Erdbeben zwischen Geitlandsjökull und Þórisjökull südwestlich des Langjökull
Heute Nacht wurde die isländische Gletscherlandschaft südwestlich des Langjökull erneut von mehreren Erdbeben erschüttert. Das stärkste hatte eine Magnitude von 3,0 und lag damit im für Menschen wahrnehmbaren Bereich. Das Besondere an dieser Gletscherregion im isländischen Hochland ist der Umstand, dass unter jedem der Gletscher ein Vulkan verborgen liegt. Somit könnten die Beben im Zusammenhang mit der Aktivität einer bedeutenden Vulkanregion stehen.

Das Hypozentrum wurde in gut 4 Kilometern Tiefe verortet. Das Epizentrum lag laut IMO bei 64,57568° nördlicher Breite und 20,68865° westlicher Länge. Anders als frühere Erdbeben manifestierte sich dieser Erdstoß nicht an einer tektonischen Störungszone, die bereits anhand der Morphologie des Geländes erkennbar ist, sondern näher bei Geitlandsjökull und Þórisjökull. Auch direkt unter der subglazialen Langjökull-Caldera ereigneten sich gestern einige Erschütterungen. Die Seismizität nimmt hier seit 2022 deutlich zu, und IMO-Wissenschaftler schrieben bereits über eine mögliche Reaktivierung des Zentralvulkans.
Darüber hinaus gab es auf Island auch Erdbeben im Bereich der Reykjanes-Halbinsel, insbesondere südlich von Reykjanestá, wo sich in der Bucht von Vík ein Schwarm von Mikrobeben manifestierte. Die Erdbebentätigkeit im Bodenhebungsgebiet von Svartsengi blieb in den vergangenen beiden Tagen gering, obwohl die Bodenhebung unverändert anhält. Dafür ereigneten sich weitere Erschütterungen im östlich gelegenen Krýsuvík-Gebiet.
Tatsächlich sprechen die GNSS-Messungen an der Messstation KRIV langsam wieder an und lassen eine leichte Bodenhebung vermuten, die sich im Bereich von 10 mm bewegt. Bereits gegen Ende der Fagradalsfjall-Feuer wurde vermutet, dass sich die vulkanische Aktivität in dieses System verlagern könnte. Nach einer kurzen Phase der Bodenhebung wurde jedoch eine länger andauernde Subsidenz registriert. Nun deutet sich wieder eine langsame Umkehrung dieses Prozesses an, die allerdings viel zu schwach ist, um auf eine bevorstehende Eruption schließen zu lassen.