Erdbebenschwarm unter Katla auf Island – stärkstes Beben Mb 3,0?
Unter einem der gefährlichsten Vulkane Islands gab es in den letzten Tagen eine erhöhte Seismizität in Form eines Erdbebenschwarms, der aus mehr als 20 Einzelerschütterungen besteht. Während das IMO die Magnituden alle als gering einstuft und das stärkste Beben eine Magnitude von 1,5 aufweist, zeigt die Shakemap des EMSC ein Beben Mb 3,0 an, das sich um 06:41:50 UTC in 7 Kilometern Tiefe zugetragen haben soll. Als Quelle wird IMO angegeben. Vermutlich handelt es sich bei dieser Angabe um eine erste automatische Bewertung eines schwächeren Bebens, die anschließend herabgestuft wurde.

Doch auch ohne ein Beben im spürbaren Magnitudenbereich spiegelt der Erdbebenschwarm die anhaltend hohe Dynamik des subglazialen Vulkans wider, der in den letzten Jahren oft im Fokus des Interesses stand, da Gletscherläufe als mögliche Anzeichen kleinerer Vulkanausbrüche unter dem Eis des Gletschers Myrdalsjökull interpretiert wurden Das aktuelle Schwarmbeben könnte Vorspiel eines solchen Ereignisses sein.
Einige GNSS-Messstationen im Bereich der Katla und des bedeckenden Gletschers Myrdalsjökull zeigen eine leichte Bodenhebung von bis zu 40 mm an. Ein Trend, der in mehreren Vulkanregionen der Insel zu beobachten ist und möglicherweise mit sich verändernden Satellitenbahnen in Verbindung stehen könnte. Ohne Einordnung der IMO-Forscher, die über die Bahnkorrekturen verfügen, lässt sich das schwer einschätzen. Es ist aber nicht auszuschließen, dass es sich um eine echte Bodenhebung handelt, die zu denken geben sollte.
Der Boden hebt sich auch weiterhin im Svartsengi-Gebiet. Der frühere leicht rückläufige Trend hat sich in einer ebenso leichten Beschleunigung der Hebung gedreht. Der Druckaufbau im Untergrund geht also weiter und das Resultat könnte ein erneuter Ausbruch oder eine Gangbildung bei Sunhnúkur sein. Ein Ausbruch könnte plötzlich und mit nur wenigen Minuten Vorwarnung erfolgen.