staatsgebiet – und einer der entlegensten aktiven Vulkane der Erde. Vor Ort beobachtet ihn praktisch niemand, alle zur Verfügung stehenden Informationen stammen von Satelliten. Diese detektierten in den letzten Tagen auch immer wieder schwache Thermalstrahlung, zuletzt am Abend des 11. Februar. Sie hatte eine Leistung von 3 MW.

Seit etwa 2012 befindet sich der Vulkan in einer anhaltenden Phase erhöhter Aktivität. Immer wieder registrieren Satelliten schwache bis mäßige thermische Anomalien am Gipfel – Hinweise auf heiße Lava im Krater oder kleine Lavaströme. Die Eruptionen verlaufen meist effusiv oder strombolianisch, mit begrenzten Ascheemissionen. Größere explosive Ereignisse sind selten.

Auch in den vergangenen Jahren wurden wiederholt kurzfristige Aschewolken gemeldet, die sich rasch auflösten. Die Explosion und die schwachen thermischen Signale deuten darauf hin, dass im Fördersystem weiterhin Magma nahe der Oberfläche steht. Solche Wärmeanomalien passen zum bekannten Aktivitätsmuster: episodische Entgasung und kleinere Explosionen mit gelegentlicher Lavaextrusion, die in einer länger andauernden Eruptionsphase eingebettet sind, die als schwach bis moderat eingestuft werden kann.

Heard Island bleibt damit ein spektakuläres Beispiel für „Feuer und Eis“: Ein aktiver Vulkan ragt aus einem stark vergletscherten Inselmassiv im Südozean – fernab menschlicher Siedlungen, aber unter genauer Beobachtung aus dem All.