Starkes Erdbeben Mw 6,7 erschütterte Sulawesi in Indonesien – es gab Schäden und verletzte Personen
Datum: 16.06.2026 | Zeit: 03:27:44 UTC | Koordinaten: -1.131 ; 120.195 | Tiefe: 10 km | Mw 6,7
Ein starkes Erdbeben der Magnitude 6,7 hat in der Nacht zum 16. Juni 2026 den Norden von Zentralsulawesi in Indonesien erschüttert. Nach Angaben des EMSC ereignete sich der Erdstoß um 03:27:44,7 UTC (11:27:44 Uhr Ortszeit) und hatte eine Herdtiefe von 10 Kilometern. Das Epizentrum wurde 44 Kilometer ostsüdöstlich von Palu sowie 347 Kilometer östlich von Samarinda lokalisiert. In Palu waren rund 282.000 Einwohner direkt von dem Erdbeben betroffen. Obwohl eine größere Katastrophe ausblieb, kam es zu starkem Bodenversatz, Rissbildungen und leichten Gebäudeschäden. Mindestens acht Personen wurden verletzt.

In den sozialen Medien wurden Aufnahmen von eingestürzten Dachkonstruktionen, zerborstenen Fenstern und herabgestürzten Fassadenteilen verbreitet. Zudem kursieren Videos, die einen signifikanten vertikalen Bodenversatz entlang der Palu-Napu-Straße zeigen, den ich auf fast einem Meter schätze. Wahrnehmungsmeldungen aus der Region berichten von deutlich spürbaren Erschütterungen, insbesondere in Palu und den umliegenden Gebieten. Berichte über Todesopfer liegen bislang nicht vor.
Tektonisch liegt das Epizentrum in einer der aktivsten Störungszonen der Region, nahe der Palu-Koro-Verwerfung, die als rechtsseitige Transformstörung die Insel Sulawesi durchzieht. Diese Störung ist für zahlreiche starke und flache Erdbeben verantwortlich, da sich hier mehrere Mikroplatten, die der Eurasischen und der Australischen Platte vorgelagert sind, seitlich aneinander vorbeibewegen. Überregional ist die Inselwelt der Celebessee und der Molukkensee über den Sangihe-Inselbogen und die flankierenden Tiefseegräben mit der philippinischen Insel Mindanao gekoppelt, wo sich erst in der vergangenen Woche ein starkes Erdbeben ereignet hat. Die Region ist dort noch nicht zur Ruhe gekommen und wird weiterhin täglich von Nachbeben erschüttert. Im Areal zwischen den beiden Erdbebenzentren dürften daher ebenfalls erhöhte Spannungen und ein gesteigertes Erdbebenrisiko bestehen.

Seismologen beobachten die Entwicklung der Nachbeben genau, um das weitere Risiko für die Bevölkerung besser einschätzen zu können. Bereits kurz nach dem Hauptbeben wurde eine große Zahl von Nachbeben registriert. Das stärkste erreichte eine Magnitude von 5,1.
Auf Sulawesi und insbesondere entlang des nördlich gelegenen Sangihe-Inselbogens gibt es mehrere aktive Vulkane, die auf den Erdstoß reagieren könnten. Im Norden Sulawesis sind vor allem die Vulkane Lokon und Soputan zu nennen. Im Sangihe-Inselbogen verdienen insbesondere Ruang, Karangetang und Awu besondere Aufmerksamkeit.
Das Ereignis reiht sich in eine lange Serie starker tektonischer Aktivität entlang des sogenannten Pazifischen Feuerrings ein. Historisch zählt Zentralsulawesi zu den am stärksten erdbebengefährdeten Regionen Indonesiens. Frühere Ereignisse haben gezeigt, dass selbst Erdbeben mittlerer Stärke hier erhebliche Oberflächendeformationen verursachen können. Erst vor acht Jahren ereignete sich bei Palu ein starkes Erdbeben der Magnitude 7,5, das einen Tsunami auslöste und mehr als 4.000 Menschen das Leben kostete.